ILIAS der Justus-Liebig-Universität Gießen
  • Anmelden

Brotkrumen-Navigation

Grundlagen

Dieser Best-Practice Leitfaden soll Ihnen einen schnellen Einstieg in die wichtigsten Konzepte und Gestaltungsprinzipien für den Einsatz von Videos in der Hochschullehre bieten. Bei der Gestaltung von Lerninhalten orientieren wir uns dabei an den Grundprinzipien des Contructive Alignment Modells, sowie der Cognitive Load Theory.

Der Grundgedanke dieser Theorien möchte Sie als Lehrende zum Umdenken motivieren: Anstelle darüber nachzudenken, welche Inhalte Sie in Ihren Lehrvideos unterbringen können, nehmen Sie doch mal die Perspektive Ihrer Studierenden ein: Was können die Studierenden aus meinen Lernvideos mitnehmen? Wie bereite Ich meine Lehrvorträge inhaltlich auf? Wie präsentiere Ich diese Inhalte in einem Video?

Im Sinne einer studierendenzentrierten und zugleich kompetenzorientierten Hochschullehre enden unsere Überlegungen zum Medium Lernvideo jedoch nicht mit dessen Fertigstellung. Bereits bei der Konzeption eines Lehrvideos muss immer auch bereits dessen spätere Verwendung in einer konkreten Lernsituation mitgedacht werden: Wie soll mit den Videos anschließend gelernt werden? Welche Aufgaben- und Fragestellungen unterstützen die Studierenden dabei, die Inhalte nicht nur zu kennen, sondern diese auch eigenständig anwenden und in ihr eigenes akademisches Handeln integrieren zu können?

Constructive Alignment 

Das Contructive Alignment-Modell nach John Biggs (abgekürzt CA) zielt auf eine absichtsvolle Abstimmung zwischen Lernzielen, Lehr-Lernmethoden und Prüfungsformen in der Hochschullehre ab.
Die Entwicklung von konkreten intendierten Lernzielen - in der Literatur auch als Intended Learning Outcomes bezeichnet - bildet dabei den Ausgangspunkt für jede weitere Lehrhandlung.  
Lernzielformulierungen können sich an den von Biggs vorgeschlagenen, aufeinander aufbauenden  Taxonomiestufen orientieren: 1. Wissen, 2. Verstehen, 3. Anwenden, 4. Analysieren, 5. Synthetisieren, 6. Evaluieren (vgl. Biggs, 1982). Mit klar formulierten Lernzielen gestalten Sie nicht nur die Lernhandlungen Ihrer Studierenden transparenter, sie helfen Ihnen auch bei der Auswahl geeigneter Lernmaterialen und Methoden.
Bei der Planung einer Lehr- Lerneinheit sollten folgende Fragen berücksichtigt werden:
  1. Welche Lernziele sollen die Studierenden erreichen?
  2. Welche Prüfungsformen eignen sich dazu, diese Lernziele abzufragen?
  3. Welche Lehr- Lernmethoden und Lernaktivitäten unterstützen das Erreichen dieser Lernziele?
Ziel des CA Modells ist eine kompetenzorientierte und zugleich studierendenzentrierte Gestaltung der Lehre. Denken Sie also nicht nur an die Inhalte, die Sie gerne besprechen wollen, sondern konkret an die Kompetenzen, die Ihre Studierenden durch den Abschluss Ihrer Lehr-Lerneinheiten erwerben können.

Cognitive Load Theory 

Die Cognitive Load Theory (abgekürzt CLT) geht auf die pädagogischen Psychologen Paul Chandler und John Sweller zurück.
Nach der CLT besitzt das Arbeitsgedächtnis eines Menschen nur eine begrenzte Kapazität gleichzeitig verarbeitbarer Informationen. Neu aufgenommene Informationen werden bspw. bei Lernprozessen stets mit vorhandenen Schemata abgeglichen. Werden sie für ein bestehendes Schema als anschlussfähig bewertet, werden sie in dieses  integriert. Sind die neuen Informationen nur wenig mit bereits vorhandenem Wissen kompatibel, bilden sie die Grundlage für neue Schemata.
Der Cognitive Load - die kognitive Belastung - bei einem Lernprozess hängt demnach davon ab, wie gut neues Wissen in bereits bestehende Schemata integriert werden kann. 
Bei der Planung einer Lehr-Lerneinheit sollten Sie daher folgende Fragen berücksichtigen:
  1. Welches Vorwissen bringen die Studierenden mit, auf welche Schemata kann ich zurückgreifen, welche neuen Schemata kann ich etablieren?
  2. Wie sinnvoll ist die Passung zwischen den Inhalten und Ihrer (Re-)Präsentation?
  3. Welche Informationen sind evtl. Redundant?
  4. Was könnte beim Lernen für Ablenkungen sorgen? 
Ein klassisches Beispiel für Redundanz, Ablenkung und fehlende Passung ist die sogenannte „Text-Bild-Schere“, ein Konzept, welches u.a. im Journalismus Verwendung findet.

