Technische Umsetzungen und Erfahrungen an der JLU Gießen
Erfahrungen
Seit Einführung der E-Klausuren an der JLU Gießen klafft eine Lücke zwischen einer sehr hohen Nachfrage und einem eingeschränkten Angebot. Die JLU verfügt nicht wie einige andere Hochschulen über ein eigenes Test- oder Klausurcenter bzw. einen für diesen Zweck eingerichteten Raum. Aus diesem Grunde ist seit Jahren Improvisation gefragt. Lange konnten nur mehr oder weniger große Computerräume für einzelne Klausuren "zweckentfremdet" werden.
Aktuelle Lage

Die Lage hat sich mit der Anschaffung eines Notebookpools im Jahre 2013 zwar verbessert, das grundsätzliche Problem, dass es keinen dezidierten Raum für die E-Klausur-Nutzung gibt, bleibt damit jedoch bestehen. Potentielle Räume müssen im Vorfeld eingehend mit Experten dahingehend begutachtet werden, ob eine E-Klausur-Durchführung in Frage kommt, es muss beurteilt werden, ob eine sichere Nutzung hinsichtlich Daten- und Stromnetz, Unfallgefahren durch Stolperfallen etc. gegeben ist. Häufig lassen sich manche Informationen auch erst durch aufwändiges Testen, manchmal aber auch gar nicht zuverlässig gewinnen.
Ist ein geeigneter Raum gefunden, so ist die Nutzung meist dadurch eingeschränkt, dass die Notebooks nur ausnahmsweise über einen längeren Zeitraum aufgebaut bleiben können. Die dadurch notwendige Zwischenlagerung und der somit erforderliche Transportaufwand muss ebenso bedacht werden.
Die prinzipielle Mobilität des Notebookpools samt Zubehör wird durch die beschriebenen Schwierigkeiten natürlich erheblich eingeschränkt.
Perspektive
2013: Bewährt hat sich die Nutzung eines Mikroskopiersaals für E-Klausuren. In diesem Raum sind alle Plätze mit Steckdosen versehen, außerdem kann ein Mittelgang für die Verlegung der Netzwerkkabel genutzt werden. In diesem Saal können zudem alle 100 Geräte aufgebaut und genutzt werden. In der vorlesungsfreien Zeit können die Notebooks zudem teilweise für mehrere Tage oder auch Wochen an den Plätzen verbleiben, so dass der Aufwand für die Klausurdurchführung damit dramatisch sinkt.
2015: Der große Hörsaal im Neubau der Chemie soll mit Steckdosen und Netzwerkdosen an 150 Plätzen für E-Klausuren ausgestattet werden, auch hierdurch sinkt der Aufbauaufwand erheblich. Allerdings ist der Aufbau des Hörsaals (ansteigend) schlechter für ein E-Klausur-Szenario geeignet, da es hierdurch wesentlich einfacher ist, von den oberen Reihen die Bildschirme der unteren Reihen einzusehen.
E-Klausuren mit dem Notebookpool sind praktisch nur in der vorlesungsfreien Zeit möglich. Die meist tradierten Klausurzeiträume in den letzten beiden Wochen des Semsters oder auch Zwischenprüfungen laufen dem natürlich zuwider. Die Verlagerung der Prüfungszeiträume ist eine wenig beliebte, aber mögliche Option. Wünschenswert wäre jedoch langfristig ein eigens für E-Klausuren ausgestattetes Gebäude oder entsprechende Räumlichkeiten, wie sie an vielen Hochschulen mittlerweile eingerichtet wurden. Erst dann lassen sich E-Klausuren mit wenig Aufwand durchführen.
Ein gelungenes Beispiel, welches bereits seit Jahren etabliert ist, ist das Testcenter der Universität Bremen.