ILIAS der Justus-Liebig-Universität Gießen
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Gruppen- und Projektarbeit digital organisieren und gestalten

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Gruppen- und Projektarbeit digital organisieren und gestalten

Schnelleinstieg

Wenn Ihre Studierenden gemeinsam an einem Projekt arbeiten sollen, bietet es sich an, den Projektgruppen geeignete digitale Arbeitsräume für die Projektarbeit zur Verfügung zu stellen.
Gruppen- und Projektarbeiten können über Stud.IP, ILIAS und MS Teams organisiert und durchgeführt werden. Diese drei Systeme eignen sich dabei für unterschiedliche Dinge (s.u.).
Gruppen- und Projektarbeiten werden vorwiegend in Seminaren, Übungen und Tutorien eingesetzt. Neben der kollaborativen Erarbeitung von Inhalten und der Präsentation von Ergebnissen liegt der Schwerpunkt auf der gemeinsamen vertiefenden und aktiven Auseinandersetzung mit dem Lernstoff sowie auf der Entwicklung sozialer Kompetenzen.

Stud.IP

Mit Stud.IP können Sie u.a. ...
Teilnehmende einer Veranstaltung verschiedenen Gruppen zuordnen
Termine anlegen und Ankündigungen an alle schreiben
Lernmaterialien im Dateibereich bereitstellen
Im Wiki gemeinsam Inhalte erstellen und diese gegenseitig überarbeiten
Im Forum jederzeit miteinander öffentlich kommunizieren
Über die Pinnwand jederzeit synchron oder asynchron miteinander öffentlich kommunizieren

ILIAS

Mit Hilfe der Lernplattform ILIAS können Lehrende Gruppen- und Projektarbeit organisieren. Darüber hinaus können Studierende in ILIAS gemeinsam Inhalte erarbeiten und sich gegenseitig über Kommentare ein Feedback geben.
Mit ILIAS können Sie u.a. ...
Online-Gruppenarbeiten in einer oder mehreren Gruppen organisieren
Mit dem Buchungspool z.B. Referatsthemen an ein oder mehrere Studierende vergeben
In einem Etherpad mit mehreren Personen gleichzeitig gemeinsame Notizen und Texte erstellen
Gemeinsam in einem Wiki multimediale Inhalte erstellen / Ergebnisse präsentieren
Ein Blog erstellen und Inhalte gegenseitig kommentieren

MS Teams

Für synchrone Szenarien, in denen die Studierenden die Möglichkeit haben sollen, jederzeit eigenständig Videokonferenzen zu starten, empfiehlt sich der Einsatz von MS Teams.
Mit MS Teams können Sie u.a. ...
Online-Gruppenarbeiten in Teams organisieren
In einem gemeinsamem Chat unabhängig von Webkonferenzen mit allen Teilnehmenden kommunizieren
Termine und Meetings in einem gemeinsamen Kalender planen
Videokonferenzen mit kleiner bis mittlerer Gruppengröße durchführen.
Mehrere Gruppenräume (Breakout Rooms) erstellen

Ausführliche Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Umsetzung

Bestimmte Ziele erfordern die Nutzung von Gruppen, beziehungsweise Projektarbeit. Diese Ziele müssen zuerst formuliert werden. Anschließend werden Aufgaben, die die Zielerreichung sichern sollen, formuliert. Zudem zerlegen diese Aufgaben die große Aufgaben (das Ziel) bereits in kleinere Arbeitsschritte.
Weiterhin sollten bereits zu Beginn der Lehrveranstaltung die Bewertungskriterien für die Ergebnisse der Gruppen-/Projektarbeit transparent kommuniziert werden.
Zu den relevanten Rahmenbedingungen, innerhalb derer die Aufgabe zu bewältigen ist, zählt der Umfang der Aufgabenstellungen, über welchen Zeitraum die Gruppen zusammenarbeiten werden und in welchem Umfang die selbständige Arbeit in den Gruppen durch Arbeit/Treffen in Präsenzveranstaltungen / sychronen Online-Meetings flankiert wird.
In diesem Szenario sind zwei Arten von Aufgaben zu unterscheiden: einerseits geht es darum, organisatorische Vorarbeiten zu leisten, damit die einzelnen Gruppen sich zusammenfinden können und alle nötigen Materialien haben, um mit der Arbeit zu beginnen. Auf der anderen Seite geht es darum, die inhaltliche Arbeit der Gruppen mit verschiedenen Werkzeugen zu unterstützen.