Inhaltliche Gestaltung

Generell gilt bei der Lehrvideoproduktion der Grundsatz: Weniger ist mehr. Folgende Faktoren tragen darüber hinaus dazu bei, den "Cognitive Load" eines Lernvideos zu reduzieren:
  • eine an den Grundsätzen der didaktischen Reduktion orientierte Strukturierung des Lernstoffs,
  • eine das Thema unterstützende visuelle Aufarbeitung,
  • eine dem Lernstoff angemessene Länge der Lerneinheiten.
Die folgenden Hinweise können Ihnen dabei helfen, diese Grundsätze zu berücksichtigen.

Ziele definieren

Definieren Sie die (Lern-)Ziele Ihres Lernvideos. 
Diese ermöglichen Ihnen nicht nur, überflüssige Informationen gezielter zu reduzieren, eine klare Zieldefinition entlang der Taxonomiestufen von Biggs hilft Ihnen auch bei der Strukturierung Ihrer Inhalte. 

Lassen sich verschiedenen Kernpunkte eines Themas eventuell in unterschiedliche Lernziele unterteilen? Dann empfiehlt es sich vermutlich, mehrere Videos zu planen und entlang dieser Ziele zu strukturieren. Achten Sie darauf, dass pro Video nur wenige Lernziele zugleich behandelt werden (siehe auch: Sequenzierung; Wunderlich / Szczyrba, 2016).

Auf diese Weise können Sie gezielt die von Ihnen intendierten Kompetenzstufen adressieren und sehr einfach eine Vertiefung Ihrer Inhalte bspw. durch die Verzahnung mit weiteren Lernaufgaben erreichen.

Kurze Lerneinheiten

Halten Sie sich kurz.
Während die Gestaltung einer Vorlesung sich in der Regel auf die zur Verfügung stehenden 90 Minuten bezieht, empfiehlt es sich bei der Planung einer Videoaufzeichnung thematisch und Lernzielorientiert vorzugehen. 

Sequenzierung ist das am einfachsten umsetzbare Mittel um den Cognitive Load Ihrer Lernvideos zu  reduzieren (vgl. LMU). Dabei kann es durchaus Sinn machen, ein Thema das bspw. normalerweise in zwei Vorlesungs-Sitzungen besprochen wird, in mehreren kurzen, thematisch in sich geschlossenen Videos zu behandeln.

Kurze Lerneinheiten von beispielsweise 1-15 Minuten lassen sich zudem nicht nur für Sie einfacher produzieren, sie erhöhen auch die Motivation Ihrer Studierenden diese Lernvideos zu nutzen.

Zielgruppe ansprechen

Sprechen Sie ihre Studierenden persönlich an.
Das kann einerseits auf der kommunikativen Ebene geschehen, indem Sie in die Kamera gerichtet ihre Studierenden direkt ansprechen, andererseits sollte dies jedoch auch auf der inhaltlichen Ebene geschehen:

Ist es in der klassischen Lehrveranstaltung oft nicht möglich die unterschiedlichen Interessen von Bachelor-, Master-, Nebenfach- und Lehramtsstudierenden gezielt zu adressieren, ermöglicht Ihnen die Gestaltung von Lehrvideos ihre Zielgruppe direkt mit den für sie relevanten Lehrinhaltenzu versorgen. So können Sie bspw. gezielt Videos für einzelne Interessengruppen erstellen, oder Ihre Lehrinhalte anhand aufeinander aufbauender Kompetenzstufen strukturieren.

Verknüpfungen schaffen

Schaffen Sie gedankliche Pausen in Ihrem Video.
Pausen dienen ihrem Publikum u.a. als Gelegenheit den vermittelten Inhalt zu verarbeiten und kognitiv einordnen zu können. Verbinden Sie diese bspw. mit Highlighting-Techniken, können Sie diese Pausen auch effizient nutzen um Verknüpfungen zwischen den Lern-Inhalten aufzuzeigen.

