Glossar zum wissenschaftlichen Denken und Arbeiten
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Abduktion
Der Begriff Abduktion kommt aus der Erkenntnistheorie und meint die Schlussfolgerung von Konsequenzen bzw. Ergebnissen auf bestimmte Einzelfälle. Im Unterschied zur Induktion und Deduktion wird bei der Abduktion von Resultaten und Regeln auf den Fall bzw. auf mehrere Fälle geschlossen. Dabei können neue Zusammenhänge gefunden und die Erkenntnis erweitert werden.
Hier ein Beispiel:
Resultat: Diese Bohnen sind weiß.
Regel: Alle Bohnen in diesem Sack sind weiß.
Fall: Diese Bohnen sind aus diesem Sack.
“The surprising fact, C, is observed;
But if A were true, C would be a matter of course,
Hence, there is reason to suspect that A is true.”
[Charles Sanders Peirce (1839 - 1914), amerikanischer Mathematiker, Philosoph und Logiker]
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Aristoteles
Aristoteles (384 v. Chr. - 322 v. Chr.) gilt als einer der bekanntesten und einflussreichsten Philosophen; er definierte etliche Bereiche des Wissens und Forschens: Logik, Physik, Metaphysik, Kosmologie, Poetik, Ethik, Politik und Biologie. Aristoteles war Schüler Platons, später Lehrer des jungen Prinzen Alexander. Er widmete sich seinen Naturstudien und beschäftigte sich u. a. mit der Wissenschaftstheorie sowie mit der Systematik der Wissenschaften. Viele seiner Gedanken hielt er in Schriften fest und verfasste Bücher, z. B. Organon, Physik, Metaphysik und Nikomachische Ethik.
"Allgemein in der menschlichen Natur liegt der Trieb nach Erkenntnis."
[Aristoteles, Metaphysik]
Vor allem ist Aristoteles bekannt für seine Ideenlehre und Grundfrage der Erkenntnistheorie: Was beinhalten allgemeine Ideen, wie sind sie zu erkennen? Die Wahrheit der Welt suchte er - nicht wie viele seiner Zeitgenossen in höheren Sphären - bei uns auf der Erde, indem er Steine, Tiere und Pflanzen genau beobachtete, verglich und klassifizierte. Aristoteles ging bei seinen Beobachtungen methodisch vor.
Aus seinen Naturstudien erkannte er, dass man Eigenschaften und Merkmale eines Objektes erkennen, feststellen und von anderen Objekten unterscheiden kann. Daraus kann dann abgeleitet (Deduktion) werden, was genau dieses Objekt ausmacht. Dieses logisch systematische Verfahren sowie die deduktive Methode, also aus zwei Behauptungen oder Urteilen eine Schlussfolgerung zu ziehen, wurden von Aristoteles beschrieben und in der Logik als eigenständige Wissenschaft begründet.

Im Folgenden sehen Sie die Sendung Denker des Abendlandes des Bayerischen Rundfunks; Harald Lesch spricht hier mit Wilhelm Vossenkuhl über Aristoteles (ca. 30 min). Schauen Sie sich gerne dieses Video an und bilden Sie sich Ihre Meinung über den Philosophen Aristoteles.
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Aussage, wissenschaftliche
Wissenschaftliche Aussagen drücken einen Sachverhalt, eine Vermutung oder eine Meinung aus und werden (gegenüber Alltagsaussagen) durch überprüfbare Tatsachen (empirische Daten) bzw. Aussagen aus der Literatur (Zitate) belegt. Sie werden also stets auf wahr bzw. falsch geprüft (Sandberg, 2012, S. 22).
Eine Aussage wird dann als wissenschaftliche Hypothese oder wissenschaftliche Grundannahme bezeichnet, wenn sie u. a. theoretisch begründet und allgemeingültig ist.
Hier ein Beispiel:
„Heutzutage werden mehr SMS geschrieben als früher.“ ist noch keine wissenschaftliche Aussage, weil kein wissenschaftlicher Beleg genannt wird, der diese Aussage stützt. Hingegen ist folgende Aussage wissenschaftlich: „Laut einer Erhebung des Beratungsunternehmens Dialog Consult lag das SMS-Aufkommen in deutschen Mobilfunknetzen im Jahr 1998 noch bei 1 Mrd. SMS pro Jahr und liegt im Jahr 2004 bereits bei 23.6 Mrd. verschickten Nachrichten.“ (Karmasin & Ribing, 2010, S. 81).
Es ist hilfreich, folgende Aussagen voneinander zu unterscheiden (Wiswed, 1998):
- empirische Aussage: Beschreibung und Erklärung von Phänomenen
- logische Aussage: logisch-mathematische Sätze (z. B. Satz des Pythagoras)
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Bacon, Francis
Der englische Philosoph Francis Bacon (1561 - 1626) gilt als Wegbereiter der wissenschaftlichen (empirischen) Methode. Er hat erstmals im 17. Jahrhundert ein logisches Vorgehen für die Wissenschaft vorgeschlagen: Der Wissenschaftler solle zunächst Beobachtungen betreiben, um dann eine Theorie zu entwickeln und diese anschließend mittels Experimenten zu überprüfen. Danach legt er diese Theorie anderen Wissenschaftlern vor, die sie überprüfen, entweder Lücken oder Unstimmigkeiten finden oder Experimente durchführen und die Theorie widerlegen oder aber bestätigen. Kurz: Eine Hypothese muss aufgestellt, überprüft und widerlegt bzw. bestätigt werden.
“Es gibt nämlich Menschen, die an Unklarheiten ihr Gefallen haben und es als lästig empfinden,
wenn sie sich auf eine Begriffserklärung festlegen sollen.”
[Francis Bacon]
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Begriff
Die erfahrbare Realität wird durch Sprache geordnet und definiert; empirische Erscheinungen erhalten Bedeutungen. Der (theoretische) Begriff ist Grundelement des menschlichen Denkens und ein gedankliches Konstrukt, welches übersetzt werden muss. Der Begriff zeigt sich in Form von Worten, Ausdrücken, Zeichen und Symbolen, denen eine bestimmte Bedeutung zugeteilt wird.
Beispiele sind "Haus", "Schnee", "Erzfeind" oder "Durchlauferhitzer".
Ziel begrifflicher Beschreibung ist es, allen Beteiligten bzw. Lesenden den verwendeten Begriffen weitestgehend die gleichen Bedeutungen zu vermitteln. Dafür werden logische (wenn, dann, und, oder etc.) und außerlogische Begriffe verwendet.
Ein neuer Begriff wird über bekannte Begriffe erläutert, die dann den Inhalt des neuen Begriffs abbilden. Das Definiendum ist dabei das zu Definierende, also der neue Begriff und das Definiens ist das Definierende.
Beispiel:
Definiendum | "Mann" |
Definiens | erwachsen, männlich, menschlich |
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Beobachtung
- sie zu einem bestimmten Zweck (vor dem Hintergrund einer Forschungsfrage) ausgeführt wird,
- sie unvoreingenommen ist, d. h. ohne Bewertung, lediglich objektive Erfassung der Ereignisse,
- die Anwesenheit der Forschenden eine „Störung“ der natürlichen Abläufe darstellt,
- sie systematisch und regelgeleitet ist, d. h. beobachtete Ereignisse werden in einem Beobachtungsprotokoll festgehalten.

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Cicero
in Bearbeitung
Comte, August
Der französische Gelehrter und Philosoph August Comte (*1798 in Montpellier - 1857 in Paris) entwarf das System der Wissenschaften und beschäftigte sich u. a. mit der Einteilung der Wissenschaftsbereiche. Er prägte den Begriff des Positivismus.
“Erinnert sich nicht ein jeder von uns, der seine eigene Geschichte ins Auge faßt,
daß er, seine wichtigsten Begriffe anbelangend, nacheinander Theologe in seiner Kindheit,
Metaphysiker in seiner Jugend und Naturforscher in seinen Mannesjahren gewesen ist?"
[Auguste Comte]
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Deduktion
Die Methode, bei der aus dem Allgemeinen (d. h. Regeln, Gesetzmäßigkeiten) das Besondere abgeleitet wird, nennt man Deduktion. Der Gegenbegriff ist Induktion (Karmasin & Ribing, 2010, S. 88).
Beispiel: Aristoteles behauptete nach Beobachtungen aus der Natur, dass schwere Gegenstände schneller fallen müssten als leichte. Galileo Galilei behauptete (durch Nachdenken und mithilfe der Mathematik) das Gegenteil und formulierte die Hypothese, dass nach den Gesetzen der Erdanziehung alle Körper gleich schnell fallen müssten. Mit der technischen Möglichkeit, ein Vakuum zu bilden, ist das auch experimentell überprüfbar. In einem Vakuum oder auf dem Mond fallen eine Eiskugel und eine Feder gleich schnell zu Boden.
Erklärung des Beispiels: Es wurde zuerst die Theorie logisch entwickelt (das Allgemeine) und danach mit einem Experiment überprüft (das Besondere).

![]() | Denkaufgabe: Deduktion beruht auf... ... den Rationalismus, denn es wird aus einer Gesetzmäßigkeit eine Vermutung für einen Einzelfall abgeleitet. Im Rationalismus werden Theorien oder eben gedanklich formulierte Gesetzmäßigkeiten als Ausgangspunkte für Beobachtungen angesehen. |
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Definition
Ein Beispiel: 'Interesse' ist definiert als generalisierte Verhaltenstendenz, von einer bestimmten Klasse von Anreizen oder Tätigkeiten angezogen zu werden (Guilford et al., 1954).
Bei der Definition unterscheidet man...
- Realdefinition: Hier wird die Begriffsbedeutung durch den direkten Verweis auf konkrete und reale Sachverhalte festgelegt. Es wird also festgestellt, wie, der Begriff verwendet wird.
- Nominaldefinition: Ein neuer Begriff wird über bekannte Begriffe erläutert, die den Inhalt des neuen Begriffs abbilden; hierbei wird ein Terminus/Ausdruck bestimmt.
- Analytischen Definition: Ein Begriff wird durch Analyse seiner Semantik und seines Gebrauchs erklärt, meist empirisch.
Definiendum | das zu Definierende |
Definiens | das Definierende |
Explanans | das Erklärende |
Explanandum | das zu erklärende Phänomen |
Die Anforderungen an Definitionen sind Eindeutigkeit, Zweckmäßigkeit, im Sinne von Ein- und Abgrenzung zu anderen Sachverhalten sowie eine konsistente Verwendung.
Übrigens muss eine Definition nicht wahr sein, d. h. an der Realität prüfbar sein. Sie ist lediglich eine sprachlich formulierte Gleichung: Begriff = Umschreibung. Auch sind Definitionen selten vollständig, weil man meist auf andere Begriffe zurückgreifen muss (siehe auch bei unserer Definition von 'Definition'), deren Verständnis wiederum vorausgesetzt wird).
