Teil 1.4 Modulerklärungen

Modulübersicht

Modulübersicht

Der Studiengang Bachelor of Arts (B.A.) Social Sciences/Sozialwissenschaften an der Justus-Liebig-Universität Gießen bietet ein umfassendes und modulares Studium in den Disziplinen Soziologie und Politikwissenschaft. Er kombiniert theoretische Grundlagen, methodische Fähigkeiten sowie Praxisbezug und zielt darauf ab, die Studierenden auf komplexe gesellschaftlichen Herausforderungen vorzubereiten. Nachfolgend findest Du eine detaillierte Erklärung zum Studienverlauf und zu den Modulschwerpunkten.

Was ist ein Modul?

Ein Modul ist eine thematisch zusammenhängende Einheit innerhalb deines Studiums. Es besteht aus mehreren Veranstaltungen (wie Vorlesungen, Seminaren oder Übungen), die gemeinsam ein bestimmtes Wissen oder eine bestimmte Fähigkeit vermitteln.
Zum Beispiel könnte ein Modul zur Empirischen Sozialforschung M5 aus einer Vorlesung über Forschungsmethoden, einem Seminar zur praktischen Anwendung und einer Übung zur Datenauswertung bestehen. Am Ende eines Moduls gibt es meistens eine Prüfung oder eine andere Art der Leistungsbewertung (z. B. Hausarbeit, Klausuren oder Präsentation).
Module sind die Bausteine deines Studiums – du musst eine bestimmte Anzahl absolvieren, um deinen Abschluss zu bekommen.

Die Basismodule stellen die theoretische Grundausbildung dar und decken zentrale Themen und Konzepte aus der Soziologie und Politikwissenschaft ab:

- B1a Grundlagen der Politikwissenschaft und B1b Grundlagen der Soziologie: Du lernst die wichtigsten Theorien und Begriffe beider Disziplinen kennen. Außerdem bekommst du einen Überblick darüber, wie politische und soziale Strukturen funktionieren, sich entwickeln und welche Herausforderungen sie mit sich bringen.

- B2 Politische und soziologische Theorien: Einführung in große Theorien, die erklären, wie Gesellschaften und Politik funktionieren. Du lernst, wie diese Theorien genutzt werden, um aktuelle gesellschaftliche Probleme zu verstehen.

- B3 Politische Ökonomie/Internationale Beziehungen und B4 Soziales Handeln und
Kommunikation/Sozialisation: Hier geht es um wirtschaftliche und politische Systeme, internationale Politik sowie darum, wie Menschen in der Gesellschaft miteinander interagieren und wie sie geprägt werden.

Was du aus den Basismodulen mitnimmst: Du verstehst, wie moderne Gesellschaften aufgebaut sind und funktionieren. Du lernst, kritisch über Politik, Wirtschaft und soziale Beziehungen nachzudenken – eine wichtige Grundlage für dein weiteres Studium. 

Politik und Medien

Inhalt des Seminars: Das Proseminar Politik und Medien ist als Gruppenprojektseminar geplant und in die folgenden drei Blöcke unterteilt: I. Grundlagen: Hier werden textbasiert gemeinsam Grundlagen der Funktionsweisen von Medien in unterschiedlichen politischen Systemen erarbeitet. Die Sitzungen basieren jeweils auf Grundlagentexten, einem Input und einer gemeinsamen Erarbeitungsphase. II. Gruppenprojektarbeitsphase: In dieser Phase haben die Gruppen die Möglichkeit im Seminar an ihren Projekten zu arbeiten. Ich stehe Ihnen dabei beratend zur Seite. III. Projektgruppensitzungen: In der letzten Phase werden die Gruppen ihre Projekte vorstellen. Dafu?r steht jeder Gruppe eine Sitzung zur Verfu?gung. In dieser Sitzung soll das Projekt in der ersten Hälfte vorgestellt werden. In der zweiten Hälfte soll dann die gesamte Seminargruppe durch die Projektgruppe mit einbezogen werden. Als Projektthemen sind denkbar: Medial vermittelte politische Ereignisse, mediale Strategien bestimmter politischer Akteur*innen, Berichterstattung von Medien zu Politiker*innen/politischen Ereignissen. Die von Ihnen gewählten Themen analysieren Sie dann innerhalb der Gruppen mithilfe von eigenständig recherchierter Literatur. 

Wahlen, Parteien und Beteiligung

Selten waren in Deutschland Wahlen und ihr Ausgang so offen wie heute. Wahlen in den Bundesländern, nehmen Einfluss auf die Bundespolitik und umgekehrt, immer mehr Parteien kandidieren bei den Wahlen und neue Parteien sind in den letzten Jahren in die Parlamente eingezogen. Im Seminar werden zentrale Grundlagen der Wahl- und Parteienforschung vermittelt und in vergleichender Perspektive anhand langfristiger und aktueller Entwicklungen auf landes- und bundespolitischer Ebene erörtert. Dabei werden zentrale Voraussetzungen für demokratische Wahlen sowie andere Formen direkter Beteiligung sowie Veränderungen der Partizipation und des Parteienwettbewerbs in Deutschland erörtert. Zentraler Themenfelder werden sein: demokratische Wahlen, Wahlrecht sowie Wahlsysteme, direktdemokratische Beteiligungsformen, politische Bildung vor Wahlen, Parteien und Parteiensystem, Wahlergebnisse und Wahlverhalten in Deutschland. 

Recht, und das Recht zu Ungehorsam und Protest

Im März 2021 räumte das Bundesverfassungsgericht erstmals subjektive Rechte auf Klimaschutz ein. Ist mit diesem Recht auch eine Ermächtigung zum Protest gegen bestehende Verhältnisse verbunden, etwa im Sinne der "Letzten Generation"? Kann Recht gleichzeitig die bestehende Ordnung schützen, und angesichts existenziell anmutender Bedrohungen trotzdem Ungehorsam, Protest und Widerstand dagegen legitimieren? Ist Recht als Element der Demokratie zu denken, oder völlig unabhängig davon?

