Die Erstellung von Postern zur Präsentation wissenschaftlicher Daten
Welche Software ist geeignet?
Kosten der Software
Es gibt freie und Open Source-Programme, die für die Erstellung von Postern gut geeignet sind. Es ist also nicht notwendig, sich teure Software zuzulegen. Auf der anderen Seite spricht nichts dagegen, wenn man Zugriff auf kommerzielle Software hat (z. B. im Institut, in der Schule), diese auch zu nutzen.
Welche Anforderungen sollte eine geeignete Software erfüllen?
- Arbeiten im CMYK-Farbraum
- Werkzeuge zur Präzisionsausrichtung
- frei editierbare Hilfslinien
- Druckvorstufen oder wenigstens Speichern in geeigneten Dateiformaten (z. B. eps), dazu Einbetten von Schriftarten und Grafiken
- Vektorgrafiken bearbeiten und als solche speichern können
- Formen-Werkzeuge: zur Erstellung von Formen (Rechtecke, Kreise usw.), z. B. um Textrahmen und Modellskizzen zu erstellen
- Text-Werkzeug: zur Textbearbeitung mit Optionen zur Formatierung von Absätzen, Formatvorlagen
- Sehr hilfreich sind auch Optionen zur Definition von Standard-Formen, -Layouts und -Formaten
- Masken zum nicht-destruktiven Beschneiden von eingefügten Abbildungen
Welche Programme gibt es?
Die folgende Aufklappliste gibt einen Überblick über gängige Programme, die sich mehr oder weniger gut für die Erstellung von Postern eigenen. Ihre Vor- und Nachteile werden hier vorgestellt.
- Die Kernkompetenz ist die Erstellung der Druckvorlagen/Satz von Printmedien wie Zeitschriften.
- Nachteil: Beides sind „Kauf“-Programm und wenig verbreitet. Es gibt nur wenige User, die sich im Umgang mit der Software sicher fühlen.
- Vorteil: Satz, also die Gestaltung von Seiten für den späteren Druck, ist genau das, was man bei der Erstellung eines Posters macht.
- Als Mitglieder der Adobe-Programm-Familie ist der Einstieg für User anderer Adobe-Programme relativ einfach.
- Es gibt vielfältige Möglichkeiten Texte, Absätze und Formen zu gestalten und mit Formatvorlage effizient einzusetzen.
- Die Dateigröße istüberschaubar, jedoch benötigt InDesign viel Arbeitsspeicher, um überhaupt installiert werden zu können.
- Grafiken aller Art lassen sich leicht einbinden
- Es stehen vielfältige Dateiformate zur Verfügung
- Eine kostenlose Alternative ist z. B. Scribus (bildet nicht alle Optionen von InDesign oder PageMaker ab)
- PowerPoint ist hier stellvertretend für die entsprechenden Open-Source-Alternativen genannt.
- Kernkompetenz: PowerPoint dient in erster Linie der Erstellung, Animation und Vorführung von Bildschirmpräsentationen. Das ist die große Stärke dieses Programm und seiner Verwandten. Alle überlappenden Anforderungen zwischen einer Bildschirmpräsentation und einem Poster werden folglich bedient. Man kann leicht Abbildungen einfügen, Texte formatieren usw.
- PDF und JPG stehen als alternative Dateiformate zur Verfügung. Allerdings mit stark eingeschränkter Auflösung, vor allem in den neueren Programmversionen. Das bedeutet, dass man beim Druck mit Qualitätsverlusten rechnen muss.
- Es muss deutlich davor gewarnt werden, Skizzen, Modelle usw. in PowerPoint zu erstellen, als JPG zu speichern und dann in einem Druckerzeugnis zu verwenden. Das Ergebnis ist immer wieder eine unschön auspixelnde, oft nicht mehr erkennbare Grafik.
- Präsentationsprogramme können keine Vektorgrafiken erzeugen. Sie verfügen normalerweise zwar über geometrische Formen, die wie Vektoren aussehen und ähnlich wenig Arbeitsspeicher und Dateivolumen benötigen, aber die Programme sind nicht in Lage auch in den entsprechenden Dateiformaten zu speichern. Sie rastern die Vektoren und speichern sie dann doch als Pixel ab.
- Poster in Präsentationsprogrammen resultieren normalerweise in sehr großen Dateien, da sie auf (hochaufgelösten) Pixelgrafiken basieren. Entsprechend viel Arbeitsspeicher wird benötigt oder Zeit zum Upload beim Drucken. Und das, um am Ende oft genug dennoch ein Poster mit vielen unscharfen und massiv auspixelnden Elementen zu ergeben, was sich dann aber schlimmstenfalls erst nach dem finalen Druck zeigt.