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Descartes, René
Der französische Philosoph, Mathematiker und Naturwissenschaftler René Descartes (1596 in La Haye en Touraine - 1650 in Stockholm) ist der Begründer des modernen Rationalismus. Sein rationalistisches Denken ( „cogito ergo sum“ also „Ich denke, also bin ich.“) bildet die Grundlage der Metaphysik. Er bestärkte den Vorschlag Francis Bacons der wissenschaftlichen Methode.
Seine bekanntesten Werke sind Abhandlung über die Methode, Meditationen über die Philosophie und Über den Menschen.
"Um die Wahrheit zu finden, muss einmal im Leben an allem, soweit es möglich ist, gezweifelt werden."
[René Descartes, Die Prinzipien der Philosophie]
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Empirie
Eine empirische Wissenschaft (griechisch: empeirikós = erfahren, kundig) ist daran interessiert, Hypothesen und Theorien zu ungeklärten Fragen zu entwerfen und diese mit der Realität zu konfrontieren. Man vergleicht also die gedankliche Antwort auf die Frage mit den in der Realität diesbezüglich vorfindbaren Sachverhalten (Hussy, Schreier & Echterhoff, 2010, S. 3).
Detaillierteres zur empirischen Wissenschaft und ihren Vorgehensweisen finden Sie auf der Seite „Der empirische Forschungsprozess“.
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Erfahrung
Erfahrung ist die Kenntnis und das Wissen einer Person, welche bei praktischer Arbeit, durch Erlebnisse oder durch Wiederholen einer Sache gewonnen wird. In der Philosophie wird Erfahrung oft mit Empirie gleichgesetzt und dem Denken und Rationalismus gegenübergestellt.
Im Folgenden sehen Sie ein YouTube-Video von "PhilosophenUndDenker" (veröffentlicht am 13.08.2012), in dem Empirismus und Rationalismus gegenübergestellt werden.
In einem weiteren YouTube-Film von PhiloGramm (veröffentlicht am 12.03.2017) wird ebenso das Thema Rationalismus und Empirismus beschrieben.
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Erhebung (Datenerhebung)
Die Datenerhebung ist diejenige Phase im empirischen Forschungsprozess, in welcher Daten gewonnen bzw. gesammelt werden, die wichtig für die Beantwortung der Fragestellung sind.
Man unterscheidet zwischen der primärstatistischen Erhebung, bei der eine Erhebung selbst durchgeführt wird (z. B. Befragung, Beobachtung, Experiment) und sekundärstatistischen Erhebungen, bei der bereits vorhandene Originaldaten (z. B. aus statistischen Jahrbüchern) herangezogen werden.
Am Beispiel der Marktforschung werden in diesem Youtube-Video der „IUBH Fernstudium“ (veröffentlicht am 13.10.2013) im Zeitintervall 00:41-04:24min Datenerhebungsmethoden der primärstatistischen Erhebung benannt und klassifiziert:
Das nächste Youtube-Video der „IUBH Fernstudium“ (veröffentlicht am 13.10.2013) legt am Beispiel der Marktforschung die Vor- und Nachteile von sekundärstatistischen Erhebungen dar (00:43-03:08min) und benennt und klassifiziert, welche Informationsquellen verwendet werden können (03:09-08:49min):
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Erhebungsinstrument
Um eine Hypothese empirisch zu überprüfen, muss man sie durch ein Erhebungsinstrument messbar machen. Durch ein Erhebungsinstrument wird das Merkmal, welches man in seiner Hypothese untersuchen möchte, einer Zahl zugeordnet.
Beispiel 1:
Eine Hypothese lautet „Läufer die schnelle Musik hören, laufen schneller, als Läufer die langsame Musik hören.“. Das Erhebungsinstrument ist ein Gerät, welches die Zeit oder Geschwindigkeit erfasst, z. B. eine Stoppuhr.
Beispiel 2:
Eine Hypothese lautet „Studierende in höheren Semestern prokrastinieren mehr als Studierende in untere Semestern.“. Prokrastination ist (anders als die Laufgeschwindigkeit) nicht so eindeutig und direkt beobachtbar. Verschiedene Erhebungsinstrumente wären denkbar: Man könnte einen Fragebogen erstellen, der die Studierenden fragt, wie viel Zeit sie bei ihrer letzten Prüfung prokrastiniert haben. Ein weiteres mögliches Erhebungsinstrument wäre eine Stoppuhr, die die Studierenden während der Prüfungsvorbereitung immer dann laufen lassen sollen, wenn sie prokrastinieren. Ebenso könnte man eine dem Studierenden nahestehende Person befragen, wie sie das Prokrastinieren des Studierenden einschätzt.
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Erkenntnis
Die Erkenntnis meint im Wesentlichen den Prozess und das Resultat eines durch Einsicht oder Erfahrung gewonnenen Wissens. Sie ist intersubjektiv, wenn der Akt der Erkenntnis, also das Lernen, methodisch geschehen ist; ansonsten bleibt sie subjektiv.
Wissen und Erfahrung lassen sich schwer trennen, außer im frühen Säuglingsalter, denn Erfahrung wird stets durch vorhandenes Wissen beeinflusst.
Die wissenschaftliche Erkenntnis ist nachprüfbar und intersubjektiv, denn sie geschieht methodisch und ist allgemein zugänglich. In den Naturwissenschaften gilt die logisch-analytische Methode, also die Formalisierung und Mathematisierung des Erkenntnisgegenstands und Anwendung der Logik auf denselben. In den Geisteswissenschaften spielt die Hermeneutik, in den Sozialwissenschaften auch die Dialektik eine große Rolle, letztere allerdings nicht unumstritten.
"Denn man muss wissen, daß alle Erkenntnis zwei Enden habe, bei denen man sie fassen kann,
das eine a priori das andere a posteriori."
[Immanuel Kant, Träume eines Geistersehers, 2. Teil]
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Evaluation
in Bearbeitung
Experiment
Wesentliche Merkmale eines Experimentes
Ein Experiment ist dadurch charakterisiert, dass es mindestens eine unabhängige Variable und mindestens eine abhängige Variable gibt.
- Eine unabhängige Variable ist eine durch den Versuchsleiter beeinflussbare, aktiv manipulierte Größe. Zum Beispiel kann die „Art einer verabreichten Substanz“ eine unabhängige Variable sein. Eine unabhängige Variablen hat mind. 2 verschiedene Ausprägungen, die auch Stufen oder Bedingungen genannt werden. Im Beispiel könnte die unabhängige Variable „Art einer verabreichten Substanz“ die beiden Stufen haben: „blutdrucksenkendes Medikament“ und „wirkungsloses Placebo“.
- Abhängige Variablen sind Variablen, die durch die unabhängigen Variablen beeinflusst werden. Zum Beispiel wird der Blutdruck erfasst. Untersucht wird dann, welchen Einfluss die unabhängige Variable auf die abhängige Variable nimmt. Es könnte sich im zum Beispiel zeigen, dass Personen, die das „blutdrucksenkende Medikament“ einnehmen, danach einen niedrigeren Blutdruck haben als zuvor und dass der Blutdruck bei Personen, die das „wirkungslose Placebo“ nehmen unverändert bleibt. Im Allgemeinen können durch dieses Vorgehen Kausalaussagen („A bewirkt B“ bzw. im Beispiel: „Blutdrucksenkendes Medikament bewirkt Blutdrucksenkung“) getroffen werden.
In einem Erklärvideo der Hochschule Merseburg und des @LLZ wird anschaulich und einfach erklärt, was ein Experiment ausmacht und wie es daheim durchgeführt werden kann - anhand von Äpfel und Bananen.
Bitte schauen Sie sich das folgende Video (ca. 3:30 Min) an und achten Sie dabei auf Kriterien und den Ablauf.
Nun überlegen Sie bitte: Ist ein Muster bei dem gezeigten Experiment zu erkennen? Wie ist es abgelaufen, welche Phasen gibt es? Was ist die Hypothese? Was die Variablen? | |
"Wie überholen Autofahrer Radler? Das wollte der britische Verkehrspsychologe Ian Walker wissen und startete einen Selbstversuch: Er fuhr mit und ohne Helm, als Frau verkleidet und in unterschiedlicher Entfernung zum Straßenrand mit dem Rad durch Salisbury. Je weiter er innerhalb der Straße fuhr, desto enger wurde er überholt. War Walker als Frau unterwegs, gönnte man ihm durchschnittlich knapp 15 Zentimeter mehr Sicherheitsabstand. […] Und helmtragend wurde Walker um 8,5 Zentimeter dichter passiert als ohne die Kopfbedeckung. Warum, ist unklar, doch der Wissenschaftler vermutet, dass Kfz-Lenker behelmte Radler als versierter und erfahrener einschätzten, die man daher enger überholen könne. Zwischen 3,54 Metern im Maximalfall und weniger als null betrugen die Sicherheitsabstände. Weniger als null bedeutete Unfall – was Walker zweimal zustieß. Immerhin blieb er in diesen Fällen dank des Helms unverletzt.“ (Spektrum, 2006) In diesem Experiment gibt es 3 unabhängige Variablen, die jeweils mehrere Stufen haben:
| ![]() Foto: Fahrradhelm. cc-by-Projekt_Kaffeebart (pixabay.com) |
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Prof. Walter Lewin, emeritierter Professor am Massachusetts Institute of Technology (MIT), führte in seinen Physik-Vorlesungen recht bildhaft Experiment durch, u. a. für das er bekannt wurde. In diesem Film (1999) erklärt er die mechanische Energie mit einem Pendel.
Sowieso ist Prof. Lewin recht populär durch seine anschaulichen Physik-Vorlesungen geworden; auf dieser Internetseite gibt es weitere unterhaltsame Videos: http://videolectures.net/walter_h_g_lewin/ [Stand: 26.09.2018]
![]() | Bitte schauen Sie sich das folgende Video an, machen Sie mit und testen Sie sich. Überlegen Sie bitte im Anschluss welches die Variablen sind. Film: "Test Yourself: Stroop Effect" (Dauer: ca 1 min), mezonBiz. |
![]() | Quellen und Literaturempfehlungen: |
Explanative Untersuchung
Wenn Sie aufgrund des (schon vorhandenen) Forschungsstandes in einem Themengebiet eigene begründete Hypothesen formulieren, so handelt es sich bei ihrer Untersuchung um eine explanative (auch: hypothesenprüfende) Untersuchung.