Einführung in die (kritische) Männlichkeitsforschung

Forschung über Männlichkeit(en) ist mittlerweile zu einem zentralen Bestandteil der interdisziplinären Geschlechterforschung geworden. Andere Disziplinen der Sozial-, Kultur-, Medien- und Sprachwissenschaften beschäftigen sich ebenso immer häufiger mit dem Einfluss von Männlichkeiten auf die von ihnen untersuchten Phänomene. Der öffentliche Diskurs in Medien und Politik hat sich zudem in den letzten Jahren immer stärker dem Thema gewidmet und dabei, je nach politischer Stoßrichtung, von einer ?Krise der Männlichkeit? gesprochen, eine ?Wiederentdeckung der Männlichkeit? gefordert oder die Auswirkungen von ?Toxischer Männlichkeit? kritisiert. Dazu beschäftigen wir uns in den ersten Sitzungen mit dem Ursprung von (kritischer) Männlichkeitsforschung in den Gender Studies und im feministischen Aktivismus. Anhand von Grundlagentexten wollen wir ein fundiertes Verständnis des Forschungsfeldes bekommen, bevor wir uns in zwei weiteren Sitzungen mit etablierten Gegenständen der Männlichkeitsforschung befassen: Debatten um Vaterschaft, Körper und Sport. Die darauffolgenden Sitzungen beschäftigen sich mit dem Konzept der Intersektionalität und deren Auswirkungen auf die (kritische) Männlichkeitsforschung. Hier wollen wir die Wechselwirkungen zwischen Männlichkeit auf der einen und sozialen Kategorien wie Sexualität, Race oder Klasse näher in den Blick nehmen. Diese tragen unter anderem zur Bildung unterschiedlicher MännlichkeitEN und den damit zusammenhängenden sozialen Ungleichheiten bei. Im letzten Abschnitt des Seminars wollen wir mit der Perspektive der kritischen Männlichkeitsforschung auf aktuelle (gesellschaftliche) Debatten um Anti-Feminismus, Radikalisierung, Kolonialismus und Klimawandel schauen. Die Anforderung für einen Teilnahmeschein besteht in einem Anfertigen von kurzen Lese-Tagebüchern zu der Pflichtlektüre der Sitzungen. 

Wie "anders-sein" gemacht wird - Einführung in die kritische Rassismustheorie

In diesem Seminar werden wir uns ganz grundlegend und interaktiv mit Basistexten der kritischen Rassismusforschung und -Theorie befassen. Was können wir unter Rassismus verstehen, woher kommt er und wer ist davon wie betroffen? Rassismus hat seinen Ursprung als kolonialen Hierarchisierungs- und Ordnungsmechanismus und überschneidet sich mit anderen Formen von Unterdrückung zur Aufrechterhaltung von kolonial-kapitalistischen Ungleichheiten (z.B. entlang Gender, Klasse und Dis/Ableism). Hierfür beziehen wir auch einführende Literatur aus den dekolonialen Perspektiven ein und diskutieren sie gemeinsam. Es wird kein Vorwissen vorausgesetzt, wohl aber die Bereitschaft, den eigenen Wissenshorizont zu hinterfragen. Format: Das Seminar wird als Online-Veranstaltung geplant und wird durch Breakout-sessions strukturiert. Prüfungsleistung: Referat (in Gruppe) mit Handout und Ausarbeitung als digital Posterpräsentation.

Antisemitismustheorie

Seit dem so genannten Historikerstreit 2.0 und dem Erscheinen A. Dirk Moses Artikel "Der Katechismus der Deutschen" 2021 in der Zeit, spätestens aber seit dem Angriff der Hamas auf den Süden Israels am 7. Oktober 2023, wird weltweit erneut über die Definition des Begriffs Antisemitismus diskutiert. Wurde die Debatte nach der Ausladung des kamerunischen Historikers und Politikwissenschaftlers Achille Mbembe von der Ruhrtriennale noch primär im Feuilleton ausgetragen, hat sie im Nachgang des 7. Oktobers auch die sozialen Medien und die breite Öffentlichkeit erreicht. Dabei kommt immer wieder die Frage auf, ob der Antisemitismus eine Erscheinungsform des Rassismus ist, oder es sich um ein von ihm zu unterscheidendes Phänomen handelt. Das Seminar wird sich, mittels Grundlagentexten der Antisemitismusforschung, des Phänomens in seiner Ursprüngen im Antijudaismus bis hin zu seinen gegenwärtigen Erscheinungsformen widmen.

Soziale Ordnung und ihr Kollaps

Die Soziologie ist eine Wissenschaft, in deren Zentrum die Frage steht, wie soziale Ordnung möglich ist. Das meint zweierlei: Auf welche Weise werden moderne Gesellschaften zusammengehalten? Und welche Dynamiken untergraben umgekehrt die soziale Ordnung dieser Gesellschaften? Diese Fragestellung ist, angesichts weltweiter und zum Teil intensiver Krisenmomente (Klimawandel, Kriege, zunehmende Ressourcenknappheit etc.), aktueller denn je. Anhand klassischer soziologischer Texte erhalten die Studierenden einen Einblick in wichtige Begrifflichkeiten und Theorieströmungen der Soziologie.

Männlichkeit und Sport

In diesem Seminar werden wir den Sport aus einer soziologischen Perspektive analysieren, insbesondere im Hinblick auf Männlichkeit. Gesellschaftliche Veränderungen haben dazu geführt, dass alternative Formen von Männlichkeit die hegemoniale Vorstellung von Männlichkeit in Frage stellen. Wie äußert sich dies im Sport? Inwiefern sind Sport und Sportgemeinschaften Quellen männlicher Identität? Wie wirken sich solche Identitäten, die im sportlichen Kontext konstituiert werden, auf die Geschlechterbeziehungen aus? Anhand von Texten und Präsentationen werden wir diese Fragen untersuchen und diskutieren. Eine aktive Beteiligung der Studierenden wird erwartet. Das Seminar ist als Online-Veranstaltung geplant und wird durch Breakout-Sessions strukturiert.

