Berichte und Protokolle
Versuchsprotokoll
Ein Versuchsprotokoll (oder Laborbericht) dokumentiert die Durchführung eines wissenschaftlichen Experiments, sowie die Beobachtungen und die Ergebnisse des Experiments. Dies geschieht in einer Weise, die es erlaubt, den Versuch (auch praktisch) nachzuvollziehen und die Ergebnisse zu reproduzieren.
Im Studium werden jene Studierenden mit einem Versuchsprotokoll konfrontiert, die ein Fach studieren, das Laborpraktika im Lehrplan vorsieht. Das sind vor allem Chemie, Biologie, Physik und Pharmazie, in geringerem Maße auch Medizin und Ingenieurswissenschaften.
Machen Sie sich rechtzeitig Notizen!
Vielleicht hat man nach einem anstrengenden Tag im Labor keine Lust mehr, gleich am Abend das Versuchsprotokoll fertig zu machen, vielleicht dauert der Versuch auch mehrere Tage und das Protokoll kann noch gar nicht fertiggestellt werden. Wichtig ist dennoch, immer zeitnah Notizen anzufertigen. Denn wenn die wichtigsten Zahlen, Rechnungen, Versuchsanordnungen, Beobachtungen und Abläufe schon notiert sind, fällt das Verfassen des Versuchsprotokolls am Ende des Praktikums gleich viel leichter.
Zu Formatierung und Struktur des Protokolls beachten Sie bitte zuerst die Vorgaben des Fachbereichs, an dem Sie das Praktikum absolvieren. Die folgenden Ausführungen bieten eine Richtschnur für den Fall, dass Sie keine Vorgaben haben, oder nicht wissen, wie Sie die einzelnen Punkte ausfüllen sollen.
Allgemein ist zu sagen, dass ein Versuchsprotokoll möglichst knapp gehalten werden sollte, ohne wichtige Informationen zu unterschlagen. Die Sprache sollte nüchtern, klar und deutlich sein und die Inhalte so formuliert, dass sie auch für einen interessierten Laien verständlich sind. Das heißt: Abkürzungen werden immer erläutert, Formeln hergeleitet.
Eine übersichtliche Gliederung trägt ebenfalls viel zur Verständlichkeit des Protokolls bei.
Beobachtungen werden in der Vergangenheitsform wiedergegeben.
Formulieren Sie präzise und unpersönlich also
nicht: „Ich habe etwas Feststoff X mit der Flüssigkeit Y vermischt und dann stellen wir erfreut fest, dass sich die Farbe verändert.“
sondern: „Zu x g Feststoff X wurden y ml Flüssigkeit Y hinzugegeben und umgerührt. Nach 90 s färbte sich die Lösung rot.“
Wenn Sie mehrere Versuchsprotokolle für ein Praktikum gesammelt abgeben müssen, sollten Sie den Protokollen ein gemeinsames Deckblatt voranstellen. Dieses enthält:
- Namen (und Modul) des Praktikums, Fachbereich, Betreuer_in (z. B. zuständige/r Assistent_in), Semester/Zeitraum des Praktikums
- Ihren Namen, Anschrift (E-Mail), Studiengang, Fachsemester
Wenn Sie einzelne Versuchsprotokolle abgeben, muss der Protokollkopf etwas ausführlicher sein und sollte auch Angaben zu Ihrer Person, dem/der Betreuer_in und dem Praktikum enthalten.
Eventuell müssen Sie das Protokoll in der gleichen Kleingruppe anfertigen, in der Sie auch den Versuch durchgeführt haben. Achten Sie hier auf eine gute Abstimmung und darauf, dass jedes Gruppenmitglied am Protokoll beteiligt wird.
Inhalt und Gliederung
Nach dem Protokollkopf folgt der inhaltliche Teil ihres Laborberichts. Dieser ist grob zu unterteilen in eine Einleitung, die Benennung der Vorbedingungen, das eigentliche Protokoll der Versuchsdurchführung, der Beobachtungen und Messungen sowie die Auswertung und Interpretation der Ergebnisse. Einzelne Gliederungspunkte könnten folgende sein:
Falls Sie für Ihr Laborpraktikum eine Gliederungsvorgabe erhalten haben, sollten Sie auf jeden Fall diese verwenden.
- Einleitung
- Durchführung
- Auswertung
- Diskussion
- Literaturverzeichnis (nur, wenn Literatur verwendet wurde)
- Aufgabenstellung/Fragestellung (mit Erläuterung)
- Erwartungen/Vermutung (Hypothese)
- Ziel des Experiments
- Materialliste:
- Geräte (Glasware, Messgeräte mit Einstellungsparametern)
- Chemikalien (genaue Angaben inkl. Mengen)
- Versuchsorganismen (genaue Bezeichnung, Menge, Herkunft, Verbleib)
- Methodik (z. B. Analyse & Messmethoden), evtl. mit Begründung
- Messungenauigkeit
- Versuchsaufbau (mit Zeichnungen, Angaben zu Temperatur, Druck etc.)
- Messprinzip mit Skizze
- Ablauf des Versuchs
- Einzelschritte
- Zeitangaben
- Messwerte
- Beobachtungen
- Umformung/Umrechnung der Ergebnisse
- nachvollziehbare (!) Rechenschritte zur Umformung der Rohdaten
- grafische Darstellung der Ergebnisse
- Ergebnistabelle
- Fehlerrechnung
- kritische Bewertung der Ergebnisse
- Fehlerbetrachtung/-analyse
- Methodenkritik
- Interpretation der Daten
- Erklärungen
- Schlussfolgerungen
- Zusammenfassung
Wo gehört die Theorie hin?
Wenn Sie ein Experiment in der Physik (oder Mathematik) durchführen, wird üblicherweise ein Theorieteil („Grundlagen": Formeln, Größen, Skizzen) zu Beginn der Arbeit erwartet.
In der Chemie kommen theoretische Inhalte, wie Reaktionsgleichungen und Strukturformeln, im Auswertungsteil zum Tragen.
Da die Gliederung nicht für jeden Einzelfall der verschiedenen Experimente in den einzelnen Disziplinen passend ist, muss sie vor jeder Anwendung kritisch hinterfragt und ggf. angepasst werden.
Wenn Sie etwa ein Experiment draußen durchführen, können nicht nur die genaue Uhrzeit und der genaue Ort von großem Interesse sein, sondern auch das Wetter (Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Niederschlag, Luftdruck).
Zusammenfassung
- Halten Sie sich immer an die Vorgaben des Fachbereichs/der Assistenten!
- Machen Sie sich rechtzeitig Notizen!
- Formulieren Sie präzise!
- Machen Sie stets exakte Angaben!
- Halten Sie die Fristen zur Abgabe ein!
- Achten Sie darauf, dass keine Rechtschreibfehler in Ihrem Protokoll sind!