Hier ein Beispiel:
Bisherige Forschung konnte zeigen, dass Patienten mit Alkoholabhängigkeit nach erfolgreichem Entzug eher rückfällig werden, wenn sie danach wieder in ihr altes Umfeld zurückkehren, als wenn sie ihr Umfeld wechseln. Nikotinabhängigkeit ist genauso auch eine stoffgebundene Sucht, die ähnliche Mechanismen unterliegen sollte. So wird diesbezüglich die begründete Hypothese wie folgt formuliert: Ehemalige Nikotinabhängige sollten eher rückfällig werden, wenn sie im gleichen Umfeld bleiben, als wenn sie das Umfeld wechseln (Karmasin & Ribing, 2010, S.10).
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Explorative Untersuchung
Explorative (auch: erkundende) Untersuchungen werden in erster Linie mit dem Ziel durchgeführt, in einem relativ unerforschten Untersuchungsbereich neue Hypothesen zu entwickeln oder theoretische bzw. begriffliche Voraussetzungen dafür zu schaffen.
Beispiel: Bisher existiert kaum Forschung zur Didaktik in der Hochschullehre. Es können noch keine Hypothesen generiert werden, wie Hochschullehre gestaltet sein sollte, damit die Studierenden gut lernen können. Daher führt man zunächst offene Interviews mit Studierenden durch, in denen diese nach ihren Wünschen und bisherigen Erfahrungen gefragt werden (Karmasin & Ribing, 2010, S.108).
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Falsifikation
Wenn eine Hypothese, die man aufgestellt hat, in einer wissenschaftlichen Untersuchung überprüft wird, können die Befunde der wissenschaftlichen Untersuchung entweder im Einklang oder nicht im Einklang mit der Hypothese stehen. Für den Fall, dass die Hypothesen nicht im Einklang mit den Ergebnissen stehen, spricht man von einer „Falsifikation der Hypothese“ (Gegenteil: Verifikation).
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Forschung
Forschung beinhaltet die systematische Suche nach neuen Erkenntnissen; das Wissen sowie und die Antworten auf eine Forschungsfrage werden dabei dokumentiert und festgehalten. Die Veröffentlichung der Ergebnisse passiert üblicherweise in einer wissenschaftlichen Arbeit; sie ist das Produkt der Ergebnisse.
Der chronologische Forschungsprozess gliedert sich grob in drei Phasen; man unterscheidet den Entstehungs-, den Begründungs- sowie den Verwertungszusammenhang von Forschungsmethoden.

- Der Entdeckungszusammenhang: Bevor das eigentliche Forschungsprojekt beginnt, werden ein wichtiges bzw. als interessant angesehenes Problem entdeckt und eine Fragestellung formuliert. Hier sind übrigens Werturteile zur Begründung, warum man sich ausgerechnet mit dieser Frage auseinandersetzen möchte, erlaubt!
- Der Begründungszusammenhang: In der eigentlichen Forschungsphase wird das Problem bzw. die formulierte Frage präzisiert und methodisch untersucht. Die Begründung, warum man wie vorgeht, erfolgt auf sachlicher Ebene; außerwissenschaftliche Werturteile sind ausgeschlossen.
- Der Verwertungszusammenhang: Im Grunde geht es in der letzten Phase um die weitere Verwendung der Ergebnisse bzw. der Antwort(en) auf die Forschungsfrage: die Ergebnisse werden in Form eines Berichtes, einer Publikation, eines Aufsatzes und/oder eines Vortrages präsentiert und in Handlungen umgesetzt.
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Fragestellung (wissenschaftliche)
Am Anfang jeder wissenschaftlichen Arbeit steht eine Frage bzw. ein Problem, mit dem man sich auseinandersetzen und dem man auf den Grund gehen möchte. In einer wissenschaftlichen Fragestellung wird der Gegenstand eindeutig und präzise genannt, er wird klar von anderen abgegrenzt. Meist stehen dabei zwei Variablen in Beziehung zueinander.
Im Anschluss an die Fragestellungen werden Hypothesen formuliert bzw. aus der Fragestellung abgeleitet.
Wichtig bei der Formulierung der Frage bzw. des Problems ist, dass das jeweilige Problem abgegrenzt ist, also in einem theoretischen Zusammenhang steht. Zudem müssen die Erklärungsbedürftigkeit sowie der Bedarf der (z. B. empirischen) Untersuchung nachgewiesen sein.
Ein Beispiel für eine wissenschaftliche Frage:
Gibt es einen Zusammenhang zwischen dem Grad der Belastung von Studierenden und der Einführung von Studiengebühren?
>> Hier sollen zwei Variablen untersucht werden: der Belastungsgrad von Studieren sowie die Studiengebühren; beides wird in Beziehung zueinander gesetzt.
(Die Hypothese könnte übrigens lauten: Studierende an Hochschulen mit Studiengebühren berichten von mehr Belastungen als Studierende an Hochschulen, die keine Studiengebühren leisten müssen.)
![]() | Denkaufgabe Sind die folgenden Fragen tatsächlich wissenschaftliche Fragen (Hypothesen)? Bitte überlegen Sie dies anhand der Kriterien, die Sie erfahren haben. Im Register darunter finden Sie die Antworten.
Wissenschaftliche Fragen: ja oder nein? Hier die Antworten: Antwort zu...
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Frege, Gottlob
Friedrich Ludwig Gottlob Frege (1848 - 1925) war ein deutscher Logiker, Mathematiker und Philosoph und beschäftigte sich mit sprachphilosophischen Analysen und in diesem Zusammenhang auch mit Wahrheit und Unwahrheit. Wann sind Aussagen wahr und falsch? Wie sehen die Wahrheitskriterien in der Sprache aus?
“Gedanken sind nicht durchaus unwirklich,
aber ihre Wirklichkeit ist von ganz anderer Art, als die der Dinge.”
[Friedrich Ludwig Gottlob Frege]
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Galileo Galilei
"Alle Wahrheiten sind leicht zu verstehen, wenn sie entdeckt sind.
Es kommt darauf an, sie zu entdecken."
[Galileo Galilei]
Der italienische Mathematiker, Philosoph und Physiker Galileo Galilei (1564 - 1642) machte zahlreiche wichtige Entdeckungen und Erfindungen in der Physik, Astronomie und in vielen anderen Bereichen. So war er einer der ersten, die den Himmel mittels eines Fernrohres betrachteten: Er entdeckte die vier größten Jupitermonde, die Gestaltenphasen der Venus sowie die Sonnenflecken. Weiterhin führte er Experimente an der schiefen Ebene durch, aus denen er Fall- und Bewegungsgesetze ableitete und beispielsweise herausfand, dass im Vakuum alle Objekte gleich beschleunigt werden. Diese Methode, mithilfe von Experimenten und Beobachtungen die Natur zu erforschen und diese mathematisch zu beschreiben, stellte eine Revolution in der wissenschaftlichen Arbeitsweise dar. "Die Philosophie steht in diesem großen Buch geschrieben, das unserem Blick ständig offen liegt [, ich meine das Universum]. Aber das Buch ist nicht zu verstehen, wenn man nicht zuvor die Sprache erlernt und sich mit den Buchstaben vertraut gemacht hat, in denen es geschrieben ist. Es ist in der Sprache der Mathematik geschrieben, und deren Buchstaben sind Kreise, Dreiecke und andere geometrische Figuren, ohne die es dem Menschen unmöglich ist, ein einziges Bild davon zu verstehen; ohne diese irrt man in einem dunklen Labyrinth herum." | ![]() Galileo Galilei. cc-by- wgbieber (pixabay.com) |
Der folgende Erklärfilm beschreibt (in Englisch) auf unterhaltsame Weise das Leben und Wirken von Galileo Galilei. Wer war er, wie arbeitete er und wie entdeckte er?
Wie empfehlen in diesem Kontext, sich den folgenden Film anzusehen: Prof. Taschner erklärt hier sehr verständlich und charmant die Entdeckungen Galileos und vor allem seine Vorgehensweisen.
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Gesetz, wissenschaftliches
Strukturell sind (wissenschaftliche) Gesetze identisch mit Hypothesen, allerdings sind sie Aussagen, die sich bereits in der Realität bewährt haben.
Beispiele:
„Licht breitet sich im Vakuum mit einer universellen Geschwindigkeit aus.“
„Raucher haben im Vergleich zu Nichtrauchern eine kürzere Lebenserwartung.“
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Gruppendiskussion
Gruppendiskussionen sind geplante Diskussionen, mit denen Einstellungen zu bestimmten Themen erhoben werden. Die Diskussionen sollen einem alltäglichen Gespräch ähneln und in einer offenen, freundlichen Atmosphäre stattfinden. Es werden Argumente ausgetauscht und ergänzt, wobei die Interaktion zwischen den Gruppenmitgliedern entscheidend ist. Eine gegenseitige Beeinflussung der Teilnehmenden untereinander ist ein wesentlicher Bestandteil des Verfahrens. Die Gruppendiskussion geht somit über ein einfaches Interview (wie z. B. das Leitfadeninterview) hinaus.
Praktische Hinweise für die Planung und Durchführung einer Gruppendiskussion können Sie dem folgenden Youtube-Video von „Wilmas Tutorials“ (veröffentlicht am 12.04.2014) entnehmen:
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Gütekriterien
Gütekriterien sind Kriterien zur Beurteilung der Qualität der Arbeit, sowohl bei der wissenschaftlichen Vorgehensweise (Methode) als auch bei der Auseinandersetzung mit und Analyse der Ergebnisse.
Zu den Gütekriterien wissenschaftlicher Praxis gehören Objektivität, Reliabilität und Validität. Nur wenn allen Gütekriterien in ausreichendem Maße Rechnung getragen wird, können aus einer Untersuchung verlässliche Schlussfolgerungen gezogen werden.
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Hegel, Friedrich
Georg Wilhelm Friedrich Hegel (1770 - 1831) war ein deutscher Philosoph und Hauptvertreter der philosophischen Bewegung des Idealismus. Der deutsche Idealismus strebte danach, eine allumfassende systematische Theorie für die Wirklichkeit zu schaffen bzw. zu finden. Für Hegel war das zentrale Element dieses Systems die Vernunft. So soll alles Wirkliche letztlich eine Ausdifferenzierung des alles überragenden Vernunftsprinzips sein.
Hegel gliederte sein System in die Logik, die Naturphilosophie und die Philosophie des Geistes und beschäftigte sich darüber hinaus noch mit vielen weiteren Themen wie Geschichte, Staats- oder Rechtstheorie. Er beeinflusste viele spätere philosophische Strömungen, beispielsweise den Marxismus (siehe dialektischer Materialismus).
![]() | Quellen und Literaturempfehlungen |
Hermeneutik
Hermeneutik beschäftigt sich mit den Methoden und Wegen, die wir für unser Verstehen und Begreifen unserer Lebenswelt verwenden.