Einführung in die Internationalen Beziehungen

In der Vorlesung erfolgt eine theoriegeleitete und problemorientierte Einführung in die Internationalen Beziehungen. In einem ersten Teil werden die Gegenstände und Theorien der internationalen Beziehungen vertiefend behandelt (z.B. der (Neo-)Realismus, Neoinstitutionalismus, Liberalismus, Sozialkonstruktivismus, sowie kritische neomarxistische Theorieansätze). Daran anschließend erfolgt eine systematische Beschäftigung mit Ansätzen zur Erforschung von Krieg und Frieden, der Außenpolitik und der Analyse internationaler Organisationen, von Global Governance, regionaler Integration (z.B. Europäische Union), und von Unterentwicklung und Entwicklung. Die Vorlesung bildet die Grundlage für die parallel stattfindenden Seminare zur Einführung in die Internationalen Beziehungen. Es wird während der einzelnen Sitzungen Wert auf einen Austausch bzw. Diskussion mit Studierenden über die jeweiligen Inhalte der einzelnen Sitzungen gelegt. Übergeordnete Fragestellungen, die in einzelnen Sitzungen immer wieder kehren, sind u.a.: Wie wirkt sich die Krise des liberalen Weltordnungsmodells auf die internationalen Beziehungen aus? Welche Folgen hat die veränderte Machtkonstellation für die internationalen Beziehungen? Welche Perspektiven ergeben sich vor diesem Hintergrund für die Friedenssicherung bzw. die Beendigung von Gewaltkonflikten durch internationale Organisationen? Welche Konsequenzen ergeben sich aus dem Ukraine-Krieg für die Friedenssicherung? Wie entwickelt sich die Europäische Union in Zeiten des Populismus und des Brexit? Welche Folgen hat die durch den Populismus propagierte Betonung des nationalen Interesses bzw. der nationalen Autonomie für die Zukunft von Global Governance und für den Welthandel? Wie kann die oftmals begrenzte Effektivität des globalen Regierens überwunden werden und wie kann das Welthandelssystem sozial und ökologisch gerechter ausgestaltet werden? Welche Anforderungen ergeben sich für die deutsche Außenpolitik vor dem Hintergrund des skizzierten Wandels in der Weltpolitik? Die Vorlesung findet als Präsenzveranstaltung statt.

Finanzmarktkapitalismus

Das Proseminar soll einen grundlegenden Überblick über die gegenwärtige Wirtschafts- und Finanzverfassung Deutschlands sowie die europäischen und internationalen Verflechtungen von Real- und Finanzwirtschaft geben. Ein multiperspektivischer Blick beginnt dabei mit historischen und theoretischen Grundlagen, welche die Entwicklung bis hin zum sog. Finanzmarktkapitalismus nachzeichnen und Hinweise zur analytischen Bewertung geben. Daran anknüpfend zunächst die Finanzmärkte näher beleuchtet, Akteure vorgestellt und deren Instrumente in ihrer Wirkung innerhalb der Finanzwirtschaft wie im demokratischen Gemeinwesen insgesamt betrachtet, um dann auf die Rolle des Staates und das Verhältnis von Staat und Märkten einzugehen. Abschließend werden eine kritische Sichtweise auf den Verlauf der Finanzkrise seit 2007 und alternative Handlungsoptionen präsentiert. Ziel der Veranstaltung ist es, die aktuelle Politik im Mehrebenensystem grundsätzlich einordnen und analysieren zu können.

Denkschulen des Neoliberalismus

Die Veranstaltung bietet multiperspektivischen Blick auf den Begriff Neoliberalismus, seine theoretische Fundierung und seine polit-ökonomische Rezeption: Im ersten Teil soll anhand einer theoretischen Grundlegung das Verhältnis des Neoliberalismus, soweit es denn einen identifizierbaren geschlossenen Konzeptansatz gibt, zu Staat, Demokratie und Politik behandelt werden. Der zweite Teil beschäftigt sich mit ausgewählten Protagonisten kontinentaler wie US-amerikanisch geprägter Denkschulen des Neoliberalismus und setzt diese zueinander in Bezug. Im abschließenden dritten Teil werden Krisenerscheinungen des globalisierten Kapitalismus vor dem Hintergrund der behandelten theoretischen Annäherungen dargestellt und analysiert. Ziel des Proseminares ist es, den Teilnehmern einen Überblick aus politikwissenschaftlicher, volkswirtschaftlicher und juristischer Perspektive auf Staat, Gesellschaft und Ökonomie im Neoliberalismus zu liefern.

Die Methodenmodule (M5 bis M8) bieten eine praxisnahe Ausbildung in empirischen
Forschungsmethoden:

- M5, M6 Methodeneinführung und Vertiefung: Du lernst, wie man wissenschaftlich forscht: Daten sammeln, auswerten und interpretieren – von den Grundlagen bis zu fortgeschrittenen Methoden.

- M7, M8 Erhebungsverfahren und Statistik: Hier geht es darum, wie man Umfragen, Interviews und andere Forschungsmethoden anwendet. Außerdem bekommst du einen Einblick in Statistik, um Daten richtig zu analysieren.

Was du aus den Methodenmodulen mitnimmst: Du erhältst wichtige Werkzeuge, um eigene wissenschaftliche Untersuchungen durchzuführen. Dazu gehört nicht nur das theoretische Wissen, sondern auch die praktische Fähigkeit, Daten zu erheben und auszuwerten – eine Schlüsselkompetenz für die Sozialwissenschaften!

Empirische Sozialforschung I

Worin liegt die Gemeinsamkeit von Fragebogenuntersuchungen mit Tausenden von Teilnehmenden, Studien auf Grundlage von aufschlussreichen persönlichen Interviews oder Untersuchungen anhand von Social Media-Daten á la YouTube, Instagram & Twitter? Antwort: Solche (exemplarischen) Datenerhebungs- und Analysemethoden bilden den Dreh- und Angelpunkt jeder theoriegeleiteten empirischen Sozialwissenschaft; erst die kompetente Beherrschung des sozialwissenschaftlichen Methodenkanons ermöglicht eine angemessene Erforschung sozialwissenschaftlicher Fragestellungen. Im Vorfeld dieser Zielsetzung vermittelt dieses Modul den Studierenden grundlegende Kenntnisse über die wichtigsten Aspekte sozialwissenschaftlicher Methoden zur Umsetzung verschiedener Forschungsprozesse. Neben der einführenden Vorlesung in die empirische Sozialforschung soll das begleitende Proseminar bereits Techniken der Sozialforschung ansprechen, um den Studierenden den Zusammenhang der theoretischen Inhalte der Vorlesung zur Praxis zu verdeutlichen.

Empirische Sozialforschung in der Praxis

Kein Zweifel: Methoden der empirischen Sozialforschung sind ein so vielfältiger wie zuweilen auch herausfordernder Teilbereich des Studiums der Sozialwissenschaften. Diese Veranstaltung soll Sie deshalb beim Kennen-Lernen der Spielregeln empirischer Sozialforschung unterstützen. Wie wird's gemacht? Ausgewählte Beispiel aus der Einführungsvorlesung sollen gemeinsam vertieft und erweitert werden. Hierbei können auch erste eigene praktische Erfahrungen im Bereich Datenerhebung und Auswertung gesammelt werden, die wir dann gemeinsam erörtern.