Eine gute Möglichkeit dies in eigenen Videos einzusetzen wäre z.b. zu Beginn kurze Zusammenfassung der Inhalte - bspw. mit direktem Bezug auf die Ziele Ihres Videos - zu geben. So erhält Ihr Publikum nicht nur einen ersten Überblick, sondern kann die folgenden Informationen zudem besser in das bereits vorhandene Wissen einordnen.

Verwenden Sie kurze Zusammenfassungen am Ende Ihres Videos, bieten diese Ihrem Publikum noch mal die Möglichkeit Gelerntes mit den intendierten Lernergebnissen abzugleichen. Im Zweifelsfall kann das Ihren Studierenden einen guten Hinweis darauf geben, welche Inhalte eventuell noch mal wiederholt werden sollen.

Highlighting

Heben Sie wichtige Inhalte hervor.
Dies kann sowohl sprachlich als auch visuell geschehen. Wichtig ist, dass diese Markierungen selbst nicht wieder vom Inhalt ablenken. Vermeiden Sie also bspw. unnötige Effekte.

Highlighting können Sie über verschiedene Wege erreichen:

Eine sinnvolle Strukturierung von Inhalten hebt oftmals bereits die wichtigsten Inhalte deutlich hervor, indem diese als Themenüberschriften eingeführt werden. 

Darüber hinaus können Sie auch einfache freistehende Texteinblendungen in Ihre Videos einfügen (sogenannte - Callouts, siehe visuelle Gestaltung), um einzelne Begriffe Ihres Sprechtextes visuell zu unterstreichen.

Eine einfache Möglichkeit, die Sie vermutlich bereits beherrschen, wären bspw. farblich gekennzeichnete PowerPoint Folien mit entsprechenden Themenüberschriften als visuelle Marker für Wiederholungen, Kapitelübersichten oder neue Inhalte. Wenn Sie die PowerPoint Vorlage im Coporate Design der JLU Gießen verwenden, gibt es dafür z.B. spezielle Folien mit blauen Hintergrund, die auch beim schnellen Durchsuchen eines Videos für die Betrachtenden leicht wiedererkennbar sind und deren Orientierung unterstützen

Lernort erweitern

Verstehen Sie das Medium Video als ihr persönliches Mikroskop.  
Lernvideos können den sogenannten
"Learning Space" ihrer Lehrveranstaltung erweitern: Mit Videos haben Sie die Möglichkeit Dinge sichtbar zu machen und zu diskutieren, die im gewohnten Vorlesungskontext bisher keinen Platz gefunden haben.

Oft ist in diesem Kontext auch die Rede von Storytelling - das Einbetten von Lehr- & Lerninhalten in reale Kontexte außerhalb des Klassenzimmers: Warum also nicht einfach mal andere Fachexpert*innen in einem Interview zu Wort kommen lassen? Geben Sie ihren Studierenden Einblicke in Ihre Arbeit als Wissenschaftler:in, in Kongresse und Fachtagungen, in Laborexperimente, Diskussionsrunden, Feldforschung oder über bekannte universitäre Kontexte hinaus

Eine weitere Möglichkeit den Lernraum durch einen Subtext zu erweitern besteht darin, auf andere mit Ihrem Thema verknüfte Medien zu verweisen. Ähnlich den bekannten Fußnoten Ihrer wissenschaftlichen Arbeit eröffnen Sie so ihrem Publikum über das Video hinaus bspw. die Möglichkeit Inhalte eigenständig zu vertiefen.

Visuelle Gestaltung

Ein Lernvideo muss nicht zwangsläufig den Standards einer professionellen TV-Studioproduktion entsprechen. Ebenso macht eine professionelle Aufnahme allein noch kein gutes Lernvideo. 

Machen Sie sich vor der Ausarbeitung Ihres eigenen Lernvideos noch einmal Gedanken darüber, welche Präsentationsart Ihre Inhalte am besten vermitteln können. Schauen Sie sich vorbereitend dazu auch mal zu Ihren Themen in den Mediatheken der öffentlich-rechtlichen Sender oder in anderen Angeboten der Wissenschaftskommunikation um. 

Manche Gestaltungsmittel können für die Darstellung mancher Themen besser, andere wiederum schlechter geeignet sein. Oft sind auch einfach die Zeit und der Aufwand letztlich die wichtigsten Entscheidungskriterien für die Auswahl der geeigneten Gestaltungsmittel Ihrer individuellen Lernvideoproduktion. Hier können Sie einen ersten Überblick über die Grundformen der Videogestaltung im Bereich Wissensvermittlung erhalten. 