Um zu deuten, zu interpretieren und zu verstehen, gehen wir typischerweise von unserem Wissen aus, das wir bereits haben. Dieses Wissen ist stark geprägt von den jeweiligen Überzeugungen, Denk- und Verständnisweisen sowie von Vorurteilen in der bestimmten geschichtlichen Zeit und der jeweiligen Kultur.

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Hypothese
In einer Hypothese bzw. in einer Aussage oder in einem Satz wird versucht zu erklären, was die jeweilige unerklärte Umwelt meint und ist. Dies passiert beispielsweise durch Beobachtung oder Überlegungen, wobei stets ein Bezug besteht auf reale Sachverhalte, die empirisch untersuchbar (also messbar) sind (Geistererscheinungen und Parapsychologie sind ausgeschlossen!).
Um Vermutungen handelt es sich solange, bis der wissenschaftliche - entweder verifizierte oder falsifizierte - Nachweis steht, dann wird aus der Hypothese eine geprüfte Aussage.
Formal betrachtet, ist eine Hypothese ein sinnvoller Konditionalsatz, d.h. „wenn..., dann...“ oder „je...., desto.....“ (Ursache-Wirkungsbeziehung). Sätze wie „Es gibt...“ und „Es kann...“ sind keine Hypothesen.
Hier zwei Beispiele:
„Eine Zunahme politischer Partizipation in Gesellschaften ist häufig nach sozioökonomischen Brüchen feststellbar.“
“Wenn eine Person zwei Gläser Bier getrunken hat, dann erhöht sich die Reaktionszeit beim Fahrradfahren.”
„Je mehr Sport Studierende treiben, desto erfolgreicher sind sie im Studium.“
Es gelten folgende Anforderungen an eine Hypothese:
- Empirische Überprüfbarkeit
- Falsifizierbarkeit
- Hinreichender Informationsgehalt
- Logischer Aufbau
- Präzision und Eindeutigkeit
- Theoretische Fundierung
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Induktion
Die Methode, bei der von Einzelfällen auf das Allgemeine und Gesetzmäßige geschlussfolgert wird, bezeichnet man als Induktion (Gegenteil: Deduktion). Im Grunde meint Induktion nichts Anderes als Schlussfolgern. Dieses Vorgehen hat jedoch lediglich Wahrscheinlichkeitscharakter, da es lediglich auf Einzelfällen basiert und nicht begründet oder bewiesen ist (vgl. Karmasin & Ribing, 2010, S. 89).
Beispiel 1:
Ich mache eine Beobachtung: Ein Apfel fällt zu Boden, wenn ich ihn loslasse. Ich wiederhole den Vorgang ein paar Mal und gelange immer wieder zu demselben Ergebnis. Daraus entwickle ich eine Hypothese über die Erdanziehung von Gegenständen, die sich nach wissenschaftlichen Experimenten verifizieren lässt. Daraus entwickle ich eine Theorie, die allgemein gültig ist, also auch für Birnen, Bücher, etc. gilt.
Erklärung zum Beispiel: Es gab zuerst die Beobachtung bzw. das Experiment (Einzelfall) und danach die Theorie (das Allgemeine).
Beispiel 2:
Weil wir bislang nur weiße Schwäne gesehen haben (Einzelfälle), schließen wir daraus, dass alle Schwäne weiß sind (das Allgemeine). In Australien und Neuseeland gibt es jedoch auch schwarze Schwäne, so genannte „Trauerschwäne“. Sie wurden in unsere Gesetzmäßigkeit nach induktivem Vorgehen nicht einbezogen, weil sie außerhalb unseres normalen Erfahrungshorizontes liegen.

![]() | Denkaufgabe: Induktion basiert auf... ... Empirismus, denn es wird von einem beobachteten Einzelfall eine Gesetzmäßigkeit abgeleitet. Theorien beruhen hier auf Beobachtungen bzw. auf die sinnliche Wahrnehmung einzelner Phänomene in der Realität. |
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Inhaltsanalyse
Die (qualitative) Inhaltsanalyse ist eine qualitative Auswertungsmethode von Texten, wie beispielsweise die Transkripten aus offenen Interviews, Beobachtungsprotokollen aus Feldstudien, Akten oder Zeitungsartikeln. Das Vorgehen der Textanalyse ist dabei streng regelgeleitet, um zu gewährleisten, dass unterschiedliche Auswertende zu möglichst gleichen Ergebnissen gelangen.
Der Begriff der Inhaltsanalyse suggeriert zwar, dass es sich hierbei lediglich um eine Analyse der Textinhalte handelt, jedoch umfasst sie auch tieferliegende Sinngehalte des Textes und formale Textmerkmale (z. B. Stil, Wortfluss).
Kern der Inhaltsanalyse ist das inhaltsanalytische Kategoriensystem, in dem alle relevanten Textbedeutungen als inhaltsanalytische Kategorien expliziert sind. Die Definition einer Kategorie beinhaltet eine Benennung der Kategorie, eine Explikation dessen, was mit der Kategorie gemeint ist, eine Verdeutlichung durch ein möglichst typisches Textbeispiel und ggf. Entscheidungsregeln, falls sich mehrere Kategorien sich in ihren Bedeutungen überschneiden.
![]() | Beispiel für eine Kategoriendefinition:
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![]() | Quellen und Literaturangaben |
Kant, Immanuel
Der deutsche Philosoph Immanuel Kant (1724-1804) lebte sein Leben lang in der Hafenstadt Königsberg an der Ostsee, war dort als Lehrer tätig und ist gleichzeitig einer der bedeutendsten deutschen Denker. Vor allem ist er (international) bekannt für seine drei Kritiken: In “Kritik der reinen Vernunft" (1781), “Kritik der praktischen Vernunft” (1788) und “Kritik der Urteilskraft” (1790) bestimmte Kant seine Erkenntnistheorie, Ethik und Ästhetik neu.
In diesen Schriften wird die Grundhaltung Kants deutlich: Seid stets kritisch gegenüber feststehenden Überzeugungen und Meinungen; nehmt sie nicht einfach als gegeben hin. Kant setzte sich dabei mit den ewig spannenden und großen Fragen auseinander: „Was kann ich wissen?”, „Was soll ich tun?”, „Was darf ich hoffen?” und „Was ist der Mensch?”.
"Wenn die Wissenschaft ihren Kreis durchlaufen hat,
so gelangt sie natürlicher Weise zu dem Punkte eines bescheidenen Mißtrauens,
und sagt, unwillig über sich selbst: Wie viele Dinge gibt es doch, die ich nicht einsehe."
[Immanuel Kant, 1766, Träume eines Geistersehers, erläutert durch Träume der Metaphysik]
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Kategorie
Eine Kategorie ist eine Klasse von Objekten, die sich durch bestimmte Eigenschaften von anderen unterscheiden. Wenn auf eine Klasse von Objekten ein bestimmtes Konzept zutrifft, wird eine Kategorie gebildet. Klassifizierung meint das Zusammenfassen von Sachen zu Klassen, Gruppen, Mengen. Bei einer Gesamtheit von Kategorien spricht man von einer Klassifikation, Typifikation oder Systematik.
Ein einfaches Beispiel: Kategorie „Katze“
Man hat von „Katze“ das Konzept, dass sie vier Beine, Barthaare und einen Schwanz hat, miaut oder schnurrt, Mäuse jagt etc.. Aufgrund dieser geteilten Eigenschaften fasst man Lebewesen mit diesen Eigenschaften als die Kategorie „Katze“ zusammen.
In der Wissenschaft ist es so: Man kann wissenschaftliche Untersuchungen durchführen, die sich mit quantitative oder mit qualitative Variablen beschäftigen. Qualitative Variablen sind Kategorien, die in Unterkategorien gefasst werden. Zum Beispiel wird die Kategorie „Geschlecht“ in die Unterkategorien „männlich“ und „weiblich“ gefasst. Quantitative Variablen hingegen sind keine Kategorien. Wird zum Beispiel die Sprungweite beim Weitsprung betrachtet, unterliegt nicht jede einzelne Weite einem neuen Konzept und somit bildet nicht jede einzelne Weite eine neue Kategorie.
Kategoriebildung begegnet uns natürlich auch im Alltag. Dies kann zu Stereotypen führen, wie das folgende Video es beschreibt: "Vorurteile und Stereotype", ein Kurzfilm von PsyCuriosity (ca. 5:20 min).
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Konstrukt
Konstrukte sind Begriffe für Phänomene, die nicht unmittelbar beobachtbar sind. Diesen Phänomenen liegt eine theoretische, gedankliche (d. h. nicht-empirische) Überlegung zugrunde.
Beispiel:
Alter ist kein Konstrukt, denn es ist ein formal registriertes Merkmal (Geburtsurkunde, Ausweis) und daher direkt beobachtbar.
Lernmotivation dagegen ist ein Konstrukt; es muss zunächst theoretisch überlegt werden, was unter Lernmotivation verstanden werden soll (z. B. Freude am Lernen, Durchhalten beim Lernen trotz fehlender Freude, Aktives Aufsuchen von Lernsituationen etc.).
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Konstruktivismus
Die Theorie, die aussagt, dass wir wahrgenommene Dinge immer in unserem subjektiven Erfahrungskontext einbauen und je nach Vorerfahrung unterschiedlich betrachten, bezeichnet man als (sozialen) Konstruktivismus. Es handelt sich hier um ein wichtiges Konzept bzw. eine Sichtweise und zeigt, warum wir Sicht- und Denkweisen begründen und Quellen transparent machen müssen, um diese annähernd als wahr zu begründen.
Die wissenschaftliche Methode hilft uns dabei, eine gemeinsame Sichtweise zu finden und uns so der Wahrheit anzunähern.
![]() | Denkaufgabe: ![]() Dieses Kleid kann unterschiedlich gesehen werden.
Swiked/Tumblr |
![]() | Quellen: Weitere empfehlenswerte Quelle: |
Konzeptarbeit
in Bearbeitung
Kopie
Grundsätzlich ist eine Kopie eine Reproduktion oder Nachbildung einer anderen Sache.
Weitere Informationen zu den rechtlichen Aspekten finden sich im ILIAS-Lernmodul zum [could not resolve link target: il_2535_pg_74323] .
![]() | Quellen und Literaturempfehlungen (Stand: 1.03.2019): |
Kritischer Rationalismus
- Unsere Welt existiert objektiv und zwar auch dann, wenn wir sie nicht mehr sehen (entgegen dem Solipsismus)
- Theorien sind immer unbeweisbar; das etwas so ist, wie es ist, kann morgen schon ganz anders sein.
Zudem wird die Auffassung vertreten, dass wissenschaftlicher Fortschritt durch Verallgemeinerung der Beobachtungsergebnisse auf der Grundlage induktiver Verfahren (Induktion) zu erzielen ist. Demgegenüber wird von Popper die deduktive Methode (Deduktion) des Schließens postuliert.