Empirische Sozialforschung II

Im Anschluss an die Einführungsvorlesung zu Datenerhebungs- und Analysemethoden rücken in dieser Veranstaltung verstärkt forschungspraktische Aspekte unterschiedlicher Varianten empirischer Sozialforschung in den Vordergrund. Exemplarische Fragen lauten: Worauf gilt es zu achten, wenn anhand von YouTube-Kommentaren Rückschlüsse auf die Verbreitung von Hassrede gezogen werden sollen? Wie können eigene (nicht-)teilnehmende Beobachtungen geplant, durchgeführt und analysierte werden? Wozu dienen Sekundärdatenanalysen ? und wie finde ich solche Datensätze, die für meine Forschungsfragestellung geeignet sind? Anhand methodisch angeleiteter, eng umgrenzter Mini-Forschungsprojekte sammeln die Studierenden hierbei erste eigene praktische Erfahrungen unter Beachtung der Spielregeln empirischer Sozialforschung.

Praktiken der Datenerhebung

Worum es geht: Sowohl anhand von klassischen Studien wie auch von aktuellen, besonders innovativen Untersuchungen werden zentrale methodische Forschungszugänge, Erhebungsmethoden- und Auswertungsansätze vorgestellt. In enger Anlehnung an die parallele Vorlesung ? Empirische Sozialforschung II? liegt das besondere Augenmerk hierbei auf der Verknüpfung von Methoden, Daten und den jeweiligen forschungsleitenden theoretischen Perspektiven.

Empirische Sozialforschung in der Praxis

Diese Übung ermöglicht den Studierenden die in den M6-Vorlesungen dargestellten sozialwissenschaftlichen Studien vertiefend zu diskutieren und sich konstruktiv-kritisch mit den darin angewandten Methoden der Datenerhebung auseinanderzusetzen. Zusätzlich unterstützen systematische Anwendungs- und Übungselemente den Transfer des in der Übung erworbenen Wissens in erste eigene Forschungserfahrungen.

Statistik für Sozialwissenschaften I

Diese Vorlesung bildet die Grundlage der zweisemestrigen Einführung in die Statistik (M7). Im Mittelpunkt der Veranstaltung stehen Verfahren der beschreibenden Statistik und Methoden zur Überprüfung des Zusammenhangs verschiedener Merkmale. Die Veranstaltung schließt mit einem Ausblick auf die Inferenzstatistik. Das begleitende, auf freiwilliger Basis zu besuchende Statistik-Tutorium vertieft die vorgestellten Inhalte durch praktische Übungen.

Statistik für Sozialwissenschaften II

Aufbauend auf einer kurzen Wiederholung ausgewählter Lerninhalte aus der Vorlesung Statistik I führt diese Lehrveranstaltung weiter in die Logik und die Grundlagen der Inferenzstatistik ein. Dabei werden wir verschiedene Verfahren z.B. zum Test von Mittelwert-Unterschieden zwischen Gruppen (z.B. t-Tests, verteilungsfreie Verfahren, Varianzanalyse) und Erweiterungen der linearen Einfachregression (z.B. multiple Regression) behandeln und einüben. Das Veranstaltungsziel liegt darin, den Teilnehmenden grundlegende Kenntnisse in der inferenzstatistischen bzw. multivariaten Datenanalyse zu vermitteln. Damit erwerben die Teilnehmenden in dieser Vorlesung auch Kompetenzen, die ihnen sowohl eine kritische Lektüre quantitativer empirischer Studien sowie die Durchführung eigener Analysevorhaben im Rahmen des BA-Studiums ermöglichen. Der parallele Besuch einer Übung zur sozialwissenschaftlichen Datenanalyse mithilfe eines Statistikprogrammes wird empfohlen. In diesen Übungen werden die in der Vorlesung besprochenen Verfahren mithilfe eines Statistikprogramms praktisch angewendet. In der Vorlesung Statistik II ist keine Vorleistung zu erbringen. Veranstaltungsbegleitend werden Tutorien angeboten, in denen vor allem die Vertiefung und Übung verschiedener Lehrinhalte der Vorlesung im Vordergrund steht.

Einführung in die sozialwissenschaftliche Datenanalyse mit SPSS

Die Datenanalyse mit einem statistischen Softwareprogramm zählt zu einer wichtigen Zielkompetenz im BA Social Sciences. Aufbauend auf Ihren bereits erworbenen methodischen und statistischen Kenntnissen werden in dieser Lehrveranstaltung verschiedene Analyseverfahren angewandt und dabei das gängige Softwareprogramm IBM SPSS Statistics benutzt. Einführend in das Programm werden der Aufbau und die Möglichkeiten der Datenverwaltung und -verarbeitung erklärt. In den darauffolgenden Einheiten wird - wenn es zeitlich möglich ist - neben deskriptiven Auswertungen und bivariaten Analyseverfahren auch eine Einführung in die multiple lineare Regression erfolgen. Während der Lehrveranstaltung wird sowohl die Menüführung als auch die Anwendung der Syntaxsprache von SPSS erläutert und geübt. Bei regelmäßiger Teilnahme können Sie am Ende des Seminars: selbst erhobene Daten in SPSS eingeben, Sekundärdaten in SPSS verwenden, Recodierungen und Transformationen von Variablen in SPSS vornehmen, deskriptive Statistiken und Grafiken in SPSS erstellen, auswerten und interpretieren, bivariate Analyseverfahren in SPSS anwenden, auswerten und interpretieren, eine multiple lineare Regression in SPSS auf Einsteigerniveau durchführen.

Einführung in die Datenanalyse mit R

Diese Übung bietet auf Grundlage Ihrer Kenntnisse sozialwissenschaftlicher Methoden eine praxisorientierte Einführung in die Programmiersprache R, die heute zu den weltweit verbreitetsten und umfänglichsten Open Source-Werkzeugen der Datenanalyse zählt. Im ersten Block widmen wir uns der grundsätzlichen Handhabe der Software und der Orientierung in RStudio, indem wir ein erstes Verständnis für die Syntax gewinnen sowie Datensätze importieren, transformieren und speichern. In den späteren Blöcken lernen wir, wie man in R Korrelations- und (multiple) Regressionsanalysen durchführt (und deren Output interpretiert), Grafiken wie Boxplots oder Histogramme erstellt und sonstige Kontrollstrukturen bzw. Ablauflogiken (if-Bedingungen, Schleifen etc.) für empirisch-quantitative Sozialforschung nutzbar macht. Am Ende des Semesters können Sie eigenständig fundamentale Untersuchungen mit R verwirklichen und sind hoffentlich motiviert, schon bald einen nächsten R-Kurs zu höheren multivariaten Verfahren der Inferenzstatistik zu besuchen.