- Es mangelt außerdem an den vielen praktischen Hilfsmitteln echter Grafikprogramme: Linien lassen sich nicht zusammenfügen, die Optionen zur Präzisionsausrichtung sind limitiert, die Hilfslinien-Einrichtung ebenfalls begrenzt.
- Der große Vorteil des Programms besteht unbestritten darin, dass es sehr weit verbreitet und kostengünstig ist, sich daher viele User im Umgang mit dem Programm sicher fühlen und relativ schnell zu einem Ergebnis kommen, ABER eine Krücke ersetzt eben kein gesundes Bein!
- Kernkompetenz: die klassische Bildbearbeitung wie Fotos, also Pixelgraphiken.
- Photoshop ist ein seit vielen Jahren von Grafikern und Fotografen weltweit eingesetztes „Kauf“-Programm.
- Nachteil: Photoshop ist ein „Kauf“-Programm und relativ wenig verbreitet. Es gibt nur wenige User, die sich im Umgang mit der Software wirklich sicher fühlen.
- Photoshop ist zur Bearbeitung von Fotos, also Pixeln ausgelegt. Es lassen sich aber (begrenzt) Vektoren einbinden bzw. im Programm bearbeiten.
- Weiterer Nachteil: Pixel-Grafiken benötigen viel Arbeitsspeicher und resultieren in großen Dateien.
- Mit Absatzformaten und Grafikstilen lassen sich konsistente Designs leicht umsetzen.
- Eine Open Source-Alternative ist GIMP, das bei vielen Usern sehr beliebt ist. Es bildet viele, aber nicht alle Optionen von Photoshop ab und der Aufbau des Desktop ist etwas eigenwillig.
- Illustrator ist ein seit vielen Jahren von Grafikern weltweit eingesetztes „Kauf“-Programm.
- Nachteil: Preis. Der Nutzerkreis ist im Vergleich zu Office-Anwendungen klein.
- Kernkompetenz: Echte Vektorgrafiken wie Cliparts, Comics, Skizzen, Modelle. Seit einigen Programmversionen sind auch 3D-Grafiken möglich. Dann aber steigt der Arbeitsspeicherbedarf.
- Pixelgrafiken können in die Vektorgrafiken eingebunden werden.
- Die Grafiken können in PSD, PDF oder andere Pixelgrafik-Formate in freiwählbaren Auflösungen exportiert werden.
- Solange keine 3D-Grafiken integriert sind, werden relativ kleine Dateigrößen erreicht.
- Weiterer Nachteil: aufgrund der eingeschränkten Verbreitung, gibt es vergleichsweise wenige User, die sich im Umgang mit dem Programm sicher fühlen. Der Desktop wirkt für Einsteiger befremdlich und die schiere Vielzahl der Werkzeuge, die häufig für den Laien unverständliche Namen haben, stellt eine zusätzliche Hürde dar.
- Vorteil: Innerhalb der Adobe-Programme bedeuten gleiche Icons/Namen auch gleiche Funktionen. Wenn andere Adobe-Programme bekannt sind, ist der Einstieg relativ einfach.
- Weiterer Vorteil: Formatvorlagen können nicht nur für Absätze (Text) erstellt werden, sondern auch für Formen (Grafikstile). Damit lassen sich konsistente Layouts sehr leicht und schnell umsetzen. Zusätzlich können beliebige Formen aus einfachen geometrischen Formen zusammengesetzt werden.
- Eine Open Source-Alternative ist z. B. InkScape. Es bietet jedoch nicht alle Funktionen von Illustrator, dafür gibt es aber ein ausführliches Wiki zur Einweisung in die Nutzung der Software.
Übersicht über die Stärken der Programme
Die beiden folgenden Tabellen zeigen die Kernkomeptenzen und Funktionen der einzelnen oben gelisteten Programme mit einer Bewertung ihrer Stärken in Bezug auf die Postererstellung.
Kernkompetenz | Formenwerkzeug | Textwerkzeug | Vektorgrafiken | |
PowerPoint & Co | Bildschirmpräsentation | + | ++ | - |
Illustrator & Co | Vektorgraphik | ++ | ++ | +++ |
InDesign & Co | Satz/Druckvorlage | + | ++ | +/- |
Photoshop & Co | Bildbearbeitung (Pixel) | ++ | + | +/- |
Dateiformate | CMYK-Farbraum | Ausrichtung/Hilfslinien | Form-Vorlagen | Masken | |
PowerPoint & Co | +/- | - | +/- | - | - |
Illustrator & Co | +++ | + | +++ | +++ | + |
InDesign & Co | ++ | + | + | + | +/- |
Photoshop & Co | +++ | + | + | ++ | + |