Organisation von Gruppen

Ein wichtiger Schritt bei der Organisation der Gruppen-/Projektarbeit ist die Einteilung der Gruppen. Überlegen Sie sich vorab, wie groß die Gruppen sein sollen. Wenn Sie dies festgelegt haben, können Sie den ILIAS-Buchungspool nutzen, damit sich die Studierenden selbständig in Gruppen einwählen können. Das ILIAS-Objekt Gruppe bietet einen virtuellen Raum, in dem die Gruppe arbeiten kann. Dort können verschiedene Werkzeuge zur Verfügung gestellt werden, die die Zusammenarbeit unterstützen.
Wenn Sie Gruppenarbeiten online einteilen und organisieren wollen, nutzen Sie ...
  • im Stud.IP-Kurs anzulegen innerhalb des Bereichs "Teilnehmende"
  • Selbsteintrag, Zeitsteuerung und max. Gruppengröße möglich
  • innerhalb der Gruppe kann ein Dateiordner eingerichtet und es können Nachrichten verschickt werden
  • über die Nutzung eines Gruppenkalenders können Treffen organisiert werden
  • anzulegen innerhalb eines ILIAS-Kurses (Gruppen können auch Sitzungen zugeordnet werden)
  • Selbsteintrag, Zeitsteuerung und max. Gruppengröße möglich
  • Raum, in dem die Gruppe interagieren und zusammenarbeiten kann
  • Projekte gemeinsam bearbeiten und Aufgaben verteilen
  • innerhalb des Gruppenraums können beispielsweise Objekte wie Etherpad, Forum, Wiki, Glossar, Lernmodule, Datei, Mediacast oder Abstimmung genutzt werden
  • über einen gemeinsamen Kalender können Treffen organisiert werden
  • Studierende ordnen sich selbständig einem Thema / einer Aufgabenstellung zu
  • Informationen zu Themen, Terminen oder Literatur können hinterlegt werden
  • Studierende können selbständig Räume organisieren
  • gemeinsamer Chat
  • ermöglicht eigenständige Videokonferenzen
  • Dokumentenaustausch innerhalb des Raumes

Kommunikation in Gruppen

Damit die Studierenden effektiv miteinander arbeiten können, benötigen diese geeignete Kommunkationskanäle. Grundsätzlich können wir hier wieder zwischen synchronen und asynchronen Kommunaktionswegen unterscheiden.
Foren bieten sich z.B. an, um themenzentriert Inhalte zu diskutieren oder Fragen an die Gruppe zu stellen. Die Beantwortung der Fragen kann jedoch oftmals lange dauern. Um dem entgegenzuwirken, kann bspw. eine Moderation des Forums durch Tutor:innen sinnvoll sein. Dagegen ist ein Chat gut geeignet, um sich schnell und nahezu synchron auszutauschen. Als Werkzeug zur Protokollführung oder Ergebnissicherung ist ein Chat wiederum weniger gut geeignet.