Empirische Demokratie- und Autokratieforschung

Wenn wir Herrschaftssysteme (und auch politische Systeme) gegenüberstellen, geht es häufig um demokratische oder autokratische Qualität, doch was ist damit eigentlich gemeint? In diesem Seminar setzen wir uns mit den Grundlagen und Methoden der empirischen Systemforschung auseinander, wobei wir zunächst Konzepte wie (defekte) Demokratie, Autokratie, Diktatur und politische Transformation kennenlernen. Ein Fokus liegt dabei auch auf Demokratiemessung: Nachdem wir uns den gängigen Datenprojekten wie Varieties of Democracy oder Freedom House evaluativ angenähert haben, wollen wir selbst grundlegende (inferenz-)statistische und deskriptive Analysen umsetzen, um ein Verständnis dafür zu gewinnen, was es heißt, in der Vergleichenden Politikwissenschaft empirisch-makroquantitativ zu arbeiten. In diesem Zusammenhang werden wir auch Phänomene wie Korruption, Good/Bad Governance und Staatsversagen behandeln, und insbesondere Bezüge zu aktuellen Entwicklungen (u.a. in Lateinamerika) herstellen. Sofern die Veranstaltung als Seminar II in Modul 8 belegt wird, steht am Ende eine Hausarbeit oder Forschungspräsentation an.

Qualitative Interviews in den Sozialwissenschaften: Planung, Durchführung & Analyse

Qualitative Interviews sind ein zentrales Instrument der empirischen Sozialforschung, um verschiedene soziale Phänomene zu erfassen. Doch welche methodischen und theoretischen Grundlagen sind dabei zu beachten? Wie gestaltet sich der Forschungsprozess von der Planung über die Durchführung bis hin zur Analyse qualitativer Interviews?

Dieses Seminar bietet eine praxisnahe Einführung in die Methodik qualitativer Interviews, mit einem besonderen Fokus auf leitfadengestützte Interviews. Die Teilnehmenden lernen, Forschungsfragen zu entwickeln, Interviewleitfäden zu erstellen und Interviews ergebnisorientiert durchzuführen. Zudem werden Herausforderungen im Feld reflektiert – von Interviewdynamiken bis hin zu forschungsethischen Aspekten. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der systematischen Analyse der erhobenen Daten: Welche Auswertungsmethoden bieten sich an, und wie lassen sich Interviewmaterialien interpretieren?

Fragebogen-Untersuchungen: Planung, Durchführung & Auswertung

Häufig werden wir in verschiedenen Kontexten mit Fragebögen konfrontiert, was den Eindruck erwecken kann, dass deren Konstruktion ein unkompliziertes und wenig zeitintensives Vorhaben darstellt. Die Entwicklung eines fundierten und präzisen Fragebogens erweist sich jedoch als eine komplexe und anspruchsvolle Aufgabe in der empirischen Sozialforschung. Dieses Seminar bietet den Studierenden die Möglichkeit, sich intensiv mit den grundlegenden Techniken der Fragebogen-Untersuchung auseinander zu setzen. Ziel ist es, den gesamten Prozess von der Planung über die Durchführung bis hin zur Auswertung von Fragebögen zu erarbeiten und die Studierenden darauf vorzubereiten, eigenständige empirische Untersuchungen durchzuführen.

Die Praxismodule (P9 und P10) umfassen:

- P9 Techniken des wissenschaftlichen Arbeitens: Du lernst, wie man wissenschaftlich schreibt, gute Präsentationen hält und wichtige IT-Programme nutzt – alles, was du für dein Studium und spätere wissenschaftliche Arbeiten brauchst.

- P10 Praktikum: Ein mindestens 6-wöchiges Praktikum gibt dir die Möglichkeit, erste Berufserfahrungen zu sammeln und dein theoretisches Wissen in der Praxis anzuwenden.

Was du aus den Praxismodulen mitnimmst: Du bekommst essenzielle Fähigkeiten für dein Studium und deinen späteren Beruf. Das Praktikum hilft dir, den Arbeitsalltag in sozialwissenschaftlichen Berufen kennenzulernen und erste Kontakte zu knüpfen.

Argumentieren und Präsentieren in den Sozialwissenschaften

In dieser Veranstaltung sollen grundlegende Aspekte der Argumentation erlernt und geübt werden. Es werden Kriterien einer konstruktiven Diskussion vermittelt sowie Argumentations- und Gesprächsführungstechniken in Debatte und Diskussion angewendet. Des Weiteren soll anhand rhetorischer Kriterien die eigene Vortragsweise in Kurzvorträgen trainiert werden. Beobachter- und Videofeedback sollen helfen, eigene kommunikative Verhaltensweisen zu reflektieren. Als Leistung ist eine schriftliche Reflexion zu den Übungen und Erfahrungen im Umfang von 1 bis 3 Seiten einzureichen.

Wissenschaftliches Arbeiten und Präsentieren mit Microsoft Office in den Sozialwissenschaften

Das semesterbegleitende Seminar richtet sich an Studierende des Studiengangs Social Sciences (B.A.) und findet wöchentlich an 8 Terminen statt. Es werden zum einen die formalen und inhaltlichen Kriterien wissenschaftlicher Arbeiten und deren Umsetzung mit Microsoft Word vermittelt. Dazu zählen u.a. der korrekte Umgang mit Fachliteratur und Zitaten aus wissenschaftlichen Quellen sowie die Erstellung verschiedener Verzeichnisse und die allgemeinen Konventionen der Dokumentgestaltung wissenschaftlicher Texte.
Zum anderen sollen die grundlegende Bedienung von PowerPoint erarbeitet, sowie das allgemeine Layout wissenschaftlicher Präsentationen vorgestellt werden. Im Vordergrund stehen hierbei die Gestaltung optisch klarer und informativer Folien sowie die technische Umsetzung und der angemessene Einsatz von Schaubildern, Tabellen und Diagrammen. Als Leistung sind die Formatierung eines bereitgestellten wissenschaftlichen Textes und ein selbsterstelltes Präsentationsdesign einzureichen.

Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten

tudieren bedeutet auch wissenschaftlich tätig zu sein. Daher dient diese Lehrveranstaltung im ersten Semester dazu, in den Kosmos ?Wissenschaftsbetrieb? einführen, Orientierung geben und die wichtigsten Kenntnisse und Fähigkeiten vermitteln. Zu diesen Schlüsselqualifikationen gehören u. a.: - die sogenannte Wissenschaftsfrage zu verstehen und anwenden zu können; - Literatur gezielt recherchieren und effektiv auszuwerten; - eine Hausarbeit in der Fachdisziplin gekonnt zu Papier zu bringen (von der groben Idee zur konkreten und stichhaltigen Arbeit); - Aufbau und Argumentation von fachwissenschaftlichen Texten nachvollziehen und beurteilen zu können; - Forschungs- und Arbeitsmethoden benennen und anwenden zu können; - Forschungsdesigns für studentische Studienleistung zu entwickeln; - Plagiate zu vermeiden; - Referate und Präsentationen vorzubereiten sowie - eine kleine Einführung in die Wissenschaftstheorie. Studienleistung: Hausarbeit

Praktikumsvorbereitende Veranstaltung

Praktikumsvorbereitender Kurs für das Pflichtpraktikum im BA Social Sciences. Inhalte des Kurses sind Berufsorientierung für Sozialwissenschaftler*innen und die Vorbereitung des Praktikums. Die Veranstaltung kann auch praktikumsbegleitend besucht werden. Für Studierende, die ihr Praktikum bereits absolviert haben, dient die Veranstaltung der Nachbereitung des Praktikums in Form des Praktikumsberichtes mit Schwerpunkt Soziologie.

Praktikumsvorbereitung

Der praktikumsvorbereitende Kurs liefert die Vorbereitung für die Durchführung des Pflichtpraktikums im Rahmen des Bachelor Social Sciences mit Schwerpunkt auf Politikwissenschaft. Gegenstand des Seminars werden Berufsfelder für Sozialwissenschaftler*innen, das Suchen und Finden eines geeigneten Praktikumsplatzes, Hinweise für die Durchführung des Praktikums sowie das Verfassen des Praktikumsberichtes sein. Hinweis zur Durchführung Das Seminar findet digital (MS Teams) im Wechsel von synchronen und asynchronen Sitzungen statt. Änderungen vorbehalten.

Die Themenmodule (T11 bis T13) sind vertiefende Module, die aktuelle Fragestellungen der Soziologie und Politikwissenschaft behandeln:

- T11 Kommunikation und Medien/Kulturen und Konflikt: Du lernst, welche Rolle Medien in der Gesellschaft spielen und wie kulturelle Unterschiede und Konflikte entstehen.

- T12 Sozialer und politischer Wandel/Internationale Beziehungen und Gesellschaftsvergleich: Hier geht es darum, wie sich Gesellschaften verändern – sowohl auf nationaler als auch auf globaler Ebene.

- T13 Soziale Ungleichheit und Geschlechterverhältnisse/Institutionen und Politikfelder: Du analysierst, warum es soziale Ungleichheit gibt, wie Geschlechterverhältnisse sich entwickeln und welche Rolle politische Institutionen spielen.

Was du aus den Themenmodulen mitnimmst: Du vertiefst dein Wissen zu aktuellen gesellschaftlichen und politischen Herausforderungen. Diese Module helfen dir, komplexe Entwicklungen zu verstehen und kritisch zu hinterfragen. Du kannst mindestens zwei dieser Module wählen – eins kann auch aus einer anderen Disziplin stammen.

Radikal kommunizieren

Das Seminar untersucht die komplexen wechselseitigen sozio-kommunikativen Beziehungen zwischen der ?Mainstream-Öffentlichkeit? und radikalen politischen Akteuren. Im Schnittbereich der Forschungsfelder politische Kommunikation und Mediensoziologie werden Konzepte wie Populismus und Radikalisierung sowie aktuelle Forschungsergebnisse gesichtet und kritisch diskutiert. Zum Ende des Seminars hin werden Fragen nach der sozio-politischen Verantwortung mediensoziologischer Forschung adressiert und mit Gästen diskutiert. Wie kann ein besseres Verständnis der wechselseitigen kommunikativen Beziehung zwischen Mainstream und Rand zu einem Aufbrechen von spaltenden Konfliktlinien beitragen?

Popular culture and cultural images

Culture is based on practices and symbolizations. As much as individuals within the environment of culture are ?doing culture?, e.g. they are actively facilitating the cultural conditions they live in, they are also determined and targeted by existing cultural framings and discourses. Of greater importance here is the emergence of cultural images which communicate social meaning and function as shared resources to produce a common lifeworld and the social bond. From the 20th century onwards, within the increasingly mediatized modern societies, it has subsequently been representations of popular culture that provide the decisive cultural images which define the cultural self-understanding of the contemporary and, therefore, the condition of a cultural reality shared by all members of the society. Due to the globalizing conditions of media society and popular culture, these cultural images of the contemporary do on the one hand unfold on global scale. Due to fairy tales, Disney, and Animee, people today are vastly referring to the same set of cultural images. Then again, these images gain different meanings in different regions, and there are also always particular cultural images on regional and local level. In our class we will reflect on the emergence, functionality and discourse practices of (global) cultural images. We will therefore refer to theory as much as we will focus on specific examples.

Digitalisierung in der soziologischen Forschung: Einsatz von Large Language Models und KI

Herzlich willkommen zur Blockveranstaltung "Digitalisierung in der soziologischen Forschung: Einsatz von Large Language Models und KI". Gemeinsam werden wir erkunden, wie Large Language Models in Forschungsprojekten genutzt werden können ? von der Recherche bis zum wissenschaftlichen Schreiben. Dabei legen wir besonderen Wert darauf, die potenziellen Herausforderungen und Gefahren kritisch zu beleuchten. Die Veranstaltung setzt auf intensive Gruppenarbeit, um gemeinsam die notwendigen Fähigkeiten für einen kompetenten Umgang mit Large Language Models zu entwickeln. Wir werden auch die gesellschaftskritische Reflexion über den Einsatz von KI in der sozialwissenschaftlichen Forschung in den Fokus nehmen. Hierfür nutzen wir verschiedene Theorien und Methoden, wie z.B. die Akteur-Netzwerk Theorie nach Bruno Latour und die Autoethnographie. Speziell für Studierende der Soziologie bieten wir die Möglichkeit, fachspezifische Standards im Zusammenhang mit Large Language Models zu betrachten. Vor diesem Hintergrund wird auch die noch nicht geklärte rechtliche Situation zum Einsatz von ChatBot-Technologien in Lehrveranstaltungen diskutiert. Leistungsnachweis: Hausarbeit oder Referat/Poster mit/ohne Ausarbeitung oder Portfolio Dieses Seminar findet vollständig digital und synchron statt.