Moderation

Die einfachste Variante des Lehrvideos ist die alleinstehende Aufzeichnung der sprechenden Person. In dieser Variante können zudem klassische Hilfsmittel wie Tafeln, Whiteboards o.ä. zur Visualisierung verwendet oder Gegenstände im Kamerabild gezeigt werden. Hierbei wird - ähnlich einem TV-Interview - nur das Bild und der Ton der Lehrperson aufgezeichnet. Der Aufwand ist dabei sehr gering, da im Prinzip mit Start und Stop der Aufzeichnung bereits ein fertiges Video generiert wird. Dieses kann später natürlich noch in der Nachbearbeitung gekürzt und eventuelle Fehler herausgeschnitten werden.

Für die Aufzeichnung genügt im einfachsten Fall ein Smartphone, evtl. mit einem geeigneten Stativ. Alternativ kann jedoch auch die Webcam eines Notebooks verwendet werden.
Auf aufwendiges Licht kann oftmals verzichtet werden, vorrausgesetzt der Raum in dem aufgezeichnet wird ist bereits sehr hell. Oft genügt es z.B. bereits, tagsüber mit dem Gesicht zu einem Fenster gewandt aufzuzeichnen. Alternativ können auch bereits vorhandene Bürolampen genutzt werden.
Die Verwendung eines Smartphones ermöglicht dabei zudem ungewöhnliche Aufzeichnungsszenarien außerhalb des klassischen Lehrraumes, wie u.a. in Laboren, Proberäumen, in der Natur usw..

Was brauche ich dafür?
  • Einen ruhigen, hellen Raum (Büro o.ä.)
  • Kamera - Webcam oder Smartphone
  • Mikrofon - von Webcam oder Smartphone
  • Vorinstallierte Software (z.B. Fotos APP) reicht aus.

Präsentation mit Audioaufzeichnung

Ähnlich einem Audio-Podcasts, können Lehrvideos auch aus Audio-Aufnahmen eines gesprochenen Textes und einer unterstützenden Visualisierung bestehen. Diese Art der Lernvideos lassen sich vergleichsweise schnell und unkompliziert z.B. mit einem Notebook und einem Headset selbst produzieren.

Wird eine Präsentation besprochen, handelt es sich um ein sogenanntes "Extended Audio Podcast". Wird der Bildschirminhalt aufgezeichnet, um z.B. eine Software oder einen Workflow zu erklären, sprechen wir von einem "Screencast". Werden Animationen oder andere Videos wie z.B. Film-, Natur- oder Computerspielszenen collagiert und mit neuem Sprechtext versehen, sprechen wir von "VoiceOver"-Aufzeichnungen. Mischformen sind hier ebenfalls möglich und führen zu stilistischer Vielfalt.

Audio-Aufnahmen können vor allem dann eingesetzt werden, wenn keine Webcam oder Kamera zur Verfügung steht, das eigene Videobild in der Aufzeichnung nicht erwünscht ist oder dieses von den eigentlichen Inhalten eher ablenken würde (vgl. moderierte Präsentation).

Die Umsetzung ist sehr einfach, so bieten Microsoft PowerPoint und Apple Keynote z.B. bereits ein integrierte Möglichkeit, Audio zu den eigenen Folien aufzuzeichnen. 

Es gibt dabei grundsätzlich zwei verschiedene Vorgehensweisen: Das Einbetten einzelner Audioaufnahmen in die jeweiligen Präsentationsfolien und das Erstellen von eigenständigen Videos bei dem die komplette Präsentation aufgezeichnet wird. Letzteres hat viele Vorteile: Da das Durchklicken der Folien dabei als Video aufgezeichnet wird, sind die Folieninhalte bereits automatisch synchron zu den Sprachaufnahmen.

Was brauche ich dafür?
  • Einen ruhigen Raum
  • Notebook für die Präsentation
  • Mikrofon - z.B. von Notebook WebCam, evtl. Headset
  • Software - z.B. PowerPoint, Keynote
  • Alternativ: OBS, Snagit

Moderation mit Einblendung (Callouts)

Das Video einer Lehrperson kann auch durch einfache Texteinblendungen ergänzt werden. Diese können genutzt werden, um wichtige Informationen hervorzuheben und das Video aufzulockern. Dabei sollten Sie darauf achten, dass die Einblendungen selbst nicht vom Inhalt ablenken, oder die vortragende Person überdecken.

