ILIAS der Justus-Liebig-Universität Gießen
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Digitale Umfragen und Abstimmungen durchführen

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Digitale Umfragen und Abstimmungen durchführen

Schnelleinstieg

Abstimmungen und Umfragen bieten die Möglichkeit, Studierende aktiv an der Lehrveranstaltung zu beteiligen. Bei Abstimmungen wird in der Regel eine einzelne Entscheidungsfrage gestellt, Umfragen können auch mehrere Fragen mit vorgegebenen Antwortmöglichkeiten oder Freitextantworten enthalten. Obwohl Umfragen oder Abstimmungen theoretisch auch für Wissensfragen genutzt werden können, ist es hier - im Gegensatz zu Tests/Quizzes - nicht möglich, im Vorfeld die richtigen und falschen Antworten zu markieren, um so ein direktes maschinelles Feedback auszulösen. Die Besprechung der Umfrageergebnisse muss also im Fall von Wissensfragen mündlich erfolgen.
Einsatzmöglichkeiten für Abstimmungen und Umfragen sind beispielsweise:
  • Abfrage von Erwartungen und Wünschen
  • Entscheidungsfragen (z.B. welches Thema soll wiederholt werden)
  • Meinungsfragen/Pro-Contra-Abstimmungen
  • Feedback zur Lehre (z.B. Fragen zum Veranstaltungstempo, zur Verständlichkeit, zum Lernerfolg)
  • Abfrage/Aktivierung von Vorwissen
  • Wissensüberprüfung (inhaltsbezogene Fragen)
  • Rückmeldungen zum Lernstand geben

Für den Einsatz in Selbstlernphasen eignen sich insbesondere folgende digitale Werkzeuge:

Für Präsenzveranstaltungen können u.a. folgende Abstimmungswerkzeuge genutzt werden:

Für Online-Meetings eignen sich:

Umfragetool im Webkonferenzsystem (z.B. bei Webex Meeting, Webex Event, MS Teams)

Ausführliche Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Umsetzung

Zunächst sind die Rahmenbedingungen, unter denen Sie eine Umfrage oder Abstimmung durchführen wollen, zu klären. Soll die Umfrage in einer Präsenzveranstaltung, in einem Online-Meeting oder in der Online-Selbstlernphase der Studierenden durchgeführt werden?
Genauso wichtig sind das Anliegen der Befragung und die Ziele, die Sie mit ihr verfolgen: Soll ein Feedback zur Lehre eingeholt werden? Suchen Sie einen Einstieg in ein Gespräch mit den Studierenden? Soll der Lernstand erhoben oder Wissen aktiviert werden? Welche Fragenformen sollen genutzt werden?
In diesem Schritt erfolgt nun zunächst die Konzeption der Befragung und die Formulierung von Fragen. Die nachfolgend vorgestellten Tools haben unterschiedliche Eigenschaften, die auch im Zusammenhang mit möglichen Fragenformen stehen und die die Auswahlmöglichkeiten beeinflussen.
ILIAS-Abstimmung
(asynchron)
ILIAS-Umfrage
(asynchron)
Verfügbare Fragetypen
Single Choice
(max = 1)
Multiple Choice
(max = #Antworten)
Multiple Choice
mit maximaler Anzahl von Antworten
Freitext
Matrixfrage
Metrische Frage
Korrekte Reihenfolge
Prioritäten
Zahl schätzen
Ergebnisdarstellung/Auswertung
Balkendiagramm
Kuchendiagramm
Excel/CSV-Export
Strukturierungsmöglichkeiten
Abstimmung/Umfrage kann aus mehreren Fragen bestehen
Anhängigkeiten zwischen einzelnen Fragen
können über Vorbedingungen modelliert werden
Medieneinbettung
Einbettung eines Bildes zu einer Frage möglich
Einbettung weiterer Medien möglich (Bilder, Videos etc.)
Anonym vs. personalisiert
anonyme Teilnahme möglich
personalisierte Teilnahme möglich
Zugang
anonymer Zugang möglich
Zugang über Kurzlink
Zugang über QR-Code

Fazit: Welches Werkzeug eignet sich am besten für welchen Zweck?