Russia`s Power Politics through Hybrid Warfare

The concept of ?hybrid warfare? as a method of conducting foreign policy to advance strategic objectives of certain international actors has been present in international affairs for some time. However, it was not until the Russian annexation of Crimea in 2014 that scholars began to closely examine this phenomenon of hybridity in external interventionism on the international stage. Amidst the competition between different paradigms of state interactions, power politics rooted in realist approaches are reacting against the liberal doctrine of external governmentalism. As certain actors seek to utilize hybrid warfare to project power and achieve strategic goals within their spheres of interest, the study of this concept has become imperative in an era of growing geopolitical rivalries. This seminar aims to provide a comprehensive understanding of the features that characterize the concept of hybrid warfare. Various forms of hybrid tools, ranging from disinformation to economic pressure and energy weaponization, can be employed to exert influence on targeted states and domestic actors. The boundaries of hybridity in external interventionism will be illustrated through a case study of Russia. We will analyze the specificities of Russian hybrid warfare by examining the ?Gerasimov Doctrine,? which outlines the types of actions, their goals, and practical implementation. Students are encouraged to discuss other cases of hybrid warfare, considering both actors involved and forms of implementation.

Autokratische Regime als Herausforderung für die liberale Friedensstrategie der UNO

ie Zuversicht in eine immer fortschreitende globale Demokratisierung und in den Erfolg der liberalen Friedensstrategie bröckelt nicht erst seit dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine, sondern erreicht hier lediglich ihren Höhepunkt. Liberale Friedensstrategien erlebten ihren Aufschwung vor allem zum Ende des Kalten Krieges und wurden von westlichen Staaten sowie der UNO vorangetrieben. Die Modi der Konfliktbearbeitung autokratischer Regime stehen in einem deutlichen Widerspruch zum liberalen Paradigma. Seit den 2000er Jahren setzen (semi-) autokratische Regime, wie Russland, China oder die Türkei, immer selbstbewusster eigene Strategien zur Bearbeitung innerstaatlicher und regionaler Konflikte um. Diese kennzeichnen sich durch die systematische Verletzung des humanitären Völkerrechts, durch Vertragsbrüche und durch die Verletzung der territorialen Integrität und Souveränität anderer Staaten. Alternative Modelle der internationalen Ordnung und illiberale Formen der Friedenssicherung gewinnen somit an Legitimität und konkurrieren mit liberalen Formen. Das Seminar behandelt dieses Phänomen anhand von theoretischen Ansätzen der internationalen Beziehungen und Fallbeispielen.

Global Governance, Peace and the Crisis of the liberal World Order

In a first section, the lecture deals with basic concepts (e.g., global governance, theories of international relations, liberal world order) and the impacts of populism, nationalism, and the regression of democracy on global governance - or on the system of the United Nations. On the one hand, students from different study programs will be provided with basic information necessary to understand arguments made about the impact of declining liberal world order on global governance. On the other hand, the lecture will follow a problem-oriented approach and analyze or explore these issues in depth. It will analyse developments in different issue areas (e.g., environment/climate change, development, world trade, disarmament, management of violent conflict and peace-keeping, human rights, food etc.). Lectures will be held in English language and be available in Illias (via Studip). Each lecture includes puzzles with questions to students (for self-study or discussion with students in Studip) or small video-clips about specific themes related to an issue area.

Zivilgesellschaft, Protest und soziale Bewegungen

Zivilgesellschaft und soziale Bewegungen stellen wichtige Akteure in der Artikulation und Mobilisierung von gesellschaftlichen Ungleichheiten und Konflikten dar. Das Seminar befasst sich mit zentralen Konzepten und Erkenntnissen zu zivilgesellschaftlicher Partizipation und sozialen Bewegungen in Demokratien. Es beleuchtet zum einen verschiedene Verständnisse von Zivilgesellschaft und sozialen Bewegungen in ihrer Beziehung zu institutioneller Politik und Demokratie. Zum anderen werden konkrete Fallbeispiele in den Blick genommen, z.B. Umweltbewegung, Frauenbewegung und das zivilgesellschaftliche Engagement während der Corona-Pandemie.

Antifeminismus und Anti-Gender Politiken als Angriffe auf die Demokratie

Was haben die Angriffe auf Diversität und LGBTIQ+ Rechte in den USA mit den aktuellen Kämpfen gegen geschlechtergerechte Sprache (‚Gendern‘) oder sexuelle Bildung in Deutschland zu tun? Weltweit häufen sich Mobilisierungen gegen Gleichstellungs- und Antidiskriminierungspolitiken, gegen LGBTIQ+ Rechte (insbesondere die Rechte von trans Menschen), gegen queere und sexuelle Bildung, gegen Feminismus und geschlechtliche Selbstbestimmung sowie gegen alles, was mit dem Begriff ‚Gender‘ assoziiert wird. Innerhalb der Politik- und Sozialwissenschaft bzw. der Geschlechter- und Demokratieforschung werden diese Entwicklungen und Mobilisierungen als Manifestationen eines weltweit (wieder) zunehmenden Antifeminismus interpretiert, in dessen Zentrum nun der Begriff ‚Gender‘ steht und dessen Akteur*innen oftmals in einem politischen Naheverhältnis zu rechtspopulistischen, extrem rechten, rechtskonservativen oder autoritären politischen Projekten, Gruppen oder Ideologien stehen. Begriffe wie ‚Gender Ideologie‘, ‚Gender Wahn‘ oder ‚Gender Diktatur‘ dienen dabei als eine Art Scharnier und Brückendiskurs, um Akteure aus sehr unterschiedlichen politischen Spektren zu vereinen.

In diesem Seminar werden wir uns mit den historischen Genealogien sowie den unterschiedlichen Facetten und Manifestationen antifeministischer bzw. anti-gender Mobilisierungen beschäftigen sowie nach deren Bedrohungspotential für demokratische Strukturen und Prozesse fragen. Können Anti-Gender Politiken als Angriffe auf ‚die Demokratie‘ und deren Grundwerte wie Freiheit und Gleichheit analysiert werden? Und umgekehrt: Inwieweit tragen feministische oder LGBTIQ+ Politiken eigentlich zu einer Demokratisierung von Gesellschaft bei? Das Seminar bietet einen Raum zur theoretischen, historischen und anwendungsorientierten Auseinandersetzung mit Antifeminismus und aktuellen Anti-Gender Politiken und fragt insbesondere nach deren Verschränkungen mit Formen der gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit, wie LGBTIQ+ Feindlichkeit, Antisemitismus oder Rassismus. Dabei werden sowohl theoretische Einordnungen der beschriebenen Mobilisierungen in unterschiedlichen geopolitischen Kontexten als auch empirische Befunde diskutiert, welche die lokale und globale Dimension von Antifeminismus und Anti-Gender Politiken analysieren und veranschaulichen.

