Probleme beim Bearbeiten von Seiten in ILIAS? Probieren Sie es bitte mit einem anderen Browser oder löschen Sie Cache und Cookies.
Symbol Kategorie

Digitale Veranstaltungskonzeptionen

Reiter

zurück zur Startseite

Digitale Veranstaltungskonzeptionen

Digitale Settings: Präsenz, online und/oder hybrid? 

Neben didaktischen Erwägungen spielen auch Rahmenbedingungen für die Lehre eine Rolle. Auch hier sollte man abwägen, welche Settings für welchen Zweck angebracht sind und welche Rahmenbedingungen unter Umständen auch bestimmte Erfordernissen nach sich ziehen. Die folgenden Settings schließen sich nicht gegenseitig aus, vielmehr können sie auch kombiniert werden.
Digitale Werkzeuge wie Abstimmungssysteme oder digitale Pinnwände eignen sich sehr gut, um Studierende zu aktivieren – beispielsweise um Interaktionen einzuleiten oder um Kommunikationsanlässe zu schaffen. Zudem können sie eingesetzt werden um etwas über den Lernstand der Studierenden zu erfahren und ihnen diesen auch zurückzumelden. Auch auf organisatorischer und evaluativer Ebene sind digitale Werkzeuge in Präsenzveranstaltungen eine wertvolle Unterstützung, da sie direkt ein (Abstimmungs-) Ergebnis liefern. Beispielsweise wenn es darum geht, zukünftiges Vorgehen abzustimmen oder um sich als Lehrperson eine Rückmeldung zu holen.
Das ILIAS Live Voting ermöglicht Live-Umfragen in Präsenzveranstaltungen und das Tool onlinequestions.org kann als digitale Pinnwand eingesetzt werden.
Nimmt an einem synchronen Termin einer Lehrveranstaltung ein Teil der Personen in Präsenz teil und der andere Teil per Videokonferenz, spricht man von einem synchron-hybriden Lehr-Lernsetting. Dieses Szenario wird mit steigendem Interaktionsgrad komplexer und damit auch anspruchvoller in der Planung und Umsetzung.
Bei der Betrachtung eines ganzen Semesters können die synchronen Sitzungen in ein Blended Learning-Konzept und/oder in einen Flipped Classroom eingebettet werden.
Nützlich kann dieses Szenrio auch für eine Situation sein, in der eine wöchentliche Sitzung nötig ist, aber nicht alle Studierenden anwesend sein können oder sollen (Pandemie, Raum zu klein, etc.) aber dennoch allen Teilnehmenden regelmäßige Präsenztermine angeboten werden sollen, dann können die Studierenden im Wechsel in Präsenz oder online per Videokonferenz teilnehmen.
Zudem kann die synchrone Zeit mit digitalen Werkzeugen, die für die Online-Teilnehmende ebenso wie für die Präsenz-Teilnehmenden funktionieren, angereichert werden. (in Anlehnung an Präsenzveranstaltung mit digitalen Wekzeugen angereichert)
Eine Mischung aus Online-und Präsenz-Lehre beschreibt zunächst einmal einen Wechsel aus synchronen Sitzungen in Präsenz und asynchronen Selbstlernphasen. Der digitalen Gestaltung und Unterstützung der Selbstlernphasen wird eine zentrale Bedeutung beigemessen. Dazu werden sorgfältig aufbereitete Lernmaterialien über die Lernplattformen bereitgestellt. (Blended-Learning-Konzeption)
Es kann auch die eigentliche Inhaltsvermittlung in Selbstlernphasen stattfinden, die selbstverständlich sehr gut aufbereitet und begleitet werden (z. B. mit Texten; Videos; leitenden Fragen; Aufgaben, die in Kleingruppen erledigt werden; Quizzes). Synchrone Termine bleiben dann der aktiven Interaktion wie Diskussionen, der Beantwortung offener Fragestellungen, der Klärung von Unverstandenem, der Diskussion des Bedeutungsgehalts des Gelernten, praktischen Anwendung oder Übungen vorbehalten. Vor allem ist diese Gestaltung eine Alternative zu solchen Veranstaltungsformaten, in denen die Inhaltsvermittlung im Vordergrund steht und in denen die synchrone Zeit für die Vermittlung des Inhalts genutzt wird und die Beschäftigung mit den Inhalten in die asynchronen Selbstlernphasen fällt. Die Verhältnisse werden "auf den Kopf gestellt" – daher die Bezeichnung Inverted oder Flipped Classroom.
Es sind hier im Wesentliche zwei Fälle zu unterscheiden:
Es handelt sich um eine Veranstaltung mit wöchentlichen synchronen Terminen, die jedoch komplett online – mit einer Videokonferenz abgehalten werden. Eingebettet sein können diese Termine in ein Blended-Learning-Format oder auch in einen Inverted oder Flipped Classroom. Die synchronen Termine werden mit digitalen Werkzeugen zur Aktivierung angereichert.
Der andere Fall ist ein kompletter Selbstlernkurs ohne synchrone Termine. Die Kommunikation mit Lehrenden kann über ein Forum oder über einen Chat sichergestellt werden. Möglicherweise handelt es sich um ein reines Selbstlernangebot über ein ganzes Semester oder um einige Wochen im Semester, wobei die umfangreiche Selbstlernphase durch synchrone Termine flankiert wird.
Ein Spezialfall könnte eine Projektarbeit sein, die sich über mehrere Wochen erstreckt und in der Studierende in Kleingruppen an einem Projekt zusammenarbeiten. Diese Arbeit kann wirkungsvoll durch digitale Werkzeuge unterstützt werden.
Es handelt sich hierbei um ein Modell, bei dem Studierende selbst wählen, wie sie an einer Lehrveranstaltung teilnehmen. Sie können in angebotene Präsenzsitzungen kommen oder an diesen synchronen Terminen per Videokonferenz teilnehmen oder sie können auch gar keine synchronen Termine nutzen und ausschließlich asynchron lernen. Allerdings ist dieses Modell in der Planung und Durchführung für Lehrende sehr voraussetzungsvoll und nicht unproblematisch. Am ehesten ist dieses Modell vorstellbar für Veranstaltungsformate, in denen die Inhaltsvermittlung im Vordergrund steht und Interaktion keinen besonderen Stellenwert hat. Der Einsatz muss gut überlegt sein. (HyFlex)
Was bedeutet eigentlich ...?