  • für einfache kleine Umfragen/(Meinungs-)Abstimmungen innerhalb einer Veranstaltung
  • einfach bedienbar
  • Ein-Click-Abstimmung mit sofortiger Rückmeldung
  • für einfache kleine Umfragen/(Meinungs-)Abstimmungen innerhalb eines Kursraums
  • einfach bedienbar
  • Ein-Click-Abstimmung mit sofortiger Rückmeldung
  • für Live-Abstimmungen im Hörsaal als Audience Response System (ARS) und Ersatz für Hardware-Clicker
  • Abstimmung erfolgt nur synchron, von der Lehrperson gesteuert
  • für komplexere Umfragen mit mehreren zusammengehörigen Fragen
  • für Evaluationen von Veranstaltungen oder den angebotenen Lerninhalten
  • für Befragungen im Kontext von Seminararbeiten oder Bachelor-/Master-Arbeiten
  • Modellierung von Fragenabhängigkeiten möglich
  • optimiert für statistische Auswertung mit SPSS
  • Verwaltung von Fragen mit Fragenpool
Sobald nun Fragen konzipiert sind und ein Tool ausgewählt wurde, kann mit der technischen Umsetzung begonnen werden.
Schätzen Sie auch ab, ob Ihre Studierenden eine "Anleitung" benötigen und führen Sie das gewählte Verfahren gegebenenfalls einmal zum Test durch.
Jetzt können die Studierenden Ihre Fragen beantworten. 
Das LiveVoting in einem synchronen Szenario muss gestartet werden. Die Studierenden nutzen den QR-Code, den sie mit ihrem mobilen Endgerät scannen, um am LiveVoting teilnehmen zu können. Die Ergebnisse der Umfrage/Abstimmung/Wissensabfrage werden von Ihnen per PC/Notebook und Beamer im Hörsaal präsentiert oder per Bildschirmfreigabe im Online-Meeting gezeigt.
Die Ergebnisse der Befragung sollten an die Studierenden zurückgemeldet und besprochen werden - insbesondere bei überraschenden oder unerwarteten Aspekten in den Antworten. Je nach didaktischem Ziel der Befragung kann sich nun auch eine inhaltliche Diskussion anschließen.

Wenn Sie Abstimmungen/Umfragen häufiger nutzen, holen Sie sich doch während des Semesters auch mal per Umfrage/Abstimmung ein Feedback von Ihren Studierenden zu dieser Methode ein (siehe auch das Szenario "Rückmeldungen zur Lehre einholen"). Das Feedback, welches Sie von den Studierenden erhalten, sollten Sie mit der Lerngruppe besprechen, auf jeden Fall aber sollten Sie es für sich reflektieren und bei der Gestaltung Ihrer nächsten Lehrveranstaltungen berücksichtigen.

Gespräche mit Ihren Kolleg:innen können auch wertvolle Beiträge zur Gestaltung und Nutzung von Umfrage-/Abstimmungstools leisten, vor allem wenn sie von ihren Erfahrungen berichten. Oder stellen Sie Ihre Umfragen und Abstimmungen im Kollegenkreis vor und holen Sie sich ein Feedback von anderen Expertinnen und Experten ein.

Erfahrungsberichte/Beispiele

Weblink
[Uni Göttingen]
Weblink

Vertiefungswissen

Tools

Alternativen zu den Umfrage- und Abstimmungs-Werkzeugen, die Stud.IP und ILIAS bieten, sind

PINGO
PINGO ist ein kostenfreies webbasiertes Abstimmungssystem, das für die Nutzung mit großen Gruppen entwickelt wurde. Studierende stimmen über ihr WLAN-fähiges mobiles Endgerät (z.B. Smartphone, Tablet, Laptop, ...) ab. Fragen, die in PINGO erstellt wurden, können nach ILIAS exportiert werden. Ein Fragenimport ist ebenfalls möglich.

Plickers
Plickers ist insbesondere dann geeignet, wenn die WLAN-Abdeckung in dem genutzten Raum ungenügend ist. Es ist ein kostenloses webbasiertes Abstimmungssystem, bei dem lediglich der Dozent über ein Smartphone verfügen muss. Die Studierenden stimmen über Handzettel ab, auf denen ein QR-Code ähnlicher Code aufgedruckt ist. 

Umfragetool in Webkonferenzsystemen
Die an der JLU genutzten Webkonferenzsysteme (z.B. bei Webex Meeting, Webex Event, MS Teams) haben ein integriertes Umfrage-Tool. Damit können einfache Umfragen (z.B. Single-/Multiple-Choice-Fragen) durchgeführt werden, ohne dass das Online-Meeting verlassen werden muss.

Didaktik: Offene Fragen klären / Rückmeldungen zum Lernfortschritt einholen

Didaktik: Peer Instruction-Konzept

Das „Peer Instruction“ Konzept wurde von Eric Mazur (Professor der Universität Harvard) Anfang der 90er Jahre entwickelt. Die theoretische Wissensvermittlung findet zuhause statt, Studierende bereiten Text vor und setzen diesen in der Veranstaltung mit praktischen Beobachtungen in Beziehung. Dabei kommt auch ein Abstimmungssystem zum Einsatz.
PEER Instruction Konzept in Anlehnung an Eric Mazur
Vorteile die Eric Mazur durch den Einsatz von PEER Instruction feststellte:
  • hohe Anwesenheit
  • gesteigerte Aufmerksamkeit und Engagement
  • Tests (Multiple-Choice-Fragen) geben Lehrenden unmittelbares Feedback
  • besseres Verständnis
Video (2:20min) zu Peer Instruction (OTH Amberg-Weiden)

Weblinks

Weblink
[e-teaching.org]
Weblink
[elan e.V.]
Weblink
[Eric Mazur, Harvard University]
Weblink
[Ideenpool Innovative Lehre der JLU]
Weblink
[Dr. Fidelma Rigby, Associate Professor of OB/GYN in the School of Medicine at Virginia Commonwealth University]
Weblink
[Eric Mazur, Harvard University]
Weblink
[Eric Mazur, Harvard University]
Weblink
[Ostbayerische Technische Hochschule Amberg-Weiden]