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Audioguide

Beschreibung

Der Audioguide ist eine Tondatei, die auf geeigneten Geräten oder Smartphones abgespielt werden kann. Entwickelt wurde er ursprünglich als Museumsguide, ist heute jedoch auch als Stadtführer beliebt und kann zudem in der Schule und Universität eingesetzt werden.
Die Methode Audioguide bietet sich immer dann an, wenn Informationen individuell abrufbar bzw. an verschiedenen Stationen vermittelt werden sollen. Durch den kreativen Umgang mit der Sprache bzw. Stimme und Technik bietet sie eine angenehme Abwechslung im Alltag. Zudem ist sie durch die freie inhaltliche Gestaltung und stetige Möglichkeit der Erweiterung sehr flexibel einsetzbar. Vorteilhaft ist weiterhin, dass die Methode zur Persönlichkeitsentwicklung beitragen kann, indem selbstständiges Arbeiten aber auch Teamarbeit sowie soziales Lernen gefördert wird. Stärken bzgl. der Wissensvermittlung sind z.B. eine aktive Beschäftigung mit Orten und Inhalten, die Handhabung unterschiedlicher digitaler Medien sowie - je nach Input - die Auseinandersetzung mit Themen wie Datenschutz und Persönlichkeitsrechten.

Durchführung

Um einen Audioguide zu erstellen sind in der Regel acht Schritte notwendig, zwei weitere Schritte sind optional:
  1. Themenfindung: Als Ausgangspunkt können verschiedene Themen und/oder Orte dienen oder auch eine Verknüpfung von beidem. Sinnvoll ist es, wenn sich das Material auf Stationen aufteilen lässt.
  2. Audio-Elemente festlegen: Bei diesem Schritt wird bestimmt, welche Elemente der Audioguide enthalten soll. Neben den Sprechertexten kann ein sinnvoller Einsatz von z.B. Hintergrundgeräuschen, Originaltönen (z.B. Aussagen von Experten) oder Musik interessant sein. Um die Elemente zu bestimmen sollte der Stil zu Beginn festgelegt werden (z.B. Radiobeitrag oder Experteninterview). Die Dateien werden getrennt voneinander aufgenommen, damit sie besser bearbeitet und aufeinander abgestimmt werden können. Ungeübte sollten zuvor die Aufnahmegeräte testen.
  3. Geräusche und Interviews aufnehmen: Vor der Aufnahme des Sprechtextes werden alle anderen Töne aufgenommen. Beim Führen eines Interviews ist insbesondere auf eine deutliche Aussprache, die Fragetechnik (keine geschlossenen Fragen) und den Spannungsbogen (Einstieg mit leichten Fragen) zu achten. Der Umgang mit den Aufnahmegeräten sollte vertraut sein.
  4. Aufnahmen sortieren: Sind die Aufnahmen gemacht, werden sie auf den PC übertragen. Da die einzelnen Audiodateien pro Station nur wenige Minuten lang sein sollten, werden aus dem besten Aufzeichnungsmaterial die interessantesten Stellen herausgesucht. Es empfiehlt sich, den Schritt des Anhörens und Sortierens gleich mit dem später eingesetzten Audioschnittprogramm zu vollziehen.
  5. Sprechertexte schreiben: Der Sprechertext (die Moderation) führt wie ein roter Faden durch das Thema und verbindet alle Elemente, die im Audioguide vorkommen sollen. Zu beachten ist, dass Texte für Audioguides von der Schriftsprache abweichen, weil das Ohr anders "sieht" als das Auge. Gute Hörtexte erzeugen beim Nutzer Kopfbilder, sind kurzweilig, faszinierend und nachhaltig. Beim "Schreiben fürs Hören" sollten ein paar Punkte beachtet werden:                                                                  
  • Zielgruppe und Ziele: Die Zielgruppe bestimmt die Tonalität; der Audioguide sollte vom bestehenden Angebot abweichen und einen Mehrwert bieten (ergänzend zur Objektbeschreibung etc.); die Zielsetzung muss klar sein   
  • Lerntypen: Idealerweise wird auf verschiedene Lerntypen (nach Howard Gardner) Rücksicht genommen; relevant sind insbesondere die Lerntypen "musikalische Intelligenz" (ein besonderes Gespür für Intonation, Rhythmik und Klang, aber auch ein subtiles Gehör dafür), "körperlich-kinästhetische Intelligenz" (Beherrschung, Kontrolle und Koordination des Körpers und einzelner Körperteile) und "interpersonale Intelligenz" (Fähigkeit, andere Menschen zu verstehen und mit ihnen einfühlsam zu kommunizieren)                                                         
  • Schreiben fürs Hören: Gute Audiotexte sind u.a. max. 90 Sekunden lang (ca. 180 Wörter), müssen verständlich aufbereitet sein, arbeiten mit Sprecherwechsel, benutzen eine bildliche Sprache, setzen wechselnde Methoden ein (z.B. indem ein Erzähler aus der Zeit der vorgestellten Münzsammlung spricht) und meiden Gedankensprünge (für vertiefende Informationen siehe Praske 2016)                                                                                                                        
      6. Sprechertexte aufnehmen: Hierzu sind im Vorfeld Sprechübungen sinnvoll.
      7. Schneiden: Die einzelnen Dateien werden mit Hilfe eines Programms geschnitten und zu einer Datei zusammengefügt.
      8. Upload: Die fertigen MP3-Beiträge können auf einer Plattform wie Audioyou.de, auf eine Homepage oder einen MP3-Player hochgeladen werden.
      9. (QR-Code erstellen): Wird die Datei auf eine Plattform oder Homepage hochgeladen, kann diese mit einem QR-Code versehen werden (Erstellung auf der Seite qrcode-
          generator.de). Für jede Audiodatei bzw. Station sollte ein Code erzeugt werden. Mit Hilfe einer kostenlosen QR-Code-Reader-App kann dieser mit dem Smartpone
          gescannt und geöffnet bzw. angehört werden. Auf diese Weise sind keine zusätzlichen Geräte für die Audiodateien notwendig.
    10. (Stationen ausstatten): Die Stationen können z.B. mit Schildern, Nummern und Namen sowie QR-Code versehen werden. Ein Übersichtsplan bietet sich dann an, wenn 
         die Stationen nicht direkt beieinander liegen.

Geeignete Veranstaltungstypen

Die Methode eignet sich für eine Gruppengröße von 4-20 Teilnehmenden. Werden Kleingruppen gebildet, sollten diese 3-5 Personen umfassen.

Ressourcen

Zum Erstellen eines Audioguide werden folgende Ressourcen benötigt:

Raum:
  • Computerraum,
  • Ausweichraum
  • und ggf. einen Außenbereich
Technik:
  • Aufnahmegeräte (notfalls Handys/Smartphones) inkl. Übertragungskabel
  • Rechner mit Lautsprechern (für den Schnitt)
  • Kopfhörer
  • evtl. Fotoapparate (notfalls Handys/Smartphones)
Software/Webienst
  • Audioschnittprogramm (kostenlos ist z.B. Audacity)
  • evtl. Videoschnittprogramm (kostenlos ist z.B Videopad Editor oder Windows Movie Maker)
  • evtl. Mediaplayer (zum Abspielen von Filmdateien, z.B. VLC)
  • evtl. Plattform für CC-Musik (z.B. Jamendo)