Als Lehrperson sollten Sie die Studierenden zu Beginn Ihrer Lehrveranstaltung in die verwendeten digitalen Werkzeuge einführen und aktiv zu deren Nutzung motivieren. Gerade in großen Lerngruppen, die sich untereinander wenig kennen, kann eine Angst vor "blöden Fragen" z.B. dazu führen, dass grundsätzlich wenig Austausch unter den Studierenden stattfindet.
Wenn Sie gemeinsame Kommunikationskanäle bereitstellen wollen, nutzen Sie ...
  • schneller und einfacher Austausch von Informationen, ähnlich einem Chat
  • Möglichkeit der Echtzeit-Kommunikation
  • eher informeller Charakter (inkl. Emoticons)
  • Möglichkeit des einfachen Dateien-Austausches
  • Zum Austausch zwischen Studierenden und Lehrenden oder Tutor:innen
  • Speicher von Diskussion, Inhalten
... das ILIAS-Forum
  • Zum Austausch zwischen Studierenden und Lehrenden oder Tutor:innen
  • Speicher von Diskussion, Inhalten
  • Strukturierung nach Themen (Threads)
  • gemeinsame textbasierte Kommunikation
  • auf verschiedenen Geräten nutzbar
  • nahezu synchroner Austausch möglich

Inhaltserstellung in Gruppen

Hinsichtlich der inhaltlichen Arbeit gibt es einige Objekte, die üblicherweise von mehreren Autor:innen erstellt werden und die sich damit für Gruppen- und Projektarbeit eignen.
Grundsätzlich ist zu entscheiden, welche Lernplattform in der Veranstaltung genutzt werden soll. Wenn es möglich ist, sollte für die inhaltliche Arbeit nur eine Lernplattform genutzt werden, da es dies den Studierenden vereinfacht, den Überblick zu behalten.
Wichtig für die Auswahl der Objekte bzw. digitalen Werkzeuge wird auch die Frage sein, ob individuelle Leistungen erfasst werden sollen oder ob die Leistung der Gruppe bewertet wird.
Wenn Sie in Gruppen Inhalte erstellen wollen, nutzen Sie ...
  • Bearbeiten eines online gespeicherten Textdokumentes
  • durch mehrere Nutzer:innen von verschiedenen Geräten zur gleichen Zeit nutzbar
  • kann auch während synchroner Online-Phasen eingesetzt werden
  • Nachvollziehbarkeit, welche Änderungen wann von wem vorgenommen wurden ("Verlaufshistorie")
  • es kann auf einen "alten" Zustand zurückgesprungen werden ("Rollback")
... das Stud.IP-Wiki
  • besteht aus einer Vielzahl miteinander vernetzter Seiten, die gleichsam ein "Wissensnetz" darstellen
  • wird üblicherweise von mehreren Autor:innen erstellt
  • kann genutzt werden, um die Arbeitsergebnisse der Gruppe festzuhalten und den Arbeitsprozess zu unterstützen
... das ILIAS-Wiki
  • Kollaborative Erstellung von multimedialen Webseiten mit dem ILIAS-Seiteneditor
  • Einbinden von Medieninhalten wie Videos, Audios oder Grafiken möglich
  • Seiten können untereinander verlinkt werden
  • Verlinkung auf andere ILIAS-Objekte (z.B. Glossarbegriffe)
  • Historie/Verlaufsübersicht der Seitenbearbeitung (wer hat wann was gemacht)
  • Bewertung und Kommentierung der Seiten möglich (wenn freigeschaltet)
  • Definition von Kriterien für die Bewertung von Seiten durch Dozent:in möglich (z.B. Sternchenbewertung)
  • Einreichung eines Wikis als Gruppenarbeit über das ILIAS-Objekt "Übung" möglich
... das ILIAS-Blog
  • Kann von einzelnen Personen als persönliches Dokument im Sinne eines "Tagebuches" geführt werden
  • kann jedoch auch von mehreren Personen erstellt werden und als gemeinsames "Projekttagebuch" dienen
  • Zum Ablegen von Überlegungen, Beobachtungen etc.
  • gegenseitige Kommentierung möglich