Die Texteinblendungen werden in diesem Anwendungsfall nachträglich in das Video eingefügt. In den meisten Videoschnittprogrammen ist diese Funktion als "Titel", "Callout" oder "Text"-Objekt verfügbar und kann frei im zuvor aufgezeichneten Video platziert werden.

Was brauche ich dafür?
  • wie Moderation, zusätzlich:
  • Videoschnitt Software mit Textfunktion
  • z.B. Camtasia, SnagIt, iMovie, DaVinci Resolve, o.ä.

Moderierte Präsentation

In der Aufzeichnung einer moderierten Präsentation wird genau wie bei der klassichen Vorlesungsaufzeichnung vorgegangen und das Videobild der Lehrperson sowie die Bildschirmaufnahme der PowerPoint Folien gleichzeitig aufgezeichnet. Anstelle jedoch alles immer gleichzeitig anzuzeigen, wird einfach in der Nachbearbeitung das jeweils aktuell wichtigere Bild im Vordergrund platziert.

Der Vorteil dieser Variante ist, dass durch den Wechsel des visuellen Fokus auch die Aufmerksamkeit des Publikums gezielter auf die wichtigsten Informationen gelenkt werden kann.

Thematisch am Lehrinhalt orierentierte Bildwechsel und eine aussagekräftige Anwendung der verwendeten Visualisierungswerkzeuge können die Lernenden dabei unterstützen, komplizierten Lernstoff nachzuvollziehen.

Was brauche ich dafür?
  • wie Moderation & Präsentation mit Audio, zusätzlich:
  • Videoschnittsoftware - z.B. Camtasia, iMovie, Windows 10 Fotos-App, o.ä.

Vorlesungsaufzeichnung

In der sog. Vorlesungssaufzeichnung sehen wir alle Inhalte immer gleichzeitig. In dieser Form kommt es besonders häufig bei der Aufzeichnung von regelmäßig stattfindenden Vorlesungen zur Anwendung. Der Vorteil liegt dabei vor allem in der relativ niedrigen Bearbeitungszeit. 

Mit einer Webcam kann dieses Format einfach im eigenen Büro umgesetzt werden. In einem ruhigen Raum kann auch ohne Probleme der Ton mit einem USB-Headset oder direkt vom Mikrofon der Webcam aufgezeichnet werden.

Dieses Format hat den Vorteil, dass alle verwendeten Spuren (Video, Ton und PowerPoint) bereits bei der Aufzeichnung miteinander synchronisiert werden. In der anschließenden Nachbearbeitung müssen die Videos nur noch entsprechend der hier gezeigten Grafik auf der Arbeitsfläche angeordnet werden. Bei langen Vorlesungen kann das Video um Kapitelmarker ergänzt werden.

Was brauche ich dafür?
  • Einen ruhigen, hellen Raum (Büro o.ä.)
  • Kamera - Webcam
  • Mikrofon - von Webcam oder Headset
  • Software - z.B. OBS

Greenscreen-Technik

Mit dem größten Aufwand verbunden sind Lehrvideos in der sogenannten "Greenscreen"-Technik. Dabei wird die Lehrperson vor einem einfarbigen, meist grünen oder blauen Hintergrund gefilmt. In der digitalen Nachbearbeitung der Aufnahmen, können diese grünen bzw. blauen Farbbereiche vollständig entfernt werden. Mittels Compositing-Verfahren (digitaler Collage) können anstelle des farbigen Hintergundes anschließend beliebige andere Bilder gelegt oder sogar ganze digital erstellte Räume platziert werden.
Das bekannteste Beispiel für diese Technik ist wohl die Tagesschau der ARD, in deren Studio die künstlichen Hintergründe bereits seit den 70ern eingesetzt werden und eigentlich nur noch der Moderationstisch echt ist. 

Für die Umsetzung ist ein gutes Studiolicht, die entsprechenden Hintergründe und die geeignete Schnittsoftware erforderlich. Möglich sind solche Aufnahmen z.B. im Filmstudio des Hochschulrechenzentrums der JLU oder des Offenen Kanals Gießen. 

Was brauche ich dafür?
  • Greenscreen-Leinwandsystem
  • Professionelles Studiolicht - z.B. Litepanels
  • Full HD Kamera mit Stativ
  • Funkmikrofonset - z.B. Shure e300 Serie 
  • Software - z.B. Adobe Premiere

Kontakt / Beratung

 
Sten Seegel, 
Instructional Designer AV-Medien
Gruppe Medien & E-Learning
Hochschulrechenzentrum der Justus-Liebig-Universität Gießen

lernvideo@hrz.uni-giessen.de

Quellen / Literatur zum Thema