Drei Beispiele:
Am kommenden Wochenende wird es schneien oder es wird nicht schneien.
Diese Aussage ist wahr, aber nicht widerlegbar. Somit sehr unbrauchbar für die Wissenschaft.
Alle Männer über 50 bekommen eine Glatze.
Diese Aussage ist falsch, beweisbar und kann mittels Beobachtungen widerlegt werden; es handelt sich somit um eine Theorie. Jedoch ist die Formulierung Männer über 50 haben im Durchschnitt häufiger eine Glatze als Männer unter 50 Jahren. sinnvoller, da die Sachverhalte eindeutig und klarer benannt werden.
Alle Schwäne sind weiß.
Diese Aussage ist an sich wahr, allerdings nicht beweisbar. Sobald irgendwo und zu irgendeiner Zeit ein schwarzer Schwan beobachtet wird, ist die Aussage widerlegt. Doch scheint es unmöglich alle Schwäne unserer Welt und aller Zeiten zu beobachten und darüber zu urteilen, ob es eben nur weiße Schwäne gibt.
Bitte schauen Sie sich dazu folgendes Video an:
![]() | Quellen: |
Längsschnittstudie
in Bearbeitung
Leitfadeninterview
in Bearbeitung
Literaturarbeit (als wissenschaftliche Textsorte)
in Bearbeitung
Materialismus (dialektischer)
Der dialektische Materialismus ist eine philosophische Strömung, die im 19. Jahrhundert durch Karl Marx und Friedrich Engels begründet wurde. Er ist ein Teilbereich des klassischen Marxismus. Im Gegensatz zur idealistischen Theorie von Friedrich Hegel - also der Geist bzw. die Idee als Ursprung aller natürlichen Phänomene - geht der Materialismus davon aus, dass die Materie der Ursprung ist, aus dem sich das Bewusstsein ableitet. Es soll folglich eine objektive Realität existieren, die nicht vom menschlichen Denken und Bewusstsein abhängig ist.
Der dialektische Materialismus wurde als theoretische Grundlage des Marxismus genutzt, um gesellschaftliche Phänomene und Entwicklungen zu erklären. Ausgehend von der dialektischen Methode Hegels (These – Antithese – Synthese) entwickelte der dialektische Materialismus ein Modell, das gesellschaftliche Gesetzmäßigkeiten abbilden sollte.
„Es ist nicht das Bewusstsein der Menschen, das ihr Sein, sondern umgekehrt ihr gesellschaftliches Sein, das ihr Bewusstsein bestimmt.“
[Karl Marx]
Der Philosoph Christian Weilmeier, der als Freelancer in den Bereichen Philosophie, Politik und Religion Beiträge veröffentlicht, erklärt in Kürze, was den dialektischen Materialismus ausmacht. SEhen Sie sich bitte dazu folgendes Video an.
![]() | Quellen und Literaturangaben: |
Messen
Messen ist ein Weg, um Merkmale zu quantifizieren. Eine Messung ist eine Zuordnung einer Zahl zu Merkmalen von Objekten bzw. Ereignissen. Beispielsweise werden jeweils von verschiedenen Gewichten (also Objekten) deren zahlenmäßiges Gewicht (zugeordnete Zahl) ermittelt. Die Gewichte werden mit einer Waage (Messinstrument) gewogen, es wird gemessen.
Merkmale von Objekten/ Personen | Messinstrument | Zugeordnete Zahl |
Gewicht | Waage | z. B. 500g |
Intelligenz | IQ-Test | z. B. IQ = 115 |
Aufregung | Anzahl der Atemzüge pro Minute zählen (Atemfrequenz) | z. B. 20 Atemzüge pro Minute |
Wichtig ist, dass die bestehende Relationen zwischen Objekten bzw. Ereignissen sich auf in den zugeordneten Zahlen widerspiegeln.
Noch ein Beispiel:
Ein kleiner Säugling, ein etwas größeres Kleinkind und ein großer Erwachsener sollen gemessen werden. Die bestehende Relation zwischen den Körpergrößen der drei Menschen ist: Säugling < Kleinkind < Erwachsenen. Diese Relation muss durch die Zahl, die das Messinstrument misst widergespiegelt werden. Zum Beispiel 60cm < 120cm < 180cm.
Jede Messung ist fehleranfällig. Eine Messung zu überprüfen ist daher eine Herausforderung, denn zufällige Fehler sind von systematischen (z. B. Halo-Effekt) zu unterscheiden.
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Metaphysik
Metaphysik meint die philosophische Erforschung bzw. Prüfung der Dinge, die jenseits der sinnlich erfahrbaren Welt liegen, also Ideen, Gott, Freiheit etc. Sie ist die Grunddisziplin der theoretischen Philosophie, welche sich mit den nicht erfahrbaren und nicht erkennbaren Dingen des Seins auseinandersetzt.
Das folgende Video beschreibt den Begriff der Metaphysik (in ca. 2:50 min):
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Methode
Unter wissenschaftlichen (Forschungs-)Methoden versteht man wissenschaftliche Vorgehensweisen, mit deren Hilfe Antworten (wissenschaftliche Erkenntnisse) auf Fragen (wissenschaftliche Fragestellungen) erlangt werden können. Methoden sind folglich eingebunden in einen wissenschaftlichen Problemlöseprozess mit dem Ziel der Generierung von Erkenntnissen (vgl. Hussy, Schreier & Echterhoff, 2010, S.7).
Es gibt eine Vielzahl von Methoden in der Wissenschaft. Unter anderem gibt es das induktive versus deduktives Vorgehen und den quantitativen versus qualitativen Weg. Einen weiteren methodischen Überblick finden Sie auch in der Abbildung auf der Seite „Die wissenschaftliche Methode" .
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Modell
Der Begriff Modell ist mehrdeutig und wird vielseitig verwendet: Es kann ein Abbild eines realen Objektes sein (z. B. Modelleisenbahn); genauso kann ein Modell auch ein System (z. B. das “Trichtermodell" aus der Sozialpsychologie) meinen.
Ein Modell vereinfacht etwas, abstrahiert und reduziert Komplexität, indem es lediglich die relevanten Aspekte zeigt.
(vgl. auch Theorie)
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Objektivität
Objektivität ist ein Gütekriterium zur Beurteilung der Qualität einer wissenschaftlichen Arbeit. Objektivität bedeutet, dass die gewonnenen Erkenntnisse unabhängig von subjektiven Einflüssen sind: Unabhängig davon, wer die wissenschaftliche Untersuchung durchführt (Durchführungsobjektivität), auswertet (Auswertungsobjektivität) und interpretiert (Interpretationsobjektivität), bleiben die Ergebnisse der Untersuchung dieselben (vgl. Berger-Grabner, 2016, S. 30).
Ein positives Beispiel (hohe Durchführungsobjektivität): Eine geeichte Waage. Die angezeigte Zahl auf der Waage ist unabhängig davon, welche Person ein Objekt abwiegt.
Ein negatives Beispiel (niedrige Auswertungs- und Interpretationsobjektivität): Ein gezeichnetes Bild eines Kindes soll Aufschluss über seine Persönlichkeit geben. Dieses Bild dahingehend objektiv auszuwerten und zu interpretieren wird nahezu unmöglich sein. Vermutlich werden in verschiedenen Auswertungen auch verschiedene Aussagen zustande kommen. Hier liegt demnach eine hohe Abhängigkeit von subjektiven Einflüssen vor.
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philosophische Arbeit
in Bearbeitung
Plagiat
Man spricht von einem Plagiat, wenn jemand Formulierungen, Ideen oder Arbeitsergebnisse in seinen Veröffentlichungen nutzt und als eigene ausgibt, die einer anderen Person oder Quelle zugeordnet werden können, ohne auf diese Quellen zu verweisen (Fishman, T., 2009, S. 5). Oftmals sind Plagiate Urheberrechtsverletzungen; in der Wissenschaft sind sie grundsätzlich verboten (siehe wissenschaftliches Fehlverhalten).
Weitere Informationen dazu finden sich im ILIAS-Lernmodul zum "Urheberrecht".
![]() | Quellen und Literaturempfehlungen |
Platon
Platon (ca. 428/427 - 348/347 v. Chr.), griechischer Philosoph, Begründer der abendländischen Philosophie und Lehrer von Aristoteles.
Er selbst war ein Schüler des Sokrates, welcher nachhaltigen Einfluss auf ihn ausübte. In seinen Werken beschrieb Platon das Denken und Wirken des Sokrates, größtenteils in Dialogform, entwickelte aber zunehmend eigene Ideen. Platon tritt in seinen Werken stets hinter die Figuren zurück, sodass die Abgrenzung zwischen ihm als Philosophen bzw. Autor und Sokrates grundsätzlich schwierig ist. Ziel seines Philosophierens ist es, wahres Wissen zu erlangen - also Wissen “als wahre, mit Begründung versehene Meinung" (vgl. Fülbier 2004, S. 266) - und letztendlich Richtlinien für eine gute Lebensführung daraus abzuleiten.
“Denken was wahr, und fühlen was schön, und wollen was gut ist:
darin erkennet der Geist das Ziel des vernünftigen Lebens.”
[Platon]
Bekannt ist Platon für seine Ideenlehre, er prägte den Begriff der Metaphysik: In seinen Theorien geht er davon aus, dass es zwei „Welten“ gibt – eine materielle, sinnlich erfassbare, die räumlich und zeitlich begrenzt ist, sowie eine immaterielle, ewige und unendliche, sogenannte „Ideenwelt“, die hinter der sinnlichen Erfahrung steht. Nach Platon ist echte Erkenntnis nur möglich, wenn sich der Mensch mittels der dialektischen Methode (Entwicklung von Theorien durch gezieltes Fragen und Infragestellen von bestehenden Annahmen) von seiner Wahrnehmung abwendet und durch das rein abstrakte Denken auf die Welt der Ideen schließt. Er geht von einer unsterblichen Seele aus, die vor der Geburt die Ideen kannte, diese daraufhin jedoch wieder vergaß. Folglich ist der Lernprozess nach Platon ein Wiedererinnern an die Ideenwelt durch die Seele des Menschen. Platon stellte seine Theorien öfter metaphorisch in Gleichnissen dar, wie zum Beispiel das bekannte Höhlengleichnis seine Erkenntnistheorie abbildet.
Alex Gendler erklärt auf TED-Ed auf sehr anschauliche Weise das Höhlengleichnis Platons (am 17.03.2015 veröffentlicht); wir empfehlen dieses Video:
In der Sendung Denker des Abendlandes des Bayerischen Rundfunks spricht Harald Lesch mit Wilhelm Vossenkuhl über Platon (ca. 30 min). Sehen Sie sich gerne das folgende Video an und erfahren Sie mehr über Platon:
![]() | Quellen und Empfehlungen: |
Popper, Karl
Der österreichisch-britischer Philosoph und Wissenschaftstheoretiker Karl Popper (1902 in Wien - 1994 in London) gilt als der Begründer des kritischen Rationalismus.