  • organisiert wie ein multimediales „Buch“ mit Kapiteln, Unterkapiteln und Seiten
  • die Seiten des Lernmoduls können neben Texten auch Dateien, Videos, Bilder, Audiodateien und einfache Tests enthalten
  • eine Verknüpfung mit Tests, Übungen oder Umfragen in ILIAS ist möglich
  • das Anzeigen von Kapiteln/Unterkapiteln kann an Vorbedingungen geknüpft werden (z.B. Bestehen eines Tests)
  • Kommentarfunktion (wenn freigeschaltet)
  • kann bspw. anstelle einer Hausarbeit oder zur Ausarbeitung der Ergebnisse einer Gruppen- oder Projektarbeit genutzt werden
Jetzt geht es an die Umsetzung, das heißt die Erstellung der Objekte und ihre Organisation im Kurs beziehungsweise das Anlegen der Gruppenräume und die Bereitstellung der Unterlagen  (sofern die Studierenden dies nicht selbständig machen). 
Wenn die öffentliche Sichtbarkeit oder die gemeinsame Nutzung eines Blogs (als kollaboratives Blog) möglich sein sollen, muss das Blog zwingend in einem Objekt des Magazins erstellt werden - also zum Beispiel in einem Kurs oder in einer Kategorie.
Bedenken Sie auch, welche Hilfen und Anleitungen die Nutzer:innen benötigen werden und erstellen Sie diese und hinterlegen Sie sie im Kurs oder in den Gruppenräumen.
Nun beginnen die Gruppen ihre Arbeit aufzunehmen. Wie hier das Vorgehen sein wird, hängt auch davon ab, wie umfangreich die Aufgabenstellungen sind, über welchen Zeitraum die Gruppen zusammenarbeiten werden und in welchem Umfang die selbständige Arbeit in den Gruppen durch synchrone Arbeit/Treffen in Präsenzveranstaltungen / sychronen Online-Meetings flankiert wird. Vor allem bei umfangreichen Projektarbeiten, die sich über einen längeren Zeitraum erstrecken, ist es von zentraler Bedeutung, die Motivation der Teilnehmenden aufrecht zu erhalten. Hier empfiehlt es sich, regelmäßige  (Meilenstein-) Termine zu vereinbaren, bei denen Zwischenstände  der Bearbeitung, Fragen oder sich ergebende Schwierigkeiten besprochen werden können.
Häufig ist auch eine parallel zur inhalltichen Arbeit laufende Thematisierung von Gruppenprozessen hilfreich, da sich eventuell auftretenden Störungen auf die Arbeit auswirken.
Eine zentrale Aufgabe bei der Durchführung ist die Sicherstellung der Kommunkation.
Selbstverständlich müssen die Einreichungen aus den Gruppen oder die Projektarbeiten auch bewertet werden. Dies geschieht anhand eindeutiger Kriterien, die möglichst zu Veranstaltungsbeginn kommuniziert wurden. Idealerweise werden die Bewertungen ausführlich und begründet an die Teilnehmenden zurückgemeldet.

Zudem sollte bedacht werden, ob auch ein Feedback aus dem Plenum zu den Ergebnissen der einzelnen Gruppen sinnvoll und möglich ist.
Beziehen Sie verschiedene Aspekte der Gruppenarbeit/Projektarbeit auch in die jedes Semester stattfindende Evaluation mit ein und beziehen Sie Ergebnisse sowie Ihre Gedanken oder sonstiges Feedback der Studierenden in Ihr persönliches Fazit mit ein - ebenso wie die Inhalte Ihrer Selbstreflexionen. Nutzen Sie dies für die Gestaltung weiterer Kurse in der Zukunft.

Nutzen Sie auch Gespräche mit Ihren Kolleginnen und Kollegen um auf deren Expertise und Erfahrungen zurückzugreifen. In solchen Gesprächen können auch Punkte diskutiert werden, bei denen Sie noch unsicher sind. Villleicht wollen Sie auch Ihr Konzept vorstellen und eine Rückmeldung dazu einholen?


Schauen Sie sich hierzu auch das Szenario "Rückmeldungen zur Lehre einholen" an.

Links zu weiteren Informationen