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kritischer Rationalismus

Englisch: critical rationalism

Paradigma der quantitativen Forschung

"[Der kritische Rationalismus] geht davon aus, dass Erkenntnisgewinn dadurch zustande kommt, dass man zunächst Theorien formuliert, daraus Hypothesen ableitet und diese in nachvollziehbarer Weise anhand von Daten prüft. Dabei wird die Erfahrungswirklichkeit anhand ihrer einzelnen Merkmale (Variablen) und deren Relationen untereinander anhand größerer Stichproben von Untersuchungseinheiten analytisch untersucht." (wörtl. Döring & Bortz 2016 S. 15, siehe auch ebd. ab S. 36)

Der kritische Rationalismus setzt voraus, dass es eine objektive Realität gibt, die außerhalb des Bewusstseins existieren kann. Weiterer Kern dieser Vorgehensweise ist das Prinzip der Annahme einer Theorie bis zu deren Widerlegung (Falsifikation). Sowohl die Annahme als auch das Verwerfen von Theorien setzt eine kritische Auseinandersetzung mit Methode und Daten voraus, sodass nicht allein durch "passende" oder der Theorie widersprechende Daten Schlüsse gezogen werden sollten.

Döring, Nicola; Bortz, Jürgen (2016): Forschungsmethoden und Evaluation in den Sozial- und Humanwissenschaften. Berlin, Heidelberg: Springer Berlin Heidelberg.

Zuletzt geändert: 22. Jul 2021, 10:25am, [gm2466]


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