Im 20. Jahrhundert erklärte Karl Popper, dass man Theorien lediglich widerlegen kann: Jeder Versuch, der zum erwarteten Ergebnis führt, stützt eine Theorie, doch nur ein gescheitertes Experiment kann sie zum Einstürzen bringen. Der Begriff der Falsifikation wurde geprägt, also die Strategie, wissenschaftlichen Theorien stets kritisch gegenüberzustehen und versuchen, sie zu widerlegen.
Karl Popper vertrat in sämtlichen Wissenschaftsdisziplinen die Meinung gegen einen positivistischen Standpunkt; er war in der Politik für liberale Ideen und gegen autoritäre Systeme.
Das folgende Video beinhaltet Originalbeiträge von Karl Popper und zeigt das Prinzip der Falsifikation (3sat, 2015):
"Durch unser Wissen unterscheiden wir uns nur wenig,
in unserer grenzenlosen Unwissenheit aber sind wir alle gleich."
[Karl Raimund Popper]
![]() | Quellen und Empfehlungen: |
Positivismus
Spekulationen, Überlegungen, Ideen oder Informationen, die nicht mit den verfügbaren Methoden bestätigt bzw. zurückgewiesen (falsifiziert) werden können, gelten als nicht wissenschaftlich.
Zwei zentrale Ideen stecken hinter der Denkweise des Positivismus:
- Theorien müssen auf Grundlage von Daten überprüft werden; am besten geschieht dies durch strukturierter Datenerhebung (Messen, Wiegen, Zählen), so dass man sich besser an die Realität annähern kann. Heute erscheint uns diese Vorgehensweise (meist) als selbstverständlich, doch wurde vor dem Positivismus oft wild über Wahrheit und Wissenschaft spekuliert, es wurden kuriose Theorien aufgestellt.
- Theorien sind nur dann wissenschaftlich, wenn sie überprüfbar (vgl. Verifikation) sind. In der Metaphysik lässt sich kaum etwas überprüfen, daher ist sie auch keine Wissenschaft.
![]() | Weiterführende Quellen: |
praktische (bzw. angewandte) Arbeit
in Bearbeitung
Qualitative Forschung
Die qualitative Forschung verwendet sinnverstehende, interpretative, offene (also nicht standardisierte) Verfahren. Es geht in erster Linie um das Beschreiben, Interpretieren und Verstehen von Zusammenhängen, die Aufstellung von Klassifikationen oder Typologien oder die Generierung von Hypothesen.
Oft werden qualitative Vorgehensweisen verwendet, um neue Forschungsfragen zu generieren und neue Themengebiete zu erschließen. Da sie also weniger zum Testen von Hypothesen, sondern eher für die Entwicklung von Hypothesen geeignet sind, sind sie eng verbunden mit dem induktiven Erkenntnisgewinn (vgl. Berger-Grabner, 2016, S. 117).
Der gegensätzliche Forschungsansatz ist die quantitative Forschung.
Hier ein Beispiel:
Bisher existiert kaum Forschung zur Didaktik in der Hochschullehre. Es können noch keine Hypothesen generiert werden, wie Hochschullehre gestaltet sein sollte, damit die Studierenden gut lernen können. Um in diesem bisher wenig ergründeten Themengebiet zu forschen, verwendet man qualitative Forschungsverfahren: man führt offene Interviews mit Studierenden, fragt sie offen nach ihren Wünschen, Meinungen und Erfahrungen. Die Antworten werden anschließend sinnverstehend interpretiert.
Beispielverfahren: Leitfaden-Interview, teilnehmende Beobachtung, Gruppendiskussion
![]() | Quellen: |
Quantitative Forschung
Die quantitative Forschung verwendet objektiv messende (standardisierte) Verfahren. Quantitative Methoden eignen sich durch die standardisierte Vorgehensweise und die meist großen Stichproben zur objektiven Messung von Sachverhalten, zum Testen von Hypothesen und zur Überprüfung statistischer Zusammenhänge, aber auch für wiederkehrende Fragestellungen, bei denen Ergebnisse verschiedener Zeitpunkte verglichen werden sollen. Quantitative Verfahren werden meist im Zusammenhang mit dem deduktiven Erkenntnisgewinn verwendet (vgl. Berger-Grabner, 2016, S.117).
Der gegensätzliche Forschungsansatz ist die qualitative Forschung.
Ein Beispiel:
Bisherige Forschung ergab, dass Studierende unzufrieden mit den Frontal-Vorlesungen sind und sich Diskussionsrunden wünschen. Ob Diskussionsrunden bei den Studierenden tatsächlich mehr Zufriedenheit und Lernerfolg hervorrufen als Frontal-Vorlesungen, soll nun eine quantitative Untersuchung zeigen: Im Anschluss an die Frontal-Vorlesung und Diskussion erhalten die Studierenden jeweils einen Multiple-Choice-Lerntest und einen Fragebogen zur Zufriedenheit, der geschlossene Fragen beinhaltet (z. B. „Es hat mir Freude bereitet, in der Unterrichtseinheit mitzudenken“ von „0 = gar nicht“ bis „5 = sehr“). Nach der Datenerhebung werden die Daten quantitativ ausgewertet: der durchschnittliche Lernerfolg nach einer Frontal-Vorlesung wird mit dem durchschnittlichen Lernerfolg nach der Diskussion verglichen (analog mit Zufriedenheit).
Beispielverfahren: Deskriptive Auswertungsverfahren (z. B. Mittelwert, Varianz), Inferenzstatistische Auswertungsverfahren (z. B. Regressionsanalyse, t-Test), standardisierte Schulleistungstests, Experimente, standardisierte Fragebögen
![]() | Quellen: |
Quellenarbeit (als wissenschaftliche Textsorte)
in Bearbeitung
Querschnittstudie
Bei einer Querschnittsstudie gibt es eine einmalige, gleichzeitige Messung von allen für das Forschungsvorhaben relevanten Merkmalen. Es wird also eine „aktuelle Bestandsaufnahme“ in einer Stichprobe vorgenommen. Das methodische Gegenstück zur Querschnittsstudie ist die Längsschnittstudie. | ![]() Querschnitt. cc-by-makamuki0 (Quelle: pixabay.com) |
![]() | Beispiel: |
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Quintilian
in Bearbeitung
Reliabilität
Reliabilität ist ein Gütekriterium zur Beurteilung der Qualität einer wissenschaftlichen Arbeit. Reliabilität bezeichnet die formale Genauigkeit wissenschaftlichen Arbeitens. Die Ergebnisse einer wissenschaftlichen Untersuchung sind dann reliabel, wenn sie frei von Zufallsfehlern sind, d. h., wenn bei Wiederholung der wissenschaftlichen Untersuchung unter gleichen Rahmenbedingungen das gleiche Messergebnis erzielt wird (vgl. Berger-Grabner, 2016, S. 30).
Positives Beispiel (hohe Reliabilität):
Eine geeichte Waage. Die wiederholte Messung eines Gegenstandes sollte bei allen Wiederholungen dieselbe Zahl anzeigen, weil das Messinstrument eine hohe Genauigkeit aufweist.
Negatives Beispiel (niedrige Reliabilität):
Ich erstelle einen Intelligenz-Test. Ich untersuche meine Stichprobe mehrmals und stelle fest, dass sich die Messwerte pro Person über die Wiederholungen stark verändern (sowohl zu- als auch abnehmen). Intelligenz ist jedoch ein stabiles, überdauerndes Merkmal. Mein Intelligenz-Test hat Intelligenz nicht reliabel erfasst.
![]() | Quelle: |
Scholastik
Der Begriff der Scholastik stand im Laufe der Zeiten für unterschiedliche Dinge. Heute wird er überwiegend für eine bestimmte Art der Beweisführung genutzt, die sich im Mittelalter großer Popularität erfreute und das mittelalterliche Weltbild stark prägte.
Allgemein ordnet man die Scholastik zwischen dem 11. und dem 14. Jahrhundert ein; Vertreter waren z. B. Anselm von Canterbury, Albertus Magnus oder Thomas von Aquin.
Grundlage und Auslöser der scholastischen Methode waren die Kommentierungen des arabischen Gelehrten Averroës zum Werk des Aristoteles, was zu dessen schneller Verbreitung in Zentraleuropa führte. Aristoteles hatte einen sehr großen Einfluss auf die Scholastik. Aufbauend auf seiner Argumentationstechnik der Dialektik versuchten Theologen wie Albertus Magnus, eine Methode der Beweisführung zu entwickeln: Logisches Denken und christliche Lehre sollten miteinander verknüpft werden, um Fragen zu unterschiedlichen Glaubensinhalten möglichst plausibel zu beantworten. Zentral waren die Fragen nach der Natur Gottes, dem Wesen des Guten oder dem Sinn der Welt. | ![]() Foto: Monastery von Free-Photos. cc-by (Quelle: pixabay.com) |
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Sokrates
Sokrates (ca. 469/468 bis 399 v. Chr.) war ein griechischer Philosoph und gehörte zu den einflussreichsten Persönlichkeiten der Philosophiegeschichte. Er gilt als Begründer der abendländischen Philosophie, obwohl er weder etwas geschrieben, Theorien entwickelt und noch eine Schule gegründet hat.
Inhaltlich widmete sich Sokrates hauptsächlich der Ethik, genauer der Frage, was das Gute sei und wie man ein tugendhaftes Leben führen könne. Allerdings glaubte er gleichzeitig daran, dass diese Frage niemals endgültig und absolut beantwortet werden könne; dies stünde allein den Göttern zu. Er war davon überzeugt, menschliches Wissen könne lediglich in einer partiellen und vorläufigen Form existieren.
“Dieser meint etwas zu wissen, obwohl er nicht weiß, ich aber, der ich nichts weiß, glaube auch nicht zu wissen.
Ich scheine also um dieses wenige doch weiser zu sein als er, weil ich, was ich nicht weiß, auch nicht glaube zu wissen.”
[Sokrates, Quelle: Platon, Apologie des Sokrates, entstanden um 395 v. Chr.]