Interessenvermittlung im Wandel

Das Seminar befasst sich mit Prozessen der Übersetzung gesellschaftlicher Konflikte und Interessen in politische Entscheidungen und Institutionen. Insbesondere geht es der Frage nach, wie sich diese Übersetzungsprozesse im Kontext von gesellschaftlichen Transformationen wie Medialisierung, Digitalisierung und Transnationalisierung gewandelt haben. Das Seminar startet mit einführenden Sitzungen zu sozialer Ungleichheit und Interessen, zu Intermediären Organisationen und zu klassischen Vermittlungsparadigmen. Es folgen spezifische Analysen dazu, wie unterschiedliche intermediäre Organisationen und Akteure – darunter Parteien, Verbände, Gewerkschaften und sozialen Bewegungen – Konflikte und Interessen aufgreifen, formen und mobilisieren und wie sich dies über die letzten Jahrzehnte verändert hat.

- T14 Lehrforschungsprojekt: Du führst ein eigenes Forschungsprojekt durch und setzt dein Wissen sowie deine Methodenkenntnisse praktisch ein.

- T15 Thesis-Modul: Dein Studium endet mit der Bachelor-Thesis: Innerhalb von drei Monaten bearbeitest du eine selbstgewählte wissenschaftliche Fragestellung.

Was du aus diesen Modulen mitnimmst: Du lernst, selbstständig zu forschen und wissenschaftlich zu arbeiten – eine wichtige Vorbereitung für deine berufliche Zukunft oder ein weiterführendes Studium.

Sozialwissenschaftliche Textanalysen: Methoden und Anwendungen am Beispiel von NSDAP-Biogrammen

In diesem Lehrforschungsprojekt werden wir gemeinsam Methoden der quantitativen und qualitativen Inhaltsanalyse auf einen faszinierenden historischen Datensatz anwenden: den autobiografischen Berichten von frühen Mitgliedern der NSDAP, die der amerikanische Soziologe Theodore Abel in den 1930er Jahren sammelte. Diese einzigartigen Dokumente wurden digitalisiert und mit einem umfangreichen Metadatensatz ergänzt, der zentrale soziale Merkmale der Verfasser:innen erfasst. Ziel des Lehrforschungsprojekts ist es, ausgehend von diesen Daten unterschiedliche methodische Herangehensweisen kennenzulernen und selbst anzuwenden: Wie lassen sich aus Texten systematisch soziale Strukturen und ideologische Muster herausarbeiten? Welche Vorteile bieten computergestützte Verfahren, und welche Herausforderungen ergeben sich bei der Analyse handschriftlicher Quellen? Durch eine Mischung aus theoretischer Einführung und praktischer Anwendung gewinnen die Teilnehmenden Einblicke in moderne Verfahren der Textanalyse und erwerben wertvolle methodische Kompetenzen für die eigene Forschung. Studierende des BA Social Sciences, die ein hohes methodisches haben und über eine überdurchschnittliche Studienmotivation verfügen sind herzlich eingeladen, diesen spannenden Datensatz vor dem Hintergrund klassischer Annahmen aus dem Bereich der politischen Soziologie zu erkunden.

Internationale Sicherheit

Dieses Seminar stellt den ersten Teil eines zweisemestrigen Lehrforschungsseminars dar. Am Ende des zweiten Seminar-Teils ist es das Ziel, dass die TeilnehmerInnen eigenständig eine kleinere Forschungsarbeit zu einem selbst gewählten Thema der internationalen Sicherheit umsetzen und dabei die im bisherigen BA-Studium erlernten Kenntnisse zum wissenschaftlichen Arbeiten und zu diversen Methoden anwenden können. Im Rahmen dieses ersten Seminar-Teils werden dabei Wissensgrundlagen zur Internationalen Sicherheit vermittelt. Dabei geht es um Begriffe, Konzepte und Theorien sowie konkrete Sicherheitsherausforderungen. Der inhaltliche Zugang zum Thema wird sowohl über konkrete internationale Sicherheits-Risiken als auch über Sicherheits-Organisationen und multilaterale Sicherheits-Bearbeitungs-Settings gestaltet. Ziel ist es, fachwissenschaftlich ?fit? zu werden für die eigenständigen Bearbeitungen im zweiten Semester.

Kinder, Jugendliche und Politik

Das Lehrforschungsprojekt "Kinder, Jugendliche und Politik" führt im ersten Semester anhand unterschiedlicher Fragen in verschiedene theoretische sowie (qualitative und quantitative) empirische Ansätze der Erforschung des Verhältnisses von Kindern und Jugendlichen zur Politik ein. Zunächst geht es um konzeptionelle Grundlagen der Begriffe Kindheit und Jugend sowie um unterschiedliche inhaltliche Aspekte des Themas. Zudem werden verschiedene (qualitative und quantitative) sozialwissenschaftliche Methoden im Zusammenhang der Zielgruppe Kinder und Jugendliche besprochen und an verschiedenen Forschungsbeispielen diskutiert. Dabei werden die Phasen des Forschungsprozesseses und die Herausforderungen bei der Forschungsarbeit mit Kindern und Jugendlichen erarbeitet und erörtert. Zum Ende des Sommersemesters haben die Studierenden erste eigene Forschungsideen entwickelt, die sie in einem Exposé festhalten. Zu Beginn des zweiten Semesters werden die Forschungsprojekte vorgestellt und besprochen. Daran schließt sich die eigene Forschungsarbeit an, die im zweiten Teil kontinuierlich begleitet wird. Abgeschlossen wird das Lehrforschungsprojekt im WS 19/20 mit einer mündlichen Präsentation und empirischen Hausarbeit zum eigenen Forschungsprojekt.

- Internationalisierung: Der Studiengang ist international ausgerichtet. Du kannst Veranstaltungen auf Englisch besuchen und an internationalen Studienprogrammen teilnehmen.

Was du daraus mitnehmen kannst: Du bekommst die Chance, deine Sprachkenntnisse zu verbessern, interkulturelle Erfahrungen zu sammeln und dich auf eine internationale Karriere vorzubereiten. 



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