Blended Learning

Unter Blended Learning versteht man die Kombination des synchronen und asynchronen Lernens mit digitalen Medien, wobei die synchronen Phasen sowohl in Präsenz als auch virtuell in Form synchroner Online-Meetings durchgeführt werden können.
Erfahrungsberichte:
Quelle: vgl. Arnold, P. et al: Handbuch E-Learning: Lehren und Lernen mit digitalen Medien. 5. Aufl., Bielefeld 2018, S.23. Online: https://hds.hebis.de/ubgi/Record/HEB433953721

Hybride Lehre

Unter hybrider Lehre versteht man derzeit alle Lehrformate, die darauf basieren, dass eine Teilgruppe von Studierenden nicht vor Ort an der Lehrveranstaltung teilnimmt. Einem Teil der Veranstaltungsteilnehmenden wird alternativ zu den Präsenzterminen synchron oder auch asynchron eine virtuelle Teilnahme ermöglicht.

Besondere Ausprägung: Synchron hybride Lehre

Synchron hybride Lehr-Lernszenarien sind Szenarien, in denen sich ein Teil der gesamten Lerngruppe vor Ort (in physischer Präsenz) im Seminarraum/Vorlesungssaal befindet und der andere Teil der Gesamtgruppe live per Videokonferenz zugeschaltet ist. 
Erfahrungsberichte:
Quelle: siehe z.B. https://www.hs-rm.de/de/service/didaktik-und-digitale-lehre/hybride-lehre-didaktische-empfehlungen oder https://www.uni-goettingen.de/de/632946.html

Inverted Classroom und Flipped Classroom

"Die Grundidee des Inverted Classroom Model ist es, die Inhaltsvermittlung, die traditionell gemeinsam vor Ort mit dem Lehrer stattfindet, und das Üben und Vertiefen, das zu Hause allein erledigt wird, zu vertauschen. Das Ziel dabei ist es, Zeit für das gemeinsame Lernen und das Anwenden des neu Gelernten zur Verfügung zu haben." [1]
"Dieses Modell [Flipped Classroom], das seit einigen Jahren vermehrt in Schulen Einzug hält, setzt auf kurze Lehrvideos zum Selbststudium (...) und widmet die darauf folgende Inhaltsvertiefungsphase in Präsenz primär dem Einüben und Vertiefen der digitalen Inhalte." [2]
Die Begriffe Inverted und Flipped Classroom werden häufig synonym verwendet, wobei "Inverted Classroom" eher im Hochschulkontext, "Flipped Classroom" eher im Schulkontext gebraucht wird. Kern beider Modelle ist der Gedanke, dass die Lernenden sich Wissen zu Hause erarbeiten (mittels digitaler Lernmaterialien und Aufgaben) und dieses Wissen dann gemeinsam mit dem/der Lehrenden im Hörsaal oder Seminarraum diskutiert, angewendet, reflektiert oder vertieft wird.
Erfahrungsberichte:
Quellen:
[1] Schäfer, Anna Maria: Das Inverted Classroom Model. In: Handke, Jürgen und Alexander Sperl (Hg.): Das Inverted Classroom Model. Begleitband zur ersten deutschen ICM-Konferenz. München 2012, S.3. Online: https://www.degruyter.com/document/doi/10.1515/9783486716641/pdf
[2] Handke, Jürgen: Handbuch Hochschullehre digital: Leitfaden für eine moderne und mediengerechte Lehre.  3., akt. u. erw. Aufl., Baden-Baden 2020, S.67. Online: https://hds.hebis.de/ubgi/Record/HEB464258022

HyFlex

Beim HyFlex-Format haben Studierende die Wahl, ob sie vor Ort in Präsenz an der Lehrveranstaltung teilnehmen wollen, per synchroner virtueller Teilnahme über ein Webkonferenztool (vgl. auch hybride Lehre) oder ob sie die Lehrveranstaltung vollständig im asynchronen Selbststudium bearbeiten - und hierfür adäquate Lernmaterialien durch die Dozierenden zur Verfügung gestellt bekommen. Dieses Format bietet den Studierenden damit ein Höchstmaß an Autonomie und Flexibilität, ist für die Lehrenden aber mit entsprechenden Herausforderungen verbunden.
Erfahrungsbericht:
Quelle: vgl. EDUCAUSE: The HyFlex Course Model. 7 things you should know about. (07/2020): https://library.educause.edu/-/media/files/library/2020/7/eli7173.pdf
   
zurück zur Startseite