Um der Antwort auf diese Fragestellung zumindest näherzukommen, bediente Sokrates sich einer ungewöhnlichen Methode (er nannte sie “Maieutik” = Hebammenkunst). Anstatt wie andere Gelehrte seiner Zeit Traktate oder ähnliche Schriften zu verfassen, verwickelte er seine Mitbürger an öffentlichen Plätzen in Zwiegespräche, bei denen er größtenteils Fragen stellte und nur wenig selbst präsentierte, dafür umso mehr das vermeintliche Wissen seines Gegenübers durch strategische Fragen dekonstruierte (der sogenannte sokratische Dialog, der vor allem durch Platon überliefert wurde). Seine Art der Argumentation war oft spöttisch oder überlegen, sodass er bereits zu Lebzeiten als kontroverse Persönlichkeit bekannt war. Wahrscheinlich trug auch dies dazu bei, dass er im Jahr 399 v. Chr. öffentlich angeklagt wurde, gottlos zu sein und die Jugend zu verderben. Noch im selben Jahr wurde er durch das Trinken des Schierlingsbechers hingerichtet.
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Solipsismus
Die Lehre vom "Alleinsein des Ichs" bezeichnet man als Solipsismus. Der Solipsist ist der Ansicht, dass lediglich sein individuelles Ich und sein psychischer Zustand sowie seine psychischen Prozesse (eigene Wahrnehmung, eigene Gedanken und Empfindungen) existieren. Die Außenwelt gibt es nur in der Vorstellung seines Ichs.
Der Solipsist würde z. B. sagen:
"Ich nehme an, dass nichts existiert, nur ich und meine Gedanken. Alles, was ich jetzt tue, passiert nur in meinem Bewusstsein und Geist."
Normalerweise haben wir im Alltag kaum mit Solipsismus zu tun, denn wir nehmen unsere Mitmenschen und unsere Umwelt als real wahr. Und dennoch, die Denkweise ist interessant, denn wir können nicht beweisen, dass wir die einzigen bewussten Wesen sind.
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Stichprobe
Um zu verstehen, was unter einer Stichprobe verstanden wird, ist es wichtig, zu wissen, was die Grundgesamtheit bzw. Population ist. Unter der Grundgesamtheit bzw. Population versteht man die Menge aller potenziellen Untersuchungsobjekte für eine gegebene Fragestellung. Oft ist die Grundgesamtheit jedoch so groß, dass sie nicht vollständig untersucht werden kann (z. B. alle Studenten in Deutschland, alle Affen Asiens). Deshalb beschränkt man sich für seine Untersuchung oft auf einen Teil der Grundgesamtheit, die Stichprobe.
Unter einer Stichprobe versteht man also eine Teilmenge aus einer Grundgesamtheit (z. B. einen Teil der Studenten der MLU, die Affen aus dem Leipziger Zoo) (vgl. Hussy, Schreier & Echterhoff, 2010, S.112 und Berger-Grabner, 2016, S.114).
Beispiel:
Für eine Handy-Studie wurden als Zielpopulation (Grundgesamtheit) alle Studenten in Deutschland festgelegt. Der Onlinefragebogen wurde per E-Mail an 2000 Studenten in ganz Deutschland verschickt. Davon haben 273 Personen den Fragebogen ausgefüllt und retourniert. Die aus der Grundgesamtheit gezogene Stichprobe umfasste somit 273 Studenten.
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Systematik
Eine Systematik ist eine planmäßige, einheitliche Darstellung nach bestimmten Ordnungsprinzipien. Sie ermöglicht es uns, eine größere Menge an Informationen auf eine geeignete Art und Weise zu verdichten. Eine Systematik kann über eine bestimmte Gruppe von Objekten allgemeine Aussagen treffen: In der Chemie gibt es Gruppen von Stoffen (z. B. Säuren), die gemeinsame Eigenschaften besitzen. Auch in der Biologie gibt es Systematik, wie das folgende Video zeigt:
Wissenschaftlich arbeiten heißt immer auch nachvollziehbar und systematisch zu arbeiten. Das Thema seiner Arbeit sollte klar definiert sein, Begriffe müssen sorgfältig verwendet werden, eine Hypothese bzw. eine Fragestellung sollte konkret formuliert sein. Dies verlangt Systematik.
Auch das Schreiben des Textes selbst erfordert Systematik, denn die Literaturrecherche, die Verwaltung von Materialien und deren Auswertung (ggf. in Datenbanken) sollte geordnet und nach System geschehen.
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Textanalyse
Es gibt nicht die eine Textanalyse, sondern vielmehr verschiedene textanalytische Verfahren. Die textanalytischen Verfahren befassen sich mit der systematischen Erhebung und Auswertung von Texten aller Art. Dies können zum Beispiel Tagebücher, Schulbücher, Magazine, Tageszeitungen, diverse Anzeigen, Kochbücher, Werbung, historische Texte u.v.m. sein (vgl. Berger-Grabner, 2016, S.144).
In einer Textanalyse kann man sich je nach Forschungsfrage mit der Verwendung der Sprache (linguistisch versus Datenbank) beschäftigen oder auf den Inhalt (empirisch/quantitativ versus hermeneutisch/qualitativ) eines Textes beziehen.
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Theaitetos
Theaitetos ist ein Werk des Philosophen Platon; es handelt von einem fiktiven Dialog zwischen Platons Lehrer Sokrates und den zwei Mathematikern Theaitetos und dessen Lehrer Theodoros von Kyrene. Dieses Gespräch beinhaltet Fragen der Erkenntnistheorie: Was ist Erkenntnis? Was ist wahres Wissen? Was ist der Unterschied zwischen wahren sicherem und wahren unbewiesenen Wissen?
Im folgenden Video sehen Sie einen Auszug aus dem Gespräch zwischen Theaitetos und Sokrates (von Phil Williams, 2010, Dauer: ca. 2 min).
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Theorie
Eine Theorie ist eine aus menschlichen Denkleistungen hervorgegangene Wissenseinheit bzw. ein Aussagesystem, in der Hypothesen etwas über eine Beziehung und über Wirkungen von "Tatsachen" aussagen. Eine Theorie fasst die Gesamtheit des gewonnenen Wissens aus Überlegungen, Berechnungen, Beobachtungen und Experimenten zusammen und stellt die derzeit beste Annäherung eines Faches an einen Ausschnitt der Wirklichkeit dar. Die Hypothesen einer Theorie stehen in einem Zusammenhang zueinander.
Mit einer Theorie wird versucht, einen Sachverhalt oder gesellschaftliche Zusammenhänge zu erklären, zu beschreiben oder vorherzusagen.
In diesem Zusammenhang werden Kerntheorien von Hilfstheorien unterschieden: Kerntheorien beinhalten einen Kern (den Inhalt), der von Hilfstheorien umgeben ist. Hilfsheorien problematisieren die Genauigkeit der empirischen Daten (z. B. Testtheorie, Messtheorie, Operationlsierungstheorie).
Eine Theorie muss logisch konsistent, widerspruchslos und informativ sein und bestimmte Korrespondenzregeln in sich tragen.
Ist eine Theorie nicht haltbar (z. B. aufgrund von Widersprüchen), besteht die Möglichkeit, diese Theorie zu modifizieren, quasi zu "retten". Man kann so den "wenn ...."-Teil um mehrere "und"-Komponenten erweitern. Diesen Prozess nennt man Exhaustion.
(vgl. auch Modell und Theorie)
"Die Theorie ist das Netz, das wir auswerfen, um die Welt einzufangen, sie zu rationalisieren, zu erklären und zu beherrschen."
[Karl Popper (1966), Logik der Forschung]
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Theoriearbeit (als wissenschaftliche Textsorte)
in Bearbeitung
These
Die Darstellung einer (zugespitzten) Behauptung nennt man These. Ob diese Aussage wahr oder unwahr ist, ist zunächst noch nicht geklärt. Die These braucht eine argumentative Begründung, so dass eine Diskussion darüber möglich ist. Es sollte zudem möglich sein, eine sinnvolle Gegenthese zu formulieren.
Beispiel für eine schlechte These:
„Durch die nationalsozialistische Herrschaft sank das Ansehen Deutschlands in der Welt.“
Beispiel für eine bessere These:
„Das Ansehen Deutschlands ist in faschistoiden Staaten wegen der nationalsozialistischen Herrschaft gestiegen.“
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Übersichtsarbeit
in Bearbeitung
Untersuchungsform
Die Untersuchungsform (Forschungsdesign) ist der grobe Rahmen, in welchem die Untersuchung stattfinden soll. Darunter fällt der zeitliche Aspekt der Datenerhebung. Es kann eine Querschnittserhebung (d. h. eine einmalige punktuelle Erhebung) oder eine Längsschnitterhebung (d. h. eine Erhebung zu mehreren Zeitpunkten) gewählt werden.
Beispielsweise kann mit einem Fragebogen die Stimmung von Studierenden einmalig erfasst (Querschnittserhebung) oder im Sommer-, sowie im Wintersemester und in den vorlesungsfreien Zeiten erhoben (Längsschnitterhebung) werden.
Auch ist zu überlegen, ob es neben der eigentlichen Experimentalgruppe auch eine Kontrollgruppe geben soll. Dies ist zum Beispiel gängig in der medizinisch-pharmakologischen Forschung: Eine Gruppe bekommt ein Medikament (Experimentalgruppe) und eine Gruppe bekommt ein Placebo (Kontrollgruppe). Die Kontrollgruppe ist wichtig, um eine Aussage darüber treffen zu können, ob das Medikament in der Experimentalgruppe eine Wirkung hatte. Wenn sowohl die Experimental- als auch die Kontrollgruppe eine Besserung merken, ist diese nicht auf die Medikamentenwirkung, sondern auf psychische Faktoren zurückzuführen. Ohne die Kontrollgruppe hätte man dies nicht erkannt.
Die Aufteilung in Experimental- und Kontrollgruppe ist ein zentrales Kennzeichen von Experimenten. Für viele Fragebogenerhebungen ist die Einteilung nicht relevant.
Anmerkung: Manche Autoren fassen „Untersuchungsform“ breiter auf und meinen hiermit sämtliche konkrete Untersuchungsmethoden (z. B. Experiment im Labor, Vorexperiment, Feldstudie, Quasiexperiment etc.) (vgl. Hussy, Schreier & Echterhoff, 2010, S.135).
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Urheber
Für den Begriff Urheber gibt es verschiedene, sich oftmals überschneidende Definitionsansätze. Juristisch wird der Urheber in § 7 des Urheberrechtsgesetzes als "Schöpfer des Werkes" definiert. Urheber in diesem Sinne ist folglich jede natürliche Person, die eine sinnlich wahrnehmbare Schöpfung hervorgebracht hat. Die allgemeine, nicht-juristische Definition hingegen fasst den Begriff der Urheberschaft weiter: So kann jemand, der beispielsweise eine bestimmte Situation nur verursacht hat, ebenfalls als Urheber bezeichnet werden.
Bitte sehen Sie sich dazu unbedingt im LLZ-Wiki die detaillierte Definition (inkl. Beispiele) zum "Urheber" an. Zudem finden sich weitere Ausführungen im ILIAS-Lernmodul [could not resolve link target: il_2535_st_73975] .
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Validität
Validität ist ein Gütekriterium zur Beurteilung der Qualität einer wissenschaftlichen Arbeit. Unter Validität wird die Gültigkeit einer Forschungsarbeit und -methode verstanden, die dann gültig (valide) ist, wenn inhaltlich auch tatsächlich das behandelt wird, was das Thema und die Forschungsfrage vorgibt.
Zum Beispiel bedeutet dies in einer theoretischen Arbeit, dass nur jene Inhalte aufgenommen werden sollen, die zur Beantwortung der Forschungsfrage notwendig sind (und alles andere wegzulassen). Für eine empirische Untersuchung überprüft man sein Messinstrument (Fragebogen, Beobachtungsleitfaden, etc.) dahingehend, ob durch das Instrument wirklich das erfasst wird, was erfasst werden soll. Ein Fieberthermometer ist zwar ein objektives und reliables Messinstrument. Für die Messung von Intelligenz ist es jedoch nicht valide (vgl. Berger-Grabner, 2016, S.30).
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Variable
Hier ein Beispiel:
Variable: Geschlecht
Merkmalsausprägungen: männlich / weiblich
Arten von Variablen:
- nach Art der Merkmalsausprägung: diskret (endlich) vs. stetig (unendlich) und dichotom (d. h. genau 2 Ausprägungen, z. B. Geschlecht) vs. polytom (z. B. Einkommen)
- nach empirischer Zugänglichkeit: manifest (direkt beobachtbar, z. B. Körpergröße) vs. latent (schwierig zugänglich, z. B. politische Einstellung)
- nach Stellenwert für die Untersuchung: Kontroll- vs. Störvariable, unabhängige (verursachend) vs. abhängige (bewirkend), Moderator (Drittvariable) vs. Mediator
- quantitative (z. B. Alter, Noten, Zeit, Einkommen) vs. qualitative (z. B. Beruf, Religionszugehörigkeit, Hobbies)
- nach Anzahl der Ausprägungen: kategoriale (begrenzte Anzahl, also Kategorien, z. B. Schulabschluss) vs. kontinuierliche Variablen (z. B. Einkommen)
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Verifikation
Wenn eine Hypothese, die man aufgestellt hat, in einer wissenschaftlichen Untersuchung überprüft wird, können die Befunde der wissenschaftlichen Untersuchung entweder im Einklang oder nicht im Einklang mit der Hypothese stehen. Für den Fall, dass die Hypothesen im Einklang mit den Ergebnissen stehen, spricht man von einer „Verifikation der Hypothese“ (Gegenteil: Falsifikation). Dies bedeutet jedoch nicht, dass die Hypothese allgemein wahr ist, sondern vielmehr, dass sie sich zunächst unter den spezifischen Bedingungen der Untersuchung bewähren konnte (vgl. Hussy, Schreier & Echterhoff, 2010, S. 32).
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von Aquin, Thomas
Der italienische Dominikaner und einflussreiche Philosoph und Theologe Thomas von Aquin (1225 - 1274) war im Mittelalter Hauptvertreter der Scholastik. Gegen den Willen seiner wohlhabenden Familie trat er dem Bettelorden der Dominikaner bei und veröffentlichte eine große Anzahl an theoretischen Schriften. In seiner Erkenntnistheorie definierte er die Wahrheit: Gegenstand und Verstand stimmen überein (Adaequatio rei et intellectus).
“Das Geringste an Erkenntnis, das einer über die erhabensten Dinge zu gewinnen vermag,
ist ersehnenswerter als das gewisseste Wissen von den niederen Dingen.”
[Thomas von Aquin]
Während die bis dahin vorherrschende Kirchenlehre des Augustinus das Christentum im Licht von Platons Werken interpretierte, widmete sich Thomas von Aquin lieber dem Studium der Schriften des Aristoteles, zu denen er zahlreiche Kommentare verfasste. In seinem Wirken verband er die christliche Theologie mit der aristotelischen Philosophie. Durch seine Methode, den christlichen Glauben mithilfe der Logik und Vernunft zu erforschen, gab von Aquin der Theologie einen wissenschaftlichen Charakter.
Zudem verfasste Thomas von Aquin in den Gebieten der Ethik, Metaphysik oder Staatslehre einflussreiche Werke.
1323 wurde er durch Papst Johannes XXII. heiliggesprochen, 1879 wurden seine Lehren sogar zur offiziellen Philosophie der katholischen Kirche erklärt.
Im folgenden Video sehen Sie die Sendung Denker der Abendlandes des Bayrischen Rundfunks (BR); Harald Lesch und Wilhelm Vossenkuhl reden über Höhepunkte des christlichen Mittelalters, über die Hochscholastik sowie dessen Anfang und Einflüsse. Dabei kommen sie auch auf Albertus Magnus und Thomas von Aquin zu sprechen.
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Wahrheit
Eine einheitliche und universelle Definition für den Begriff der Wahrheit ist schwer oder sogar unmöglich zu finden, da "Wahrheit" für jeden etwas anderes bedeutet und je nach Situation anders genutzt wird. Und genau dies kann ein Merkmal sein. Im alltäglichen Gebrauch ist beispielsweise das wahr, das wirklich und richtig erscheint, also nicht falsch ist.
Die große Frage danach, was "die Wahrheit" ist und ob sie überhaupt je gefunden werden kann, ist seit jeher ein zentrales Thema der Philosophie. Auch dort finden sich zahlreiche unterschiedliche Definitionsansätze. So kann man bereits auf zwei verschiedene Arten nach der Wahrheit fragen. Die Frage "Was ist die Wahrheit?" impliziert, dass es "die eine" unabhängige Wahrheit gibt, deren Wesen erforscht werden muss. Man kann aber auch fragen: "Was versteht man unter dem Begriff der Wahrheit?" Diese Frage funktioniert unabhängig davon, ob "die eine Wahrheit" existiert oder nicht; sie fragt nur nach der Verwendung des Begriffes.
Die Wahrheit ist einer der fundamentalsten Begriffe der Philosophie. Es gibt kaum einen Begriff, der ihr noch übergeordnet ist (selbst wenn ein solcher gefunden werden könnte, wäre dessen Bedeutung noch abstrakter und nochmals schwerer zu definieren). Dies trägt dazu bei, dass die Wahrheit sich kaum definieren lässt, wo es doch bei Definitionen eine übliche Methode ist, den zu erklärenden Begriff in eine Kategorie unter einen Oberbegriff einzuordnen und ihn von anderen Begriffen in derselben Kategorie negativ abzugrenzen.
- Der ontische Wahrheitsbegriff/die Tatsachenwahrheit: Hier wird davon ausgegangen, dass eine bestimmte Wirklichkeit objektiv existiert - unabhängig davon, ob sie von jemandem wahrgenommen wird oder nicht.
- Der idealistische/logische Wahrheitsbegriff: Als Gegenentwurf zur ersten Ansicht wird hier das Subjekt als zentral angesehen, von dem alles andere abhängt. Als wahr oder wirklich wird also das erkannt, das durch den persönlichen "Filter" passt.
- Der vermittelnde Wahrheitsbegriff: Hier wird von einer Gleichwertigkeit der objektiven und der subjektiven Seite ausgegangen. Das zu Erkennende und das Erkennende bedingen sich gegenseitig und korrespondieren miteinander.
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Werk
Als Werk wird im Allgemeinen das geschützte bzw. eine schützbares Produkt einer künstlerischen oder handwerklichen Tätigkeit verstanden.
Im Urheberrecht ist der Begriff von zentraler Bedeutung, da dort gerade Werke geschützt werden sollen. Die Legaldefinition findet sich in § 2 Abs. 2 UrhG und benennt als Werke solche Gegenstände, die von einem Menschen stammen. Weiterhin ist erforderlich, dass sie einen gewissen ideellen Inhalt aufweisen, der sich sinnlich wahrnehmbar in dem Werk manifestiert. Der Urheber muss sich bewusst für eine individuelle Form der Gestaltung entschieden haben, um das Werk zu schaffen.
Nähere Erläuterungen dazu finden sich in dem ILIAS-Lernmodul zum [could not resolve link target: il_2535_st_73975] .
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Wissenschaftliches Fehlverhalten
Unter dem Begriff Wissenschaftliches Fehlverhalten, der durch die Hochschulrektorenkonferenz definiert wurde, werden mehrere Verhaltensweisen zusammengefasst, die mit einer angemessenen wissenschaftlichen Arbeitsweise nicht vereinbar sind. Es liegt vor, wenn in einem wissenschaftlichen Kontext bewusst oder grob fahrlässig falsche Angaben gemacht werden, das geistige Eigentum anderer Personen beeinträchtigt wird oder deren Forschungsarbeit auf andere Weise negativ beeinflusst wird (Quelle: Verfahrensordnung DFG/entsprechende Satzung der Uni Halle).
Das wohl bekannteste Beispiel ist das Plagiat. Allerdings fallen auch die Verfälschung von Ergebnissen, die unerlaubte Veröffentlichung oder Beseitigung von Daten und die Beschädigung oder Zerstörung von Forschungsmaterial unter diesen Begriff. Wer solche Handlungen vorsätzlich oder grob fahrlässig vornimmt, hat Sanktionen gemäß der jeweils geltenden Verfahrensordnung zum Umgang mit wissenschaftlichem Fehlverhalten zu erwarten. Bei der Bewertung solcher Fälle soll jedoch stets auch der konkrete Einzelfall berücksichtigt werden.
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Wissenschaftstheorie
Die Wissenschaftstheorie betrachtet die Wissenschaft auf einer Meta-Ebene und das, „was Wissenschaft ist und sein könnte“ (vgl. Kornmeier). Während in den einzelnen Disziplinen der Wissenschaft konkrete Fragestellungen beantwortet werden (z. B. „Was ist ein Atom?“ oder „Wie ist der menschliche Körper aufgebaut?“), beschäftigt sich die Wissenschaftstheorie mit dem „Wie“ des wissenschaftlichen Arbeitsprozesses (z. B. „Wie kommt die Antwort auf die wissenschaftliche Fragestellung zustande?”). Es werden Aussagen formuliert, u. a. über die Einteilung der Wissenschaften überhaupt, über die Voraussetzungen sowie Ziele und Ergebnisse der einzelnen Wissenschaften. Die Wissenschaftstheorie untersucht dabei die Methoden und Sprachen, Begriffe und Strukturen, die dazu führen, dass etwas als wissenschaftlich angesehen wird. | ![]() cc by Janko Ferlic |
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Zeitmanagement
Zeitmanagement ist eine Methode der Zeiteinteilung mit dem Ziel, vorhandene Zeit möglichst effektiv und sinnvoll zu